Sesto, Cesare da

Sesto, Cesare da, Maler, hatte nach seiner Geburtsstadt den Bei- namen Cesare da Milano. Man zählt ihn zu den vorzüglichsten Schülern des Leonardo da Vinci, obgleich Vasari und Lomazzo nichts davon erwähnen; allein seine Kunstweise verräth so sehr den Schüler Leonardo's, dass alle Neueren ihn als solchen anerkenn- en. Cesare hatte aber auch die Werke Rafael's genau studiert,

mit welchem er zu Rom im freundschaftlichen Verhältnisse lebte,

so wie diess auch mit Baltasar Peruzzi der Fall ist. Dieser Meister suchte bei seinen Arbeiten in der Rocca d'Ostia da Sesto's Hülfe, und letzterer malte da mit solcher Meisterschaft, dass Vasari seinen Bildern den Vorzug gab. Ueberhaupt wurde Cesare da Milano von jeher mit Ruhm erwähnt. Vasari führt ihn zweimal, unter Cesare da Sesto und unter C. da Milano auf. Unter den früheren Schrift- stellern ist es besonders Lomazzo, der diesen Künstler als Muster aufstellt. Lanzi weiss ebenfalls von ihm vieles zu rühmen; nur Ticozzi kennt ihn nicht, einen Landsmann, dessen Compositionen

In der Kirche des hl. Rochus zu Mailand war ehedem ein berühmtes Altargemälde von Cesare da Sesto, welches aber in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in den Besitz des Cav. Melzi überging, neben einer ganz raffaelischen hl. Familie. Das Altarbild stellt in der Mitte den hl. Rochus in einer Landschaft auf dem Felsen sitzend und die hl. Jungfrau mit dem Kinde auf Wolken vor, wie Rafael's Madonna di Fuligno. In einer anderen Abtheilung sieht man den Evangelisten Johannes, wie er die Apo- kalypse schreibt, und gegenüber erscheint der Taufer Johannes. In der unteren Abtheilung sieht man den hl. Christoph mit dem Jesuskinde den Fluss durchschreiten, und St. Sebastian am Baum- stamme in trefflicher Verkürzung, zwei charaktervolle halb ent- blösste Figuren. Auf den Flügeldecken sah man die Heiligen St. Peter und St. Paul, dann St. Martin und St. Georg zu Pferde, aber nicht so fleissig vollendet, als die inneren Bilder. In der Brera zu Mailand ist eine Copie von Fra Bartolomeo's berühmter Ma- donna mit dem Kinde zwischen St. Stephan und dem Täufer Jo- hannes, und in der Gallerie Scotti daselbst sieht man eine Taufe Christi mit weiter, ausführlicher Landschaft von ihm. Dieses Bild,

welches dem Cesare beigelegt wird, erinnert noch viel an L. da

Vinci, so wie eine Madonna mit dem Kinde, auf welcher man liest: Caesar Triagrius pinxit 1530. Dieser Triagrius kann aber nicht unser Künstler seyn. In der Kirche zu Sarono sieht man an vier Pilastern die heiligen Martin, Georg, Rochus und Sebastian in Fresco gemalt; aber nicht von Cesare, da die Inschrift etwas an- deres besagt. Man liesst da, sicher nicht von C. da Sesto's Hand: Caesar Magnus f. 1533. In der Cathedrale zu Novara sind ebenfalls Werke von ihm, und in der Gallerie Manfredini zu Vene- dig sieht man zwei schöne Madonna-Bilder. Im Museum (Studj) zu Neapel ist eine Anbetung der Könige, ein wohlerhaltenes Werk des Meisters, welches aus einer 1785 zu Messina eingestürzten Kirche kommt.

Im Auslande sind seine Werke sehr selten. In der Gallerie des Belvedere zu Wien wird ihm das Bildniss eines Jünglings in schwarzem Oberkleide mit einem breitrandigen Hute beigelegt. Dann wird daselbst ein Bild der Herodias, wie sie dem Scharfrich- ter befiehlt, das Haupt des Täufers in eine Schale zu legen, dem Leonardo da Vinci oder dem C. da Sesto beigelegt. Es ist diess vielleicht das von Lomazzo gerühmte Gemälde mit der Herodias, welche der Fornarina Rafael's ähnelt, und wovon Rathsherr Pagani in Mailand eine Copie besass. In der Gallerie des Museum zu Berlin wird die unter einem Bauwerke thronende Maria mit dem Kinde, rechts mit St. Paulus und der knieenden Stifterin, links mit dem lesenden St. Hieronymus dem Cesare da Milano beige- legt. In der Gallerie des Herzogs von Leuchtenberg in München ist das Kniestück einer Madonna mit dem Kinde und dem kleinen Johannes als ein Werk dieses Meisters angegeben.

J. Mercoli stach nach ihm die Madonna mit dem Kinde auf Wolken sitzend, nach dem Bilde aus der Kirche S. Ruocco in Mail- land, jetzt in der Gallerie Melzi. J. Felsing stach ein anmuthiges Bild, welches den Johannes im ersten Knabenalter in einer Grotte

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