Sessischreiber, Georg

Sessischreiber, Georg, Former und Giesser zu Innsbruck , gehört zu den wichtigsten Meistern, die in der ersten Hälfte des 16. Jahr- hunderts gelebt haben. Auf sein Wirken lässt eine Quittung im Archive zu Innsbruck schliessen, von welcher der Archivar Anton Roschmann eine Abschrift nahm. Sie lautet: »Georg Sessischrei- ber mit Visirn, Schneiden, Formieren, Güessen, ausarbeiten, und allander weg weyland R. Kay. Mitt. hochl. Gedächtnus firgenom- men, und durch mich angefangne Begräbnus Bilderwerchs, auch alles meines Baus und werkhstatt zu Milein und anders daselbs 1520 quittirt vmb die Bezahlung.» Dieser Quittung ist das Siegel des Giessers mit den Buchstaben G S. angehängt.

Aus dieser Quittung ersehen wir, dass Sessischreiber das Giess- haus und die Werkstätte in Mühlen gebaut und eingerichtet habe, Ferner lernen wir in ihm den ersten Künstler kennen, der am Grabmahl des Kaisers Maximilian gearbeitet hat, und wahrschein- lich ist er auch derjenige, der die Modelle zum Gusse angefertiget, so wie er auch letzteren geleitet hat. Godl und Lendenstreich könnten seine Gehülfen gewesen seyn, nicht Löffler, dem man eben- falls den Guss der Statuen am Grabmale des Kaisers beilegen wollte. Wir haben darüber schon im Artikel der Familie Löffler unsern Zweifel ausgesprochen.

Die Vollendung der Gusswerke fällt wahrscheinlich 1520, ein Jahr nach dem Tode des Kaisers, denn es ist ausser Zweifel, dass schon zu Lebzeiten des Monarchen dessen Grabmal begonnen wurde. Ueber die Abbildungen dieser Erzwerke s. J. G. Schedler, da wird ebenfalls E. G. Löffler mit Godl und Lendenstreich als Giesser genannt. Der Tirolerbote 1822 Nro. 68 macht auf die Quittung Sesslschreiber's aufmerksam.

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