Sequeira, Domingos Antonio de, Maler, Professor und Prä- sident der Akademie zu Lissabon, wurde geboren, und mit entschiedenem Talente begabt besuchte er schon als Knabe von dreizehn Jahren die Kunstschule der genannten Stadt, an welcher er die meisten Preise gewann. F. de Setubal wählte ihn schon als Schüler der Akademie zum Gehülfen bei seinen Arbeiten im Palast João Ferreira's, indem der junge Sequeira nicht blos der beste Zeichner war, sondern auch im Malen schon grosse Fertig- keit erlangt hatte. Einem solchen vielversprechenden Talente konnte es auch nicht an Gönnern fehlen, und namentlich waren es die Herren Mariaiva, die sich seiner thätig annahmen. Er er- hielt durch sie eine königliche Pension zur Fortsetzung seiner Studien in Italien , und so kam er 1788 nach Rom an, wo Antonio Cavallucci sein Meister wurde. Im Jahre 1791 erhielt er den ersten Preis der Akademie von S. Luca, und bei seiner 1794 erfolgten Abreise von Rom ernannte ihn diese Akademie zum Ehrenmitgliede. Die Rückkehr nach Portugal trat er aber erst, 1796 an, da er auch noch andere Städte Italiens besuchte, um die Hauptwerke der italienischen Schulen kennen zu lernen. Mittler- weile hatte sich sein Ruf im Vaterlande schon verbreitet, und man nannte nur Sequeira und Vieira, wenn von den berühmtesten va- terländischen Malern die Rede war. Es wurden ihm in Lissabon zahlreiche Aufträge zu Theil, so wie für Kirchen, als für Paläste, wo man Darstellungen aus der heiligen und profanen Geschichte, und Schlachtbilder von ihm findet. Im neuen Palast de No- stra Senhora zu Ajuda sind die meisten Malereien von Sequeira und Vieira, wo letzterer einen gefährlichen Nebenbuhler an ihm hatte. Auch im k. Palast zu Mafra und im Kloster de Laveiras sind Bilder von ihm. Im Jahre 1802 ernannte ihn der Prinz Re- gent zum ersten Kammermaler, in welcher Eigenschaft er zahl- reiche Gemälde für den Hof ausführte. Donna Maria Thereza fand grosses Gefallen an seinen Werken, so dass fast keines ihrer Gemächer ohne ein Bild von Sequeira war. Keines derselben schenkte sie dem Fürsten Wellington. Ein Hauptwerk Sequeira's ist der im Spital sterbende Camoens, dann eine Flucht in Aegypten von 1824 u. a. Dieser Künstler machte auch die Zeichnungen zu dem kostbaren Silberservice, welches die portugiesische Nation als Zeichen ihrer Dankbarkeit dem Lord Wellington verehrt hatte.
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Sequeira bildete als Professor an der Akademie auch mehrere Schüler, worunter sich Joaquin Gregorio Rato und Antonio Faustino einen Namen machten. Er starb 1837 als Präsident der Akademie zu Lissabon.
Wir haben von diesem Meister auch radirte Blätter, welche aber ausser seinem Vaterlande selten vorkommen dürften,
Ugolino und seine Söhne im Thurme dem Hungertod unter- liegend. Mit dem Namen des Meisters, vgl. fol.
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