Senefelder, Theobald und Georg, Lithographen und Brüder des Obigen, ersterer 1777 in Hanau geboren, waren in ihrer Jug— end Schauspieler, bis sie endlich Alois Senefelder in die Geheim— nisse der Lithographie einweihte. Von jetzt an fällt ihre Lebens— geschichte mit jener des Erfinders dieser Kunst zusammen, und so— weit verweisen wir hier auf dieselbe. Anfangs arbeiteten sie mit Alois in München, dann errichteten sie bei Gombart in Augsburg eine Druckerei, die aber bald wieder einging. Als Alois nach Offenbach sich begab, um die lithographische Anstalt des Hofrath Andre zu etabliren, übertrug ihnen dieser die Leitung seiner Dru— ckerei in München; allein sie fanden ihre Lebsucht nicht begrün— det, und nahmen daher ebenfalls bei Hofrath Andre in Offenbach Dienste. Später ließ sich Theobald in Regensburg nieder, und dann gingen sie nach Wien, wo bekanntlich Alois Senefelder um ein Privilegium nachsuchte. Von Wien nach München zurückge— kehrt (1801) beschäftigten sich die Brüder Senefelder wieder haupt— sächlich mit Notendruck, bis sie endlich durch die Mitthei— lung des lithographischen Verfahrens an die Feiertagsschule in München sich ein besseres Loos bereiteten. Es geschah diess ge— gen eine jährliche Rente von 700 Gulden für beide, und nun wa— ren sie als Lithographen an dieser Anstalt beschäftiget. Im Jahre 1808 richtete Theobald Senefelder die lithographische Druckerei der k. Stiftungs-Administration ein, welche, unter dem 8. Mai 1809 unter die Direktion des Vorstandes der Ministerial-Stiftungs-Sec— tion gestellt, in zwei Offizinen getheilt wurde, die eine zur Erzeu— gung von Kunstprodukten für den öffentlichen Cultus und den Unterricht, die andere dem laufenden Geschäfte bestimmt. Jetzt
wurde Theobald Senefelder als Inspektor der genannten lithogra— phischen Anstalt angestellt, wobei er zuerst den Ueberdruck zum Zwecke der Vervielfältigung amtlicher Ausschreibungen anwendete. Theobald lebt noch gegenwärtig in München, sein Bruder Georg
Es finden sich einige Blätter, die durch Th. Senefelder ge- druckt wurden, wie ein solches mit dem Facsimile eines alten Brie- fes, welchen Docen bekannt machte, unter dem Titel: Fragmen- tum epistolae Glycerii Imp. Rom. ad Widemerum Ostro - Guthorum Ducem. B. Docen del. Scerip. 1804. Von Stein abgedruckt bei Th.
- Senefelder. — Senefelder. —
Dann finden wir eine Folge von 12 Landschaften im Geschma- cke Coniola's, mit der Kreide auf Stein gezeichnet, und bei Th. Senefelder in Regensburg gedruckt. Auf dem Titel ist ein Monu- ment in landschaftlicher Umgebung, mit der Schrift: 12 Landschaf- ten, gedruckt bei Th. Senefelder in Regensburg, kl. qu. 8. Diese Blätter gehören zu den Incunabeln der Lithographie. Sie sind äl- ter als das obige Blatt mit dem Briefe des Kaisers Glycerius.
Das Hauptwerk des Inspectors Theobald Senefelder ist aber das Turnierbuch des Herzogs Wilhelm IV. von Bayern, welches Hans Ostendorfer auf Pergament malte. Dieses Turnierbuch befin- det sich auf der k. Hofbibliothek zu München. Senefelder zeich- nete die Darstellungen mit der Feder auf Stein, mit der genaue- sten Nachahmung der Schriften. Auch die Farben, die Gold- und Silberverzierungen wurden genau gegeben. Dieses Prachtwerk er- schien von 1820 an in Heften, mit Erklärung von Direktor von Schlichtegroll und Kiefhaber, qu. fol. Es ist selten zu finden, da wenige Abdrücke gemacht wurden. Der Preis eines vollkommen ausgemalten Exemplars ist daher sehr hoch. Es finden sich auch schwarze Abdrücke, aber selten in einem vollständigen Exemplare. Ein Blatt des Buches ist unter den Musterblättern des Lehrbuches der Lithographie von Alois Senefelder.
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