Semper, Gottfried

Semper, Gottfried, Architekt , Professor und Direktor der k. Bau- akademie zu Dresden, wurde 1803 in Altona geboren, und im benachbarten Hamburg in den Anfangsgründen einer Kunst unter- richtet, die in ihm nach vorhergehenden eifrigen Studien in Berlin , Dresden und München eines ihrer ausgezeichnetsten Priester sich rühmt. Semper verweilte auch einige Zeit in Italien , namentlich in Rom , und da er auch auf dem classischen Boden Griechenlands umfassende Studien gemacht, so gehört er zu den wenigen Künst- lern seiner Art, die das ganze Gebiet der Architektur mit eigenen Augen durchforscht haben. Semper hielt sich einige Zeit in Athen auf und machte höchst merkwürdige Entdeckungen, besonders auch in Bezug auf den farbigen Schmuck der griechischen Tempel. Er legte seine Erfahrungen und Ansichten in einer Schrift dar, unter dem Titel: Bemerkungen über bemalte Architektur und Plastik bei den Alten. Altona 1854, 8. Später, bereits als Professor der Ar- chitektur in Dresden, wohin er 1834 an Thümmel's Stelle berufen wurde, dehnte er seine Forschungen noch weiter aus, und die Re- sultate derselben liegen uns in einem zweiten Werke vor: »Die Anwendung der Farben in der Architektur und Plastik. In einer Sammlung von Beispielen aus den Zeiten des Alterthums und des Mittelalters erläutert von G. Semper, J. Heft, dorisch - griechische Kunst in 6 Tafeln mit Farben. Dresden 1836, gr. fol.

Semper fand durch den König von Sachsen einen grossartigen Wirkungskreis sich vorgezeichnet, indem sich seine Thätigkeit nicht allein auf die akademischen Lehrsäle beschränkte, sondern ihm auch zur Ausübung seiner Kunst herrliche Gelegenheit ge- boten wurde. Zuerst decorirte er das Antikencabinet nach seiner Theorie über die Verbindung der plastischen Kunst mit der Archi- tektur und mit hervorragender Farbe. Dann fertigte er den Plan zum neuen Schauspielhause, welches an der Stelle des 1754 er- bauten Opernhauses sich erhebt, und eines der schönsten Gebäude dieser Art ist, wobei aber der Künstler den Kreis seiner strengen classischen Studien überschreiten musste. Er wendete beim Baue des Theaters auch bunte Renaissance-Formen an, hat aber dabei ge- zeigt, dass ein nach strengen Regeln gebildeter Künstler auch in dieser Art Originelles zu schaffen im Stande ist. Diess ist auch mit der von Semper erbauten Synagoge der Fall, an welcher er byzantinische und im Inneren selbst maurische Formen anwendete.

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