SEITZ, Alexander Maximilian

SEITZ, Alexander Maximilian, Historienmaler , der Sohn des ebigen Künstlers, wurde 1811 zu München geboren, und schon in frühen Jahren zur Kunst herangebildet, da diese sein ganzes We- sen beherrschte. Er besuchte schon als Knabe von zwölf Jahren die Akademie, wo er bald zu den vorzüglichsten Zöglingen gezählt wurde, und als Cornelius nach München gekommen war, schloss er sich an diesen Meister mit ganzer Seele an. Seine früheren Compositionen tragen auch das Gepräge der Schule desselben und er blieb auch fortwährend der früheren ernsten religiösen Kunst- richtung getreu, die geläutert auch in den Werken seiner vollen Reife sich ausspricht. Zu seinen früheren Bildern in Oel gehört eine biblische Darstellung, wie Joseph von den Brüdern verkauft wird, ein Gemälde, welches 1820 auf der Kunstausstellung in München mit grösstem Beifall belohnt wurde. Hierauf wählte ihn Prof. H. v. Hess neben J. Schnadolph, J. Binder u. a. als Gehilfen bei Ausschmückung der Allerheiligen Kirche in München, wo diese jüngeren Künstler unter Aufsicht des Meisters Bilder componirten, die Cartons dazu ausführten und selbe in Fresco malten. Von Seitz componirt sind hier die Sakramente der Taufe, Firmung, Beichte und Ehe, wovon die Cartons 1852 auf der Kunstausstellung in Mün-

chen zu sehen waren. Nach Vollendung der Malereien in der Al- lerheiligen Kirche begab sich Seitz noch Italien , um in Rom seine Studien fortzusetzen, wo er noch gegenwärtig lebt, und zu den ausgezeichnetsten Künstlern der neuen religiösen Schule gezählt wird. Seine Bilder sind von grosser Innigkeit, in wahrhaft reli- giösem Sinne behandelt. Die Formen sprechen durch ungewöhn- liche Lieblichkeit und Milde an. Die Zahl seiner Werke ist be- reits bedeutend, da solche nicht allein in Italien, sondern auch in England und Deutschland zu finden sind. Einige seiner Ge- mälde sind von ziemlich grossem Umfange, wie die Erweckung des Jünglings von Naim, lasset die Kleinen zu mir kommen, die Versöhnung des Jakob mit Esau, St. Catharina von Engeln getra- gen, die Flucht nach Aegypten u. a. Alle diese Bilder sind in Oel ausgeführt. An diese reihen sich dann auch einige Gemälde in Wasserfarben, die in gewohnter Lieblichkeit mit ungewöhnlicher Kraft der Farbe behandelt sind. Viele seiner Compositionen sind bisher nur in Zeichnung vorhanden, theils in Aquarell, theils in Kreide und Tusch, oder mit dem Stifte ausgeführt. Zu seinen neuesten Werken gehören die kleinen Fresken in der Capelle der Villa Torlonia zu Frascati, welche der Künstler 1846 begann.

Das Bild der von Engeln getragenen heil. Catharina, eine rei-

chere Composition als jene von Mücke, erschien in der Anstalt von Piloty und Löhle zu München lithographirt.

H. Kohler lithographirte nach Fr. Seitz ein Blatt unter dem Titel: Aus dem bayerischen Hochlande, fol.

Folgende Blätter sind von Seitz selbst ausgeführt.

  1. Judith, nach Riedel's Bild im Besitze des Königs Ludwig, lithographirt, fol.

  2. Die Fischerfamilie, nach demselben lithographirt, beide für die Kunstanstalt von Piloty und Löhle, fol.

  3. Zur Erinnerung an die VIII. Versammlung deutscher Forst- und Landwirthe, Arabeske, 1844 lithographirt, qu. fol.

  4. Die Officers-Quadrille auf dem Balle, 1845 im Palaste des Herzogs Maximilian in Bayern veranstaltet. Lithographirt, qu. fol.

  5. Virgil's Aeneis, travestirt von Blumauer. Mit 32 lith. Skizzen von F. Seitz. Leipzig 1842. 12.

  6. Umrisse zu F. Kobell's Gedichten in oberbayerischer Mundart. Gez. u. lith. von F. Seitz. Erscheint in Heften 4.

  7. Die Illustrationen zum Theaterkatechismus von Hofrath Löhle, 11 Blätter. München, 1840.

  8. Die Adresse der Kunstanstalt von Piloty und Löhle, Arabeske, schön in Stahl radirt, qu. 4.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ