Seidl, Andreas, Maler, geb. zu München 1760, war in seiner frü- hern Jugend Schüler des Hofbaumeisters Lespiller, widmete sich aber in der Folge der Malerei , und genoss hierin an der Akade- mie sieben Jahre den Unterricht des Professors Oefele. Im Jahre 1781 reiste er mit Unterstützung des Churfürsten nach Italien , um in Rom seine weitere Ausbildung zu erlangen. Seidl blieb da ei- nige Jahre, erhielt den Preis der Akademie von St. Luca, wurde Mitglied dieser Anstalt, so wie der Akademien von Parma und Bo- logna, und nachdem er 1788 wieder in München angekommen war, ernannte ihn der Churfürst zum Hofmaler . In dieser Eigen- schaft malte er mehrere Bilder für den Hof, Bildnisse und histo- rische Darstellungen. Im Jahre 1790 wurde er an Oefele's Stelle zum Professor an der Akademie ernannt, als welcher er mehrere Jahre wirkte, ohne jedoch zum Umschwung der Kunst beitragen zu können. Seidl gehört noch der älteren Schule an, deren Grän- zen er wenig überschritt, obgleich der Künstler erst starb. Guido Reni scheint sein Vorbild gewesen zu sein.
Seidl malte viele Bilder, meistens historischen und religiösen Inhalts. Einige derselben gehören zu den besten Erzeugnissen der früheren Periode; man darf ihn aber nicht nach dem jüngsten Gerichte beurtheilen, welches an der Gottesackerkirche zu Mün- chen zu sehen ist. Dieses grosse Bild ist zu wiederholten Malen übermalt worden. Unter den Bildern mythologischen Inhalts rühmt man besonders das Urtheil des Paris , wobei ihm nach der Weise seiner Zeit antike Bildwerke zum Vorbilde dienten. In den Kir- chen zu Altenfrauenhofen, zu Haidhausen bei München u. s. w. sind Fresken und Altarbilder von ihm. An der Hausfront des al- ten Galleriegebäudes gegen den Hofgarten malte er 14 mytholo- gische Darstellungen, und Scenes aus der alten römischen Geschichte
gegen gehen. Einige derselben führte er auch in Ölf aus,
Wir haben von Seidel auch mehrere radirte Blätter und Litho- graphien für die lith. Anstalt der Sieiertagsschule in München aus-
geführt,
- Eine Folge von 8 Blättern mit Studien von Köpfen und Gruppen in orientalischem Costum, halbe Figuren, mit S*, sc. und S. J. bezeichnet, qu. 8., 12., 4.
- Eine Folge von 16 numerirten Blättern mit akademischen Figuren, 1780 von X. Jungwirth herausgegeben, kl. fol.
- Die Himmelfahrt Mariä, nach einem Gemälde von J. Oefele, bezeichnet: Andre Seidel del. et radirt, gr. fol. Gutes Blatt,
- Der Leichnam Christi von Maria und Magdalena beweint, nach A. Dyck. Oben abgerundet, gr. 4. I. Ohne Namen des Radirers, II. Mit demselben.
- St. Sebastian an den Baum gebunden, halbe Figur, rechts unten A. S. 12.
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