Seghers, Daniel

Seghers, Daniel, Blumenmaler , und Bruder des Obigen, wurde 1606 zu Antwerpen geboren und von J. Breughel unterrichtet. Er trat schon in jungen Jahren in den Jesuiten-Orden, wesswegen viele seine Bilder die Legende ihrer Heiligen verherrlichen, welche in Blumenkränzen erscheinen. Diese Scenen sind aber meistens von anderen Meistern nach Seghers Bestimmung gemalt. Selbst Rubens bediente sich zuweilen der Kunst dieses Meisters, und wenn Seghers die Bilder desselben mit Guirlanden umgab, erhiel- ten sie sogar noch näheren Werth. Dieser Ordensbruder besuchte auch Rom , und machte da zahlreiche Studien nach Kunstwerken jeder Art. Vor allen aber richtete er sein Augenmerk auf die lieb- lichen Kinder Florens, die er mit einer Meisterschaft und mit einer Sorgfalt in der Farbengebung behandelte, wie wenige Künstler seines Faches. Daher prangen die rothen Rosen dieses hochbe- rühmten Meisters noch immer in ursprünglicher Frische, während jene von Heem, van Huysum, der Rache Ruysch u. a. sich theilweise verändert haben. Doch erscheinen auch die übrigen Blumen der Kränze und Bouquets dieses Meisters in wunderbarer Frische. Diese Blumen winden sich um Scenen aus der heiligen Geschichte und Legende, öfter um Sculpturen-Reliefs mit solchen Darstellungen. Auf anderen Gemälden erscheinen Blumen zu Bouquets vereiniget und in Vasen gesammelt. Auf den Blättern und Kelchen sitzen Insekten in unübertrefflicher Wahrheit. Der Kaiser, Könige und Fürsten trachteten nach Werken dieses Mei- sters. Bisweilen gingen sie als Geschenke seines Ordens, wofür reiche Spenden flossen. Der Prinz und die Prinzessin von Oranien übermachten dem Künstler für zwei Blumenvasen mit Bouquets eine goldene Palette, einen emaillirten Rosenkranz und ein golde- nes, pfundschweres Crucifix. Uebrigens erhielt er einen Geleits- brief durch ganz Holland, um die Interessen des Hauses Oranien zu besorgen. In der Jesuiten-Kirche zu Antwerpen war eine Maria mit dem Kinde von Rubens, welche Seghers mit einer gros- sen Guirlande umgeben hatte, ein Hauptwerk beider Meister. Im Museum zu Amsterdam ist von ihm eine grosse von Engeln ge- tragene Guirlande mit St. Ignaz, von C. Schut gemalt. Ein ähn- liches Bild mit Staffage von Rubens, soll zu Grunde gegangen sein. Im Museum zu Brüssel sieht man eine ähnliche Guirlande mit dem Bilde der hl. Jungfrau. Auch das Museum im Haag be- wahrt von Seghers einen Blumenkranz, in welchem Maria mit dem Kinde erscheint. Uebrigens findet man auch in einigen hol- ländischen Privatsammlungen Bilder von Seghers. Die Gemälde in den genannten Museen gehören zu den Hauptwerken des Mei- sters, an welche sich jene des Belvedere in Wien reihen. Da ist der berühmte Blumenalter, ein 3 F. 1 Z. hohes Blumenstück. Es ist eine Blumenguirlande an den Verzierungen einer Nische aufgehängt, in welcher eine Monstranz mit der Hostie steht. Unter derselben ist die Aufschrift: O amor qui semper ardes. Auf einem anderen Gemälde des Belvedere steht, grau in Grau gemalt, die Maria mit dem Kinde in einer von Blumen umgebenen Nische. Ein drittes zeigt im Blumenkranz ein Relief mit Maria, dem Kinde und St. Anna, ebenfalls grau in Grau. Ein anderes Gemälde. ent-

Seghers, Anna. — Seghers. ‚ hält im Blumenkranze die von van Dyck in Grau gemalte hl. Familie. Dann gieht man da auch eine von Engeln gehaltene Blumenguirlande, welche ein von C. Schut gemaltes Bild der Maria mit dem segnenden Kinde einschliesst, das grüsste der genannten Werke. Im Museum zu Berlin sind zwei Blumengewinde mit Reliefdarstellungen des E. Quellinus. Auch in der Pinakothek zu München ist ein von einem Blumenkranze umgebenes Basrelief, welches spielende Kinder vorstellt. In der Gallerie zu Dresden ist auf ähnliche Weise Maria mit dem Kinde in einer Nische vorgestellt, welche ein Blumenkranz umgibt. Ehedem waren in der Dresdner Gallerie sechs Gemälde von Seghers zu sehen, meist heilige Familien und eine Anbetung der Hirten. In der Gallerie zu Salzdahlum waren vier Bilder von ihm, und darunter ein Göt- termahl, wo Pomona dem Bacchus Früchte bringt, ein grosses, über 8 F. breites und 6 F. hohes Bild. Diess ist sicher das grüsste Werk des Meisters, da seine Bilder gewöhnlich nicht drei Schuh hoch sind.

Dieser berühmte Maler starb 1660. Klivens hat sein Bildniss gemalt und P. Pontius es gestochen, ein schönes und seltenes Blatt.

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