Schweigle, Heinrich

Schweigle, Heinrich, Bildhauer, wurde 1780 zu Stuttgart gebo- ren, und unter Scheffauer's Leitung an der hohen Carlsschule herangebildet, wo er schon als Knabe entschiedene Anlage zur

plastischen Kunst offenbarte, namentlich durch einen Herkules- stoß, welchen er in einem Alter von zehn Jahren modellirte. Glückliche Vermögensumstände erlaubten ihm seiner ferneren Aus- bildung in Paris obzuliegen, wo er David's Schule besuchte und einen Cursus der Anatomie durchmachte, bis er endlich nach Rom sich begab. Mit allen Vorkenntnissen ausgerüstet machte er hier bald als Künstler Aufsehen, und man behauptete, dass Schweigle sich würdig an Thorwaldsen, Canova und Alvarez anschliesse. Besonderes Aufsehen, und namentlich das Gefallen des damaligen Senators Lucian Bonaparte, erregte ein lebensgrosser Amor als Jüngling (mit der Keule). Lucian machte seinen Bruder Joseph, den König von Neapel , auf den Künstler aufmerksam, und dieser berief ihn 1808 an die Akademie in Neapel, an welcher Schweigle als Lehrer und Ordner zum Ruhme der Anstalt wirkte. In der Kirche St. Francesco di Paolo sind die colossalen Statuen der Religion und des hl. Ludwig in Marmor von seiner Hand ausge- führt, worüber sich damaliger Zeit die Kritik höchst vortheilhaft aussprach. Ein gerühmtes Werk ist auch das Basrelief am Sarge des verstorbenen sicilischen Gelehrten Pietro Pisani, wo aber der Grieche das Grabmal eines seiner alten Lands- leute erkennen würde, indem der Künstler die christliche Sym- bolik verschmähte. Merkur führt den Jüngling raschen Schrittes zu dem Flusse, wo Charon ihn erwartet, und dieser mürrische Alte seinen Unwillen ausdrückt, dass der Verlebte noch einmal gegen seinen von Schmerz gebeugten Vater und gegen sein Vaterland zurückblickt, welches durch die unglückliche Arethusa versinn- licht ist. Über dem Kahn schwebt ein Genius mit der Krone. Der Kronprinz Ludwig von Bayern liess durch ihn für die Wal- halla die Büste des Herzogs Christoph von Würtemberg fertigen, und auch noch mehrere andere Büsten führte dieser Künstler aus. Sein eigenes Bildniss ist in der Portraitsammlung des Professors Vogel von Vogelstein, 1820 von Vogel selbst in Neapel gezeichnet. 1830 besuchte der Künstler sein Vaterland wieder, und s. 1833.

Schweiger, s. Schweyer. Schweich, Carl, s. Schweich.

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