Schweigge, Georg

Schweigge, Georg, Bildhauer und Erzgießer, geb. zu Nürnberg 1613, wurde von seinem Vater Emanuel, und von Ch. Ritter unter- richtet, die er beide an Kunst übertraf. Er war schön gesetzet, wie aus einem Stammbuchblatte erhellt, welches Georg Schweig- ger einem Freunde fertigte. Es stellt eine Allegorie auf die Bild- hauererei vor, und darunter schrieb der Künstler : „Dieses mache ich Jorg Schweigger, Bildhauergesell in Nürnberg zum frevel- ischen Angedenken; geschehen den 12. Sept. 1653." Von dieser Zeit an war Schweigger bei vielen grösseren Arbeiten thätig, und führte auch viele kleinere Bildwerke aus, in Figuren , Brustbildern, Basreliefs, Medaillons etc. bestehend, sowohl in Erz , als in Marmor und Holz . Diese kleineren Sculpturen sind jetzt überall hin zerstreut,

theilweise in Cabineten aufbewahrt. In der k. Kunstkammer zu Berlin sind drei Portraitmedaillons, hohl in Bronze gegossen, sehr sauber ciselirt und vergoldet. Zwei derselben stellen nach Dürer'schen Kupferstichen Pirckheimer und Melanchthon, das dritte den Theophrastus Paracelsus dar. Auf dem Holzdeckel, der die rohe Rückseite des Pirckheimer'schen Medaillons einschliesst, steht die alte eingeprägte Inschrift: „Georg Schweigger, Bildhauer von Nürn- berg." Diese Arbeiten zeichnen sich nach Kugler (Besch. d. K. 8. 233) durch grosse Feinheit der Ausführung und durch die allgemeine Tüchtigkeit der Anlage aus, ohne gerade eine höhere künstlerische Bedeutung zu haben. In der Ambraser Sammlung ist ein Basrelief , welches die Predigt des Johannes vorstellt, und mit G. S. bezeichnet ist. Diese Buchstaben gehören wahrschein- lich unserm Künstler an. Ein ähnliches Monogramm trägt auch die Büste einer Frau im Besitze des Baron von Kirschbaum zu München. Dlabacz erwähnt in seinem Künstler-Lexicon für Böhmen das Brustbild des K. Ferdinand III., von Schweigger in Erz gefertigt. Es galt als eines der ähnlichsten Bildnisse des Monarchen. Von Schweigger ist auch das schöne Schnitzwerk an der Kanzel der St. Sebalduskirche zu Nürnberg, welches er 1657 ausführte. Von 1660 an fertigte er in einem Zeitraum von acht Jahren mit Ritter und Wolf Herold grosse Figuren in Erz, welche 170 Zentner wiegen. Sie stellen den Neptun mit Seepferden in weiblicher Umgebung dar, und waren bestimmt, einen grossen Springbrunnen zu zieren. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts verkaufte sie der wohlhabende Rath von Nürnberg an den Kaiser von Russland um 60,000 Gulden. J. A. Delsenbach hat diesen berühmten Brunnen gestochen. Schweigger starb 1690 zu Nürn- berg, wie Doppelmayer angibt.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ