Schütz, wurde 1751 zu Frankfurt a. M. geboren, und in der ka- tholischen Schule daselbst in den Elementargegenständen unter- richtet, aber in einer Weise, die aus dem, was Meusel (Misc. XIV. 80. ff.) von seiner Bildungsgeschichte erzählt, auf den schlech- testen Zustand jener Anstalt schliessen lässt. Um die Wissenschaft kümmerte sich Schütz überhaupt wenig; er gestand selbst ein, dass er nicht einmal die Anfangsgrunde der Rechenkunst begriffen, und nie ein ganzes Buch gelesen habe. Dagegen entwickelte er schon frühe eine ausserordentliche Fertigkeit im Zeichnen, und hatte die Gabe, mit geringen Skizzen die ausgedehntesten Prospekte aus dem Gedächtnis zu zeichnen, wobei man freilich eingestehen musste, dass mancher interessante Zug der Natur verloren ging, indem er denselben entweder von vorn herein ganz übersah, oder nachher sich darauf nicht mehr besann. Schütz war Manierist und konnte nie zu einem Detailstudium der Natur gebracht werden, da ihm von jeher aller Zwang unerträglich war. Anfangs zeichnete er viele Rhein- und Maingegenden, die ihm aber zuletzt keine Abwech- selung mehr boten, und desto erwünschter war ihm daher die Bekanntschaft mit Herrn G. Burgkard, einem kunstliebenden Schweizer, der für ihn in Basel auf das väterlichste sorgte. Von 1777 an datiren sich also die Schweizerprospekte, deren Schütz eine rosse Anzahl lieferte. Allein er konnte sich von den Fesseln der Manier nie ganz frei machen, da sein unstäter Geist ihm auch jetzt nicht gestattete, genaue Naturstudien zu machen. Seine Bäume sind selten naturgetreu; am besten die Eichen und Tannen. Dagegen fasste er mit Leichtigkeit selbst die vorübergehendsten Phänomene der Natur auf, und das Wasser stellte er mit Meisterschaft dar. Eben so schön sind auch seine Schweizerhäuser, um deren Details er sich aber nicht viel bekümmerte. Auch bei der Darstellung der Felsen liess er seiner Einbildungskraft den Zügel. Diese Massen, so wie die Vorgründe, sind oft sehr pastos gemäalt, wie einige Jaubten, selbst zum Nachtheil der Harmonie des Ganzen. In der letzteren Zeit legte er seine wilde Manier immer mehr ab, und in den Werken aus dieser Periode herrscht mehr Ruhe und Harmo- nie. Einen besondern Ruf erwarb sich Schütz als Zeichner, und man behauptete geradezu, er habe die Kreide wie den Pinsel zu führen gewusst, und seine Zeichnungen seyen Gemälde geworden. In der letzteren Zeit führte er auch mehrere Werke in Aquarell und in Gouache aus, und erwarb sich damit unbedingten Beifall. Seine ausgeführten Arbeiten sind indessen nicht sehr zahlreich, obgleich man von der Leichtigkeit und dem instinktiven Kunst- triebe dieses Mannes es erwarten sollte. Seine Liebe zur Musik, (er war Virtuose auf der Violine), die langen Mahlzeiten, die gerechten Trinkgelage, und die auf seine Aufregung erfolgte Er- mattung, hinderten ihn häufig an der Arbeit, und so hätte er bei
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