Schütz oder Schytz, Carl

Schütz oder Schytz, Carl, Zeichner, Kupferstecher und Archi- tekt, geb. zu Wien 1746, besuchte die Akademie der genannten Stadt, und wurde zuletzt eines der vorzüglichsten Mitglieder der- selben. Er übte sich anfangs im Figurenzeichnen, und stach zu diesem Zwecke auch Schaumünzen und Antiken in Kupfer. Hie- rauf machte er glückliche Versuche in der historischen Composition und in der Landschaft . Es finden sich Zeichnungen von ihm, die theils mit der Feder oder mit dem Stift, theils in Tusch be- handelt sind. Er hat deren auch gestochen. Dann verlegte er sich mit Vorliebe auf die Architektur und Perspektive , und bewies durch zahlreiche Pläne und architektonische Ansichten seinen Be- ruf zu dieser Kunst. Wir haben von ihm eine Folge von An- sichten von Wien und der Umgebung in Aderli'scher Manier ge- stochen und mit Staffage versehen. An dieser Sammlung hat auch J. Ziegler und Jantscha Theil. Dann hat Schütz noch mehrere andere Blätter theils radirt, theils gestochen und in Punktirmanier behandelt. Es sind diess historische Darstellungen, Allegorien , Festlichkeiten , Blätter für Almanache in Chodowiecky's Manier, Ansichten von Ruinen und Schlössern, theatralische Prospekte mit den Scenen, Costüme u. s. w. Man erkennt in diesen Blättern überall den Mann von Talent, der jedoch dem Geschmacke seiner Zeit huldigte. Einige seiner Blätter geben aber interessante An- sichten von Bauwerken u. s. w., so dass sie für den Freund der

  1. Eine allegorische Darstellung mit den Medaillons der Kai- serin Maria Theresia und ihres Sohnes Joseph von der Providenz und der Charitas unterstützt. Unten empfängt die kaiserliche Munificenz kleine bittende Kinder. Mit lateinischer Inschrift. C. Schütz inv. et sc. 1780. 4.

  2. Allegorie auf den Tod der Kaiserin Maria Theresia, eben- falls nach eigener Zeichnung. 4.

  3. Die feierliche Begehung des Osterfestes durch Pabst Pius VI. in Wien, C. Schütz fec. 1782, gr. Fol.

  4. Pius II. ertheilt daselbst den Segen, eben so bezeichnet, gr. Fol.

Diese beiden reichen Blätter kommen colorirt vor.

  1. Ehrentempel und Ehrenpforte des hl. Joseph von Calessanz und der hl. Johanna Francisca von Chantal, bei der Heilig- prechung des H. von Hochberg in Wien. Carl Schütz sc. gr. Fol.

  2. Der Obelisk, welcher von den Studierenden der k. k. Uni- versität in Wien 1780 nach der Einnahme von Belgrad in die kaiserliche Burg getragen wurde, C. Schütz sc. gr. qu. Fol.

  3. Das Innere eines Gefängnisses mit der alttestamentlichen Scene von Joseph, dem Bäcker und dem Mundschenk. Carl Schytz del. et sc. qu. Fol.

  4. Ein ähnliches unterirdisches Gemach mit Daniel in der Lö- wengrube, eben so bezeichnet, qu. Fol.

Diese beiden Decorations-Blätter sind im ersten Drucke ohne Schrift, nur mit dem Namen des Stechers bezeichnet. Später haben sie die Dedication an den Fürsten Esterhazy und an den Fürsten Lichtenstein.

  1. Theatralischer Prospect mit der Findung Mosis, C. Schütz inv. et fec., qu. Fol.

  2. Eine ähnliche Darstellung mit dem Kindermord, ebenso be- zeichnet, qu. Fol.

  3. Eine solche mit dem Propheten Habakuk, welchen der En- gel die Tafeln trägt, mit dem Namen des Stechers, qu. Fol.

Im ersten Drucke sind diese Blätter ohne Schrift. Die späteren sind retouchirt.

  1. Mehrere andere Blätter mit theatralischen Prospekten, einige mit biblischen Scenen versehen, letztere in qu. Fol., an- dere in gr. Fol.

  2. Die Geschichte des Herrn von Trenk, eines Banduren Oberst, für einen Almanach radirt.

  3. Vier Blätter mit verschiedenen Medaillons, verstümmelten Statuen und geschnittenen Steinen, Fol.

  4. Die Ruine eines Schlosses auf dem Lande, Fol.

  5. Die Ruine eines Theils einer Vestung, Fol.

  6. Eine Freitreppe mit Porticus, erstere mit antiken Vasen ge- ziert, Fol.

Diese drei Blätter sind bezeichnet: Erfunden und gravirt von Karl Schütz 1788, und dem Architekten F. v. Hohen- berg dedicirt.

  1. Zwei Blätter mit Architektur und ihren Maassverhältnissen.

  2. Eine grosse Vase auf einer Basis dargestellt. C. Schütz f. Fol.

  3. Vier numerirte Blätter mit Architektur, bezeichnet: C.S. inv. et incise in V., gr. 8. ;

  4. Die Metropolitankirche zum hl. Stephan in Wien, mit den kleinen Gebäuden, welche sie umgaben, die aber niederge-

rissen wurden, gr. Fol.

Es gibt schwarze und farbige Abdrücke. Dieses Blatt scheint nicht zur Sammlung der Wiener Prospekte zu ge- hören. Es erschien bei T. Mollo.

  1. Die Ansicht von Belgrad, Schloss und Stadt, von den Ruinen des Schlosses Semlin aus aufgenommen, vom Ingenieur- Hauptmann Mancini 1780, und von Schütz in Farben be- handelt, gr. qu. Fol.
  2. Die Schlacht von Martinestied den 22. Sept. 1780, dem Prinzen Friedrich von Sachsen-Coburg dedicirt. Der In- genieur J. Petrich hat diese Schlacht gezeichnet, und C. Schütz hat das Blatt in Farben ausgeführt, gr. qu. Fol.
  3. Ansicht von Wien und eines grossen Theils der Vorstädte, vom Belvedere aus aufgenommen. Nach der Natur ge- zeichnet und gestochen von Carl Schütz in Wien 1784. Sehr genau in Farben ausgeführt, gr. Fol. Dies ist eines der Blätter der Prospekte der Stadt Wien und ihrer Vorstädte, welche Schütz mit Ziegler herausge- geben hat. Dieses Werk enthält 50 Blätter in Aberli'scher Manier, unter dem Titel: Collection de cinquante vues de

la ville de Vienne de ses Environs. Dessinées et gravées en couleurs par Jean Ziegler et Charles Schütz. Se trouve a Vienne. chez Hartlaub et comp. Jedes dieser Blätter, wovon Ziegler den grössten Theil gestochen hat, ist 12 Z. hoch, und 16 Z. breit.

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