Schütz, Christian Georg, der jüngere dieses Namens, auch Schütz der Vetter oder der Neffe genannt, zum Unterschiede von seinem berühmten Onkel, dem obigen Künstler , wurde 1758 zu Fulda geboren. Er war der Sohn ehrlicher Landleute, kam aber früh in das Haus seines Onheims nach Frankfurt, und entwi- ckelte da in kurzer Zeit ein glückliches Talent. Anfangs copirte er einige Viehstücke nach holländischen Meistern, allein er ward bald der Nachahmung müde, als er in Begleitung seines Onheims die malerischen Gegenden am Rhein- und Mainstrome gesehen hatte. Von dieser Zeit an öffnete der Jüngling Auge und Herz der ewigen Schoenheit der Natur, und namentlich war es der Rhein, dessen malerische Ufer ihm reichen Stoff zu Bildern boten. Doch malte er auch viele Maingegenden und solche der grossartigen
Natur der Schweiz , und durch diese mannigfaltigen Gemälde feierte der Künstler die schönsten Triumphe. Ueberhaupt standen damals die Schütz in der Reihe der deutschen Landschafter oben an, und namentlich unsern Künstler nannte man den treuen, geist- und herzvollen Maler der Natur. Doch auch als Zeichner war Schütz der Vetter berühmt, namentlich durch die Blätter, welche er in Gouache und in Sepia ausgearbeitet hatte. Göthe (Kunst und Alter- thum I. 75) sagt von den letzteren, sie seyen von bewunderungswür- diger Reinheit, die Klarheit des Wassers so wie des Himmels habe der Meister unübertrefflich dargestellt, die Darstellung der Rhein- ufer, der Auen und Felsen und des Stromes selbst sei so treu als anmuthig, und das Gefühl, welches den Rheinfahrenden ergreift, werde bei Betrachtung dieser Bilder mitgetheilt oder wieder erweckt. Und dann bemerkt Göthe auch noch, dass Schützen die Oel- gemälde Gelegenheit gegeben haben, die Veränderungen der Far- ben, wie sie die Tags- und Jahreszeiten, nicht weniger die atmosphärischen Wirkungen hervorbringen, auf eine glückliche Weise nachzubilden.
Schütz muss ferner auch als Mitstifter des Museums in Frank- furt genannt werden. Durch sein Bestreben wurden alle in den aufgehobenen Kirchen und Klöstern der Stadt vorgefundenen Bil- der gereinigt, geordnet und dem Museum geschenkt. Auch ein Theil seiner Werke wurde hier aufgestellt. Im Jahre 1823 starb der Künstler.
Mehrere seiner Gemälde und Zeichnungen wurden gestochen, einige unter dem Namen Georg Schütz, wobei man ihn nicht mit einem gleichnamigen Künstler verwechseln darf. Dieser ist unter dem Namen des Römers bekannt. Prestel stach auf drei Blättern die Ruinen des Schlosses Münzberg in der Wetterau; R. C. Carry die Ansicht des Klosters Tiefenthal und eine Landschaft mit einer Brücke; Reinheimer die Ansichten von Caub, Walmich am Rhein, von der Festung Pralz, vom Schloss Gutenfels und zwei Rheinge- genden, diese schwarz und in Farben ausgeführt. Anderes stach der unten genannte J. H. Schütz nach ihm. Günther stach nach seinen Zeichnungen 38 malerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf, welche 1804 in Frankfurt mit Text von N. Vogt erschienen, gr. 8. Diese Folge ist in mehreren Ausgaben vorhan- den, und auch ohne Text zu finden. Dann stach Radl von 1809 an nach ihm eine Folge von 12 grossen Rheinansichten in Aqua- tinta, die colorirt 162 Thaler kosteten. Auch verdanken wir ihm noch eine andere Folge von Rheinansichten in Aquatinta, die von 1810 an bei Ackermann in London erschienen, mit Text von dem bekannten Sänger und Beschreiber des Taunus, des geheimen Raths von Gerning: An historical and characteristic tour of the Rhine from Mayence to Cologne, 6 Lieferungen zu 4 Blättern, roy. 4.
Schütz der Vetter hat auch in Kupfer radirt, und zwar fol- gende Blätter:
- Die Ruine des Schlosses Ehrenfels am Rhein, H. 9 Z., Br.
- Die Ruinen des Schlosses Münzberg am Rhein, H. 9 Z., Br. 12 Z. 9 L.
Von diesen beiden Blättern muss es Abdrücke mit verschiede- nen Unterschriften geben. Im Aretin'schen Cataloge heisst es, die Blätter haben die Schrift: »Gezeichnet und geätzt von Schütz dem Vetter.« In R. Weigel's Kunstkatalog steht: »Schütz le neveu.«
3 — 4) Zwei Landschaften mit Figuren nach den Bildern des Huys- man van Mecheln in der Sammlung Hagedorn's, kl. qu. 4.
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