Schulz (Schultz), Johann Carl

Schulz (Schultz), Johann Carl, Architekturmaler, geb. zu Dan- zig 1801, erhielt den ersten Unterricht in der Kunstschule der ge- nannten Stadt, und begab sich dann zur weiteren Ausbildung nach Berlin , wo er in kurzer Zeit durch seine landschaftlichen Dar- stellungen Aufsehen erregte. Doch enthalten schon seine früheren Gemälde interessante Gebäude, und in der Folge war es nament- lich die Architektur, welche seinen Bildern entschiedenen Werth verlieh. Im Jahre 1824 begab sich der Künstler auf Reisen, um Stoff zu neuen Malereien zu sammeln. Bei dieser Gelegenheit ver- weilte er einige Zeit in München , bis er nach Italien sich begab, wo Schultz im Verlaufe einiger Jahre einen grossen Schatz von Zeichnungen anhäufte, und auch mehrere Architekturbilder malte. Aus dieser Zeit stammt die Ansicht des Domes in Mailand in der Sammlung des Consuls Wagener zu Berlin, und ein zweites Bild dieser Gallerie, welches das Innere des Chores jenes Domes vor- führt. Dann malte Schultz auch eine Ansicht des Campo vaccino, des Domes in Florenz , der Piazza del Granduca daselbst, der hinteren Facade des Domes in Siena und eines Theils der Stadt, und mehrere andere interessante Baudenkmäler Italiens. Er war zu wiederholten Malen in diesem Lande, indem er 1830 wieder Italien und Rom begrüsste. Aus dieser letzteren Zeit stammt neben anderen eines der Hauptbilder des Meisters, die innere Ansicht des Domes in Orvieto , und jene von S. Giovanni in Laterano mit einem päbstlichen Aufzuge im Innern der Kirche.

Im Jahre 1830 beschloss Schultz seinen ersten italienischen Aufenthalt, und nun trat er die Reise in die Heimarh an, zunächst nach Berlin, wo ihm jetzt der König die Professur der Malerei an der Kunstschule in Danzig übertrug. Er wurde auch Mitglied der Akademie in Berlin, und seit einigen Jahren bekleidet er auch die Stelle eines Direktors der Kunstschule in Danzig. Schultz zeichnete hier alle historisch merkwürdigen Gebäude der alten und neueren Zeit, und stellte auch einige derselben in Gemälden auf. Dahin gehört neben anderen die innere Ansicht des Stockthurmes und der Kunstschule, eine Ansicht der Stadt mit dem Frauenthore, eine solche des Arthurhofes, der jetzigen Börse. Mehrere Zeich- nungen nach architektonischen Denkmälern Danzig's hat der Künst- ler in der neuesten Zeit radirt. Dann haben wir von Schultz auch mehrere meisterhafte Ansichten von altdeutschen Domen und Schlös- sern, wie des Domes in Frauenburg mit der Curie und der Was- serleitung des Copernicus, des Domes in Königsberg, des Mün- sters in Strassburg, des Domes zu Freiburg in Breisgau, der Wer- der'schen Kirche in Berlin u. s. w. Seine Gemälde geben gewöhn-

Dann gab Schults 1841 eine Schrift über alterthümliche Ge- genstände der bildenden Kunst in Danzig heraus, und von 1845 an erschienen in 4 Heften malerische Originalradirungen, unter dem Titel: Danzig und seine Bauwerke, mit geometrischen De- tails und mit Text. Es sind diess treffliche Blätter mit bedeutsa- men Gegenständen in künstlerisch freier Behandlung. Im Kunst- blatt 1846, Nr. 104, sind sie von Prof. Kugler besonders gerühmt.

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