Schulz (Schultz), Altmeid, Maler von Danzig, arbeitete einige Zeit in Paris und zu Breslau , und ist zunächst durch Bildnisse bekannt. Auf dem Rathhause zu Danzig sah man (oder sieht man?) drei lebensgrosse Bildnisse Polnischer Könige, welche dieser Künst- ler gemalt hat. W. Hondius hat nach ihm Portraits polnischer Fürsten gestochen, wir finden aber den Maler gewöhnlich D. Schulze
genannt. Hondius stach das Bildniss des Königs Ladislaus IV., dann jenes des Königs Johann Casimir von Polen, und ein drittes Bildniss desselben stellt den Prinzen Carl von Polen, auch von Breslau vor. J. Falck, P. Kilian und P. Lombard stachen eben- falls Bildnisse nach ihm, angeblich solche von Breslauer Raths- herren. Ersterer stach das Portrait des Achatius Prozyleck.
Diese Blätter erweisen den D. Schulz oder Schulze, der auch den Taufnamen Georg geführt hat, als Portraitmaler, wir finden aber auch angezeigt, dass er historische Darstellungen und Thiere
gemalt habe, alles mit lobenswerther Beobachtung der Natur, mit Leichtfertigkeit und in einer pastosen Manier. Wenn dies in Wahrheit sich so verhält, so muss auch jener Meister D. Schulz oder Schulz, von welchem wir drei seltene Radirungen haben, mit dem Portrait- maler D. Schultz oder Schulze eine Person seyn, was wir indessen nicht auszusprechen wagen. Füssly lässt ihn 1686 sterben, nach Frenzel (Catalog der Sammlung des Gräfen Sternberg - Man- derscheid) blühte der berühmte Federviehmaler D. Schultz von Danzig gegen . Wenn dies richtig ist, so ist der Portrait-, maler Georg Daniel Schulz (Schultz, Schulze) von diesem Ver- schieden, da jener schon vor 1637 Bildnisse von Königen malt. Die genannten Blätter sind folgenden Inhalts. Sie wurden erst in neuerer Zeit bekannt, vornehmlich durch Direktor Frenzel in Dres- den, wo das k. Kupferstich-Cabinett treffliche Abdrücke bewahrt.
- Die Fabel vom entfiederten Pfau. Fast in der Mitte des überhöhten Blattes sitzt auf dem Baumstamm eine Eule mit ausgespreitztem Schnabel und mit weit ausgebreiteten Flüg- eln. Im Vorgrunde sieht man mehreres Federvieh, und der Fau liegt auf dem Rücken, welchem so eben der Truthahn Federn ausrupft. Gegenüber ist das Pfauenweibchen ängst- lich der Scene zugekehrt. Auf dem gegen den Plattenrand
R. Weigel werthet dieses sehr seltene Blatt auf 10 Thl.
„ Wir haben davon auch eine anonyme Copie von der Originalseite. In der Luft sind horizontale Linien, die im Original fehlen.
- Eine Gruppe dreier Hühner an einer nur bis an das Dach sichtbaren Hütte im Mittelgrunde des Blattes. Links sind zwei Enten im Wasser, rechts vorn ist eine Truthenne und in einiger Entfernung steht auf dem Hügel der Hahn vor den Hühnern. Auf dem Balken eines Hüttchens bemerkt man das Monogramm D S F. H. 42 Z. 5 L., Br. 8 Z. 11 L.
Dieses seltene Blättchen kannte schon Heinecke, er legte es aber dem Castiglione bei. Man findet es daher in seinem Dictionnaire des artistes unter letzterem Namen angegeben: Menagerie de poules de coqs d'Inde et de canards.
- Eine grosse Composition von geflügelten Thieren. Auf dem bei einem umzäunten Stallgebäude gelegenen Hügel sind mehrere Truthühner um einen mit Wasser gefüllten Napf versammelt, welche aber durch den mit giftigem Blick von dem rechts befindlichen Hühnerkorb herab auf die Küchlein lauernden Kater in Furcht gesetzt werden. Die Henne geht mit ausgebreiteten schlagenden Flügeln bei einem mit Di- steln umgebenen Baumstamm muthvoll der Katze entgegen, und auch der Hahn erhebt sich mit langem Hals und gros- sem Ernst. H. 7 Z. 5 L., Br. 12 Z. 4 L.
Dieses merkwürdige radirte Capitalblatt beschreibt Frenzel im Kunstblatt 1853 Nr. 50 als drittes.
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