Schulz, Leopold, Historienmaler , geb. zu Wien , besuchte die Akademie der genannten Stadt, bis er nach St. Florian sich begab, wo er im Auftrage des Bischofs Ziegler und des Prob- stes dieses Stiftes verschiedene Kirchenbilder und Porträts malte. Nach Verlauf von drei Jahren verliess Schulz St. Florian, um in München sein weiteres Glück zu versuchen, und er erfreute sich auch sogleich der freundlichen Aufnahme des Directors v. Corne- lius und des Professors J. Schnorr von Carolsfeld. In München widmete er anfangs besonders den Werken des Cornelius grosse Aufmerksamkeit, so wie den Kunstschätzen der an Meisterwerken reichen Pinakothek. Die daselbst gefertigte Copie einer Madonna von Francesco Francia sieht man jetzt im Stifte St. Florian, dessen Probst als einer der vorzüglichsten Gönner unseres Künstlers zu betrachten ist. Durch die Verwendung dieses würdigen Priesters und durch Empfehlung des Directors Cornelius wurde es ihm 1830 auch möglich, Italien besuchen zu können. Er hielt sich eine Zeit in Rom und zu Neapel auf. In ersterer Stadt wurde ihm 1853 sogar die seltene Ehre zu Theil, Se. Heiligkeit Gregor XVI. nach dem Leben zu malen, und auch dieses höchst ähnliche Portrait ist in St. Florian. Nach München zurückgekehrt erhielt
er von Prof. Schnorr den Auftrag, die Cartons zu den Malereien im Service-Saale des Königsbau zu zeichnen, und auf Verwendung des Herrn von Klenze und des Prof. Hess wurde ihm die Aus- schmückung der einen Hälfte des Schlafzimmers des Königs über- tragen, wozu der Stoff aus den Dichtungen des Theocrit entnom- men wurde und wobei Erfindung und Ausführung unserm Künstler überlassen wurde. Unter den Oelgemälden, die Schulz um jener Zeit ausführte, erwähnen wir vornehmlich jenes der christlichen Helden des ersten Kreuzzuges am Abende nach der Eroberung von Jerusalem, ein mit Wärme erfasstes und schön durchgeführ- tes Bild von 1835. Dann malte er ein colossales Altarbild, die Mar- ter St. Florian's, der in Gegenwart des römischen Statthalters mit dem Mühlsteine am Halse über die Brücke gestürzt wird. Dieses Gemälde, jetzt in der Kirche zu St. Florian, wird im Kunst- blatte 1837 S. 38 ausführlich beschrieben, und eben so sehr wegen der lebendigen Auffassung als wegen der grossen technischen Voll- endung gerühmt. Ein späteres Altarbild stellt St. Augustin als Sieger über die Häretiker dar, ein meisterhaftes Bild, welches durch die Lithographie von E. F. Leybold bekannt ist. Der Kirchen- vater widerlegt in einer Versammlung den Manichäer Fortunatus und spricht das Anathem über ihn aus. Dann sind auch im Saale des Schlosses des Dr. Crusius auf Rödigsdorf bei Altenburg Haupt- werke von Schulz und Schwind. Schulz malte die Psyche, wie sie den schlafenden Amor beleuchtet, und Psyche in den Nachen des Charon steigend, zwei der Hauptbilder mit mehr als lebens- grossen Figuren. Ein anderes Bild, wie gewöhnlich im Geiste der religiösen Schule Deutschlands, stellt Christus vor, wie er von seinen Jüngern in Emaus erkannt wird. Dieses schöne Bild ist von R. Theer lithographirt, für eine Sammlung von Lith. Blättern, unter dem Titel: Christliches Kunststreben in der österreichischen Monarchie, 11te Lieferung, gr. fol. Zu den neuesten Werken des Meisters gehören zwei grosse Altarbilder, die im Laufe des Jahres 1845 ihre Vollendung erreichten. Dann fertigte Schulz auch viele Zeichnungen, gewöhnlich religiösen Inhalts, wie für die Legende der Heiligen auf alle Sonn- und Festtage des Jahres. In met- sischer Form von J. L. Pyrker, Wien 1842. Ferner erwähnt R. Wei- gel in seinem Kunstkatalog auch ein grosses Tableau mit 27 Por- traits der k. preussischen Familie, welche dem Könige Friedrich Wilhelm II ihre Glückswünsche zum Geburtstage darbietet. Lecke hat dieses Tableau lithographirt, unter dem Titel: der dritte August.
Leopold Schulz war früher zweiter Custos an der Gallerie des Grafen von Lamberg in Wien, und 1814 wurde er Correktor bei der Schule für Historienmalerei an der k. k. Akademie daselbst.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ