Schubert, Franz

Schubert, Franz, Historienmaler , wurde 1807 zu Dessau geboren, und daselbst in den Anfangsgründen der Zeichenkunst unterrichtet,

Ruf gründete. Er machte da bedeutende Fortschritte, besonders

gewannen seine Gestalten an Form und Bewegung, und die Zu- sammenstellung an Freiheit. Im Jahre 1853 malte er Jakob und Rahel am Brunnen in einer schönen Landschaft, eine liebliche Composition. Eben so schön ist auch das Bild der drei theolo- gischen Tausenden, durch eben so viele allegorische Figuren dar- gestellt, und 1837 in Öl gemalt. In Rom malte er auch die Pa- rabel vom reichen Manne, der die Armen und Krüppel zur Mahl- zeit ladet, nachdem sich seine Nachbarn aus nichtigen Gründen hatten entschuldigen lassen. Diese Composition, deren Mittelpunkt der freundliche Gastgeber bildet, ist von grüßer Schönheit und von glücklicher Vertheilung der trefflich gemalten und grüssten- theils plastisch gerundeten Figuren. Desswegen wurde dieses Ge- mälde auch in der Allgem. Zeitung 1830 Nro. 120 besonders ge- rühmt, als ein würdig heiteres Bild, welches aus der Seele des Meisters mit warmem Gefühle hervorgegangen ist. Später wurde es vom Kunstvereine in München angekauft, und 1843 fiel es bei der Verloosung dem Maler J. B. Kreitmaier zu. Ein anderes schönes Bild, welches Schubert 1838 in Rom malte, stellt Christus vor, wie er die Blinden heilt. Mittlerweile machte der Künstler auch ernste Studien nach den in Rom vorhandenen Meisterwerken früherer Zeit. Namentlich war es Rafael, der ihn begeisterte. Er zeichnete alle Darstellungen aus der Fabel der Psyche in der Far- nesina, und gab diese Bilder mit bewunderungswürdiger Treue der Zeichnung, in aller Schönheit der Composition des grossen Urbina- ten. Schubert hat diese Zeichnungen selbst in Kupfer radirt, und dadurch den Kunstfreunden die willkommenste Gabe bereitet. In der letzteren Zeit seines Aufenthaltes in Rom beschäftigte ihn ein grossartiger Auftrag des Herzogs von Anhalt. Dessau, der ein Gemälde bestellte, wozu Schubert in Rom den Carton zeichnete, welcher durch ein eigenhändig radirtes Blatt bekannt ist. Der Künstler wählte die Speisung der Israeliten durch Manna und Wachteln. Ein zweiter Carton stellt Gott Vater dar, wie er nach dem Sündenfall das erste Menschenpaar straft. Diese beiden Com- positionen führt gegenwärtig der Künstler in Öl aus, es werden aber bis zur Vollendung derselben noch etliche Jahre verfliessen.

Folgende Blätter hat der Künstler selbst radirt:

  1. Die Speisung der Israeliten in der Wüste durch Manna und Wachteln, nach dem grossen Carton zum Gemälde, mit Dedication an den Herzog Leopold Friedrich von Anhalt- Dessau. In starken Umrissen radirt, gr. roy. Fol.

  2. Rafael's Darstellungen aus der Fabel von Amor und Psyche, in der Farnesina zu Rom. An Ort und Stelle gezeichnet und radirt und herausgegeben von F. Schubert. 5 Hefte zu 6 Blättern, München und Leipzig 1842, ff. Fol.

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