Schroeder, Johann Heinrich, Bildnismaler , geb. zu Meiningen 1756, fand in der Jugend bei beschränkten Verhältnissen seiner Familie nur dürftigen Unterricht im Hause eines Anstreichers, sein Talent war aber so überwiegend, dass er in kurzer Zeit ein ziem- lich leidliches Portrait malen konnte. Mit einer Ersparnis von 150 Thalern begab er sich dann nach Cassel, um unter Tischbein seine weiteren Studien zu machen, allein er fand sich da nicht ganz befriedigt, da man sich mit dem Unterricht in der Bild- nismalerei wenig befasste. Schroeder verliess daher nach Verlauf eines Jahres Cassel , und begab sich mit Empfehlung nach Hanno- ver, wo ihm das von ihm ausgestellte Bildniss eines dort wohlbe- kannten Mannes zahlreiche ähnliche Aufträge verschaffte. Schroe- der erwarb sich in dieser Stadt im Verlaufe dreier Jahre den Ruf eines vorzüglichen Bildnismalers, welchen er dann im Dienste des Herzogs von Braunschweig noch steigerte. Er war da drei Jahre besoldeter Hofmaler , hatte aber immer noch Zeit für ander- weitige Aufträge, bis ihm endlich die lang erwünschte Gelegen- heit wurde, Holland und England zu bereisen. Er studierte bei dieser Gelegenheit die Hauptwerke der Portraitkunst, und malte auch mehrere Bildnisse nach dem Leben. In England malte er sogar mehrere Mitglieder der k. Familie. Nach seiner Rückkehr aus England malte er an deutschen Höfen mehrere Portraits. In Berlin wurde er vor allen gepriesen, namentlich des Bildnisses des Königs Wilhelm II. wegen, wovon nach dem Willen des Fürsten der Künstler nur eine einzige Copie nehmen durfte. Allein meh- rere Grosse des Reiches geizten nach diesem Bildnisse, und als man endlich unter irgend einem Vorwande der Wiederholung Schroeders habhaft geworden war, so gab es bald mehrere Copien des königlichen Bildes. Dieses zog dem Meister von Seite des Hofes Verdrüsslichkeiten zu, und er verliess daher Berlin. Von dieser Zeit an lebte er abwechselnd in Meiningen und in Braun- schweig, und malte zahlreiche Portraits, die unter den Arbeiten seiner Zeitgenossen mit Auszeichnung genannt werden müssen, so- wohl in Hinsicht auf Ähnlichkeit und charakteristische Darstellung, als auf Meisterschaft der Behandlung des Ganzen. Nur sind sie in Pastel gemalt, und insofern dem grösseren Verderben ausge- setzt. Es sind unter den von Schroeder gemalten Bildnissen Lai- tabilitäten aller Art und zahlreiche Fürstenpersonen. In der letzteren Zeit war er grossherzoglich Badischer Hofmaler, starb aber 1812 zu Meiningen;
Kessler stach nach ihm das Bildniss der Grossherzogin Stepha- nie von Baden, Lips jenes des Herzogs Georg von Sachsen-Coburg, Sinzenich ein solches der Prinzessin Fried. Louise Wilhelmine von Preussen und Colibert das Bildniss der Herzogin Charlotte Dorothea von Curland. Vinckels stach für C. v. der Aa's Geschichte des letzten Statthalters von Holland, Wilhelms V., das Portrait dieses Fürsten nach Schroeders Zeichnung. J. S. Klauber stach für Frauenholz's Sammlung von Bildnissen von Gelehrten jenes des Grafen von Herzberg. Auch in kleinem Formate wurden einige seiner Bildnisse gestochen.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_LMQ-AAAAcAAJ