Schraudolph, Claudius, Maler, geb. zu Obersdorf 1813, der Bru- der des obigen Künstlers, erlernte ebenfalls das Schreinerhandwerk , empfand aber immer mehr Vorliebe zum Zeichnen und begab sich desswegen noch vor Ablauf der Lehrjahre nach München , wo ihm jetzt Johann Schraudolph regelmässigen Unterricht ertheilte. Er besuchte auch die Akademie, um nach der Antike zu zeichnen, und im Praktischen der Malerei verdankte er dem Prof. Hess und sei- nem Bruder das Meiste. C. Schraudolph vollendete nach Höcher's Tod die Copie des Todtentanzes von Holbein, welchen Prof. Schlo- thauer herausgab, ein Werk, welches die Originalholzschnitte auf das Genauete im Steindrucke nachahmt. Auch J. Fischer hat an dieser Arbeit Theil.
Dann reiste Schraudolph mit Dr. R. Förster im Auftrage des Kronprinzen Maximilian nach Italien , um daselbst alte Fresco- malereien und andere historisch merkwürdige Gemälde des Mit- telalters zu zeichnen; und sie so von dem gänzlichen Untergange zu reiten. Er zeichnete Bilder von Nicola Petri im Refectorium von S. Francesco zu Pisa , die Kanzel des Nicola Pisano daselbst, das Gemälde mit St. Thomas von Aquin in allegorischer Umge- bung und St. Catharina zu Pisa, die Kreuzigung des Fra Ange- lico in Florenz etc. Nach seiner Rückkehr arbeitete er in der Allerheiligen-Kirche zu München, wo er unter Leitung des Prof. Hess fast alle kleinen Bilder grau in Grau malte. Hierauf wählte ihn Hess zum Gehülfen bei den umfangreichen Arbeiten in der Basilica des heil. Bonifacius. Schraudolph componirte da unter Leitung des Meisters einige Bilder: Ehrentrudis von Salzburg, St. Wulfgit mit drei anderen Frauen, Willehad unterrichtend die Kinder, Fritigild von Ambrosius unterrichtet, Theodolinde und Autharis und den Tod der hl. Afra. Die drei letzteren Bilder hat Schraudolph auch gemalt.
Nach Vollendung dieser Arbeiten reiste Schraudolph mit dem Direktor v. Gärtner nach Griechenland, um in der Residenz zu Athen einige Gemälde auszuführen, wo Kranzberger und Halbreither be- reits thätig waren. Er malte da im Ankleidezimmer des Königs 21 Gegenstände aus der Mythologie im etruskischen Style: den Argonautenzug, Achilles vor Troja, die Unterwelt, Herakles, The- seus etc. Alle diese Bilder sind von ihm componirt und gemalt. Die Rückkehr aus Griechenland unternahm er durch Italien, wo er fünf Monate verweilte. Nach seiner Ankunft in München half er dem Bruder an den für Russland bestimmten Malereien, und 1844 begleitete er denselben wieder nach Italien, wo Johann Schrau- dolph für seine umfassenden Malereien im Dome zu Speyer Studien machte. An diesen Arbeiten nimmt auch Claudius Schrau- dolph Theil.
Die Wallfahrt nach dem hl. Berg am Feste Mariä Himmel- fahrt, in Bildern, Nebst Chören in Musik gesetzt von L. Ett. 4 Blätter nach C. Eberhard. Gewidmet von den Verein von den drei Schilden in München. 1836. Fol.
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