Stiles, theils in seiner früheren strengeren Ausbildung, in der feierlichen Kirche für das Trauerspiel Axel und Walburg, theils in der späteren Eleganz in den Decorationen für die Jungfrau von Orleans. Eine der trefflichsten Decorationen ist nach Kugler die für den ersten Akt der Braut von Messina entworfen, eine Säulen- halle, in welcher der antike Architekturstyl in demjenigen roman- tischen Sinne aufgenommen ist, der sich in Italien und besonders im Sicilien in der frühesten und in der spätesten Zeit des Mittel- alters häufig findet. Diesen Decorationen dürften noch mehrere andere hinzugefügt werden, wie einige zu Gluck's Iphigenia in Tauris. Alle diese Darstellungen geben uns namentlich Zeugniss von Schinkel's ausgebreiteten Studien im Fache der schönen Bau- kunst.
Einwirkung auf das Handwerk.
Noch ist endlich eine Richtung von Schinkel's künstlerischer Thätigkeit zu besprechen, welche, in unmittelbarster Verbindung mit dem Leben, von dem ausgedehntesten Einflusse auf die Bil- dung des Formensinnes unserer Zeit gewesen ist: nämlich seine Richtung auf das Handwerk. Er hat unter mannigfachen Verhält- nissen Gelegenheit gehabt, den Leistungen des Handwerkes das Gepräge des Adels und der Schönheit zu verleihen, und so das Erzeugniss des materiellen Bedürfnisses zum inhaltreichen Werke der Kunst umzugestalten. Hier tritt wieder das klassische Element seiner künstlerischen Eigenthümlichkeit in seiner schönsten Bedeu- tung hervor, indem es vor Allem jene klaren, gemessenen, in le- bendiger Elasticität bewegten Linien der klassischen Kunst sind, in denen er die Geräthe, deren der heutige Lebensverkehr bedarf,
gebildet, und mit denen er sie geschmückt hat. Die geläuterten Formen, welche den Erzeugnissen der Kunst-Industrie Berlins ge- genwärtig einen so grossen Vorzug verleihen, hat man grossentheils dieser seiner Wirksamkeit zu verdanken. Als die vorzüglichsten Momente dieser seiner Einwirkung sind wohl diejenigen zu be- zeichnen, in denen er die ganze innere Decoration und Ausstat- tung von Prachtgebäuden zu leiten hatte, so dass bei solcher Ge- legemheit eine Menge der trefflichsten Vorbilder in den Besitz des Handwerks übergegangen sind. Namentlich ist in diesem Bezuge
Carl Friedrich, Dr. die innere Ausstattung einiger prinzlichen Paläste anzuführen; für die Arbeiten des Malers und des Stuccateurs, für die Ausführung gewirkter Teppiche, für Mobilien und Geräthschaften der mannig- fachsten Art hat er hier die grösste Anzahl höchst reizvoller Mu- ster, immer neu und immer in jener classischen Reinheit geliefert, so dass die in solcher Weise geschmückten Räume auf das Gefühl des gebildeten Beschauers den wohlthuendsten Eindruck hervor- bringen müssen. Herausgegeben ist von solchen Arbeiten nicht eben eine umfas- sende Anzahl. Manches indess findet man in den auf Kosten des Staates und unter Schinkel's Mitwirkung herausgegebenen pracht- vollen »Vorbildern für Fabrikanten und Handwerker.« Von seiner Zeichnung findet man unter diesen Blättern vorzüglich schöne Gefässe, Schalen, Pokale etc., theils von einfacher Form, theils mit reichen figürlichen Darstellungen geschmückt, — Glasgeräthe, Candelaber, Teppichmuster, reiche Mobilien, Gemälderahmen von verschiedener Form, u. s. w. Eines der geschmackvollsten Werke ist der Entwurf zur Decoration eines springenden Brunnens, der auf dem Hofe des Gewerbeinstitutes zu Berlin ausgeführt ist. — Ein anderes, seit einiger Zeit begonnenes Werk (von dem Archi- tekten Lohde herausgegeben) enthält die Darstellung mannigfacher Mobilien, die von Schinkel für verschiedene fürstliche Paläste ent- worfen wurden. Auch hier sieht man die gediegensten Bilder eines edlen, durchaus geläuterten Styles; Ferner ist zu bemerken, dass der erläuternde Text, welcher die eben genannten Vorbilder etc. begleitet, in seiner Einleitung zwei von Schinkel geschriebene Aufsätze enthält: über die ar- chitektonischen Glieder und über die Säulenordnungen. Zunächst nur dazu bestimmt, die Grundsätze, auf denen ein Theil jenes Prachtwerkes beruht, aus einander zu setzen, dienen diese Abhandlungen zugleich dazu, Schinkel's eigene Grundsätze und die Gesichtspunkte, aus denen er die Architektur auffasst, nä- her kennen zu lernen; Schinkel's architektonische Werke im Buch- handel. Sammlung architektonischer Entwürfe, enthaltend theils Werke, welche ausgeführt sind, theils Gegenstände, deren Ausführung be- absichtigt wurde. Bearbeitet und herausgegeben von C. F. Schin- Werke der höheren Baukunst, Für die Ausführung erfunden und dargestellt von Dr. C. F. Schinkel. 3 Lieferungen, a 12 Bl. in Aquatinta, Kupferstich, buntem und Tondruck, (Der Königspallast auf der Akropolis.) Potsdam, gr. imp. fol. Architektonisches Album. Potsdam 1841. Im 7. Hefte dieses Werkes sind von Schinkel Restaurationen von Tusculum und Lau- rentinum, fol. Grundlagen der praktischen Baukunst. J. Theil. Maurerkunst in 22 Musterblättern, Entwürfe zu Wohngebäuden in 20 Tafeln, mit erklärendem Texte. Auch unter dem Titel: Vorlegeblätter für Zimmerleute in 37 lith. Tafeln. Mit Erläuterungen. Nach der Ori- ginalausgabe der k. technischen Deputation für Gewerbe herausge- eben. Theil. Zimmerwerkskunst in 37 Musterblättern mit erkl. texte. Auch unter dem Titel: Vorlegeblätter für Zimmerleute in 37 lith. Tafeln mit Erläuterungen. Nach der Originalausgabe etc. Berlin 1854. Zweite Auflage 1835.
Das Schloss Prediamo in Krain, 12 Stunden von Triest, 1818 von Schinkel lithographirt, gr. fol. Sehr selten.
Durchsicht in einem Walde. Von Schinkel mit der Feder auf die Kupferplatte gezeichnet, Versuch in einer neuen Ma- nier, kl. qu. fol.
Gegend bei Tivoli, in derselben Manier, und von Wittich geätzt, gr. qu. fol.
Die Entstehung der Malerei, gest. von J. C. Thäter für die . Geschichte der neueren deutschen Kunst von Grafen A. Ra czynski, qu. fol.
Ansicht der Stadt Cöln, gest. von Haldenwang für Boisse- lee's Prachtwerk über den Kölner Dom.
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