Selbstbiographie in A. v. Schaden's artistischem München im „Jahre 1825 scheint es ihm interessanter gewesen zu seyn, die Professoren des Gymnasiums zu karikiren

Selbstbiographie in A. v. Schaden's artistischem München im „Jahre 1825 scheint es ihm interessanter gewesen zu seyn, die Professoren des Gymnasiums zu karikiren, was ihm einen vierzehntägigen Arrest zuzog. Hierauf erhielt er vom Portraitmaler H. Neumayer regelmäßigen Unterricht im Zeichnen, und wurde es ihm möglich, durch Unterstützung seiner Vaterstadt auf der Akademie zu München seine Studien fortzusetzen, welchen er jetzt sechs Jahre ununterbrochen oblag. Er gab auch bald Proben eines tüchtigen Talentes, besonders für das Genrefach. So wurde auf der Kunstausstellung von 1820 sein mit Laune aufgefasstes Bild eines fahrenden Gutsbesitzers, der einem Handwerksburschen Almosen gibt, mit Vergnügen gesehen. Jetzt versuchte er sich auch in Schlachtcompositionen, und das erste Bild dieser Art, welches ihn 1823 auch in der Heimath vortheilhaft bekannt machte, ist eine Scene aus der Schlacht bei Hanau , welche der Herzog von Braunschweig kaufte. In Hannover malte er dann den Vice-König Herzog von Cambridge und dessen Sohn, den Prinzen Georg, umgeben von den Generälen und Oberoffizieren der hannoveranischen Armee, alle nach dem Leben. Dieses schöne Gemälde kam in den Besitz des Königs von England , in dessen Privatgalerie man es gegenwärtig sieht. A. Bodmer hat diess lebensvolle Bild lithographirt. Aus jener Zeit rühren auch ein Paar kleine Gemälde her, die trefflich und geistreich behandelt sind. Das eine stellt einen Schiffzieher mit seinen zwei Pferden dar, und das andere ruhende Jäger, meist Portraite hannoveranischer Offiziere, und rechts am Stamme der Buche auch der Maler. Dieses Bild besitzt der Major C. Heise in Hannover, und J. Giere hat es lithographirt, so wie Bodmer's Blatt in grossem Formate.

Hierauf erhielt er mehrere Bestellungen für Hannover und St. Petersburg, zu deren Erledigung ihm, jetzt wieder in München, auch der Maler Eckert hülfreiche Hand leistete. Dagegen stand Schelver demselben bei der Herausgabe der Abbildungen der deutschen Bundesarmee bei, und ein dritter Theilnehmer war D. Montén, alle drei bereits unter den Todten. Unter Scheiver's kleineren Bildern nennen wir vornehmlich zwei Pferdestücke, davon das eine 1838 unter dem Namen des Rosstäuschers bekannt wurde. Es stellt einen Schmiedknecht vor, der im Einverständnisse mit dem Juden dem Bauer einen Schimmel vorführt. Dieses Bild ist mit gutem Humor erdacht. Das zweite dieser Gemälde stellt einen Pferdemarkt vor, ebenfalls 1838 vollendet. An diese Werke reihen sich dann noch mehrere andere Genrestücke, Darstellungen aus dem Volksleben in ruhigem und bewegterem Kreise, ländliche Scenen im bayerischen Gebirge, Soldatenscenen etc., die wie immer von anspruchsloser Wahrheit und in schöner Harmonie durchgeführt sind. Mehrere sah man im Lokale des Kunstvereins zu München ausgestellt, wie: Reise und Wirthshausleben, 1830; ein Güterwagen, 1840 vom Könige Ludwig angekauft, ein Pferdestall, ein Schiffzug, Reisende bei einer Fähre, alle von 1841. Von Schlachtbildern nennen wir jenes von ziemlicher Größe, welches eine Scene aus dem Rückzuge nach der Schlacht bei Leipzig 1813 vorstellt. Dieses Bild ging durch die Verloosung des Kunstvereins 1844 in den Besitz des k. b. Lieutenants Kohlermann über. Ein kleineres Schlachtgemälde, welches 1830 zur Ausstellung kam, stellt das Gefecht bei Königswarte in der Nähe von Bautzen 1813 dar, wo die Russen 6 Kanonen, 1000 Mann Infanterie und vier Generale gefangen nahmen. Ein grosses Gemälde, zugleich eines der letzten des Meisters, stellt das Artillerie - Exercitium auf dem Marsfelde bei München vor, welchem 1812 der Kaiser von Russ-

bald darauf, im Jahre 1844.

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