Schouman, Martinus, Landschafts- und Marinemaler, geboren zu Dordrecht 1770, äusserte schon in seiner Kindheit entschiedene Neigung zur Kunst, und daher besuchte er schon in frühen Jahı- ren die Schule des M. Versteeg. Nach anderthalb Jahren nahm sich der berühmte Aart Schouman im Haag seiner an, wo er mit solchem Eifer der Zeichenkunst sich widmete, dass er schon 1789 den zweiten grossen Preis nach dem lebenden Modelle gewann. Nach ein paar Jahren kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, um als ausübender Künstler sein Glück zu versuchen, und es währte auch nicht lange, so nannte man ihn mit Auszeichnung. Anfangs ferti- gte er grosse und kleine Zeichnungen in Aquarell , Tusch und Rothstein, die theils unter Glas die Zimmer zierten, theils in Samm- lungen aufbewahrt wurden. Im Jahre 1810 wurde eine seiner mei- sterlichen Zeichnungen mit dem grossen Preise der Gesellschaft »Felix Meritis«, beehrt. Doch blieb es nicht allein bei Zeichnungen, Schouman malte auch Landschaften und Seebilder in Oel, sowie
Denn überhaupt die ruhige und stürmische See das Element war, welches er beherrschte. Doch malte er selten blosse Wasseransichten, mit einigen Schiffen und anstoßenden Ufern; er gab seinen Ge- mälden gerne einen historischen Charakter, indem er große Ereig- nisse, und andere merkwürdige Szenen festhielt. Zu den frühesten größeren Bildern dieser Art gehört der eilige Rückzug der Franzo- sen vor Dortrecht zu Anfang des Jahres 1814, ein Bild, welches die literarische Gesellschaft Universa sed unus zu Dortrecht er- warb. An diesem Werke half ihm sein berühmter Schüler J. C. Schotel, so wie an einem zweiten, welches das Bombardement von Algier und die Verrichtungen der algierischen Flotte durch die Holländer und Engländer am 13. August 1816 vorstellt. Dieses Gemälde kam im Besitze des Herrn von Poelen van Nuland, und ist dasselbe, welches später das Ministerium der Marine er- warb. Museum „H Haag" sieht die Schlacht von Palembang. Seine Werke findet man in den ausgezeichnetsten Samm- lungen und in den Händen von Liebhabern zu Dortrecht, im Haag, zu Rotterdam, Amsterdam, Utrecht, u. s. w. 1) Schouman wurde zum Mitglied des niederländischen Institutes ernannt. Endlich Mitglied mehrerer anderer Akademien. Er be- fand sich noch 1845 am Leben. 2) Schouman, Isaack, Maler, wurde um 1798 in Dortrecht gebu- ren. Er ist wahrscheinlich der Sohn des obigen Künstlers, in dessen Fache er arbeitet. Man findet von seiner Hand Landschaften mit Vieh, und Seebilder. Er bewegt sich mit grosser Sicherheit in seinem wassrigen Elemente. 3) Schoute oder Schouten. J. G. Kupferstecher, ein nach sei- nen Lebensverhältnissen unbekannter Künstler. Er arbeitete zu Anfang des 18. Jahrhunderts in Amsterdam, ähnlich für Buch- händler. In dem grossen Malerbuche von Lairesse (Amst. 1707) sind Blätter von ihm. Für Le Vasseur's Geschichte Ludwig XII. radirte er mehrere Bildnisse. Für eine Ausgabe der Werke Molière's stach er 8 Titelkupfer, die mit G. Schouten fec. bezeich- net sind. 4) Schoute, Jan, Zeichner und Kupferstecher, blühte um 1750 in Amsterdam. Seine Lebensverhältnisse sind unbekannt; doch glau- ben wir nicht, dass er mit dem obigen Künstler eine Person sei. Höchstens könnte vom Vater und Sohn die Rede seyn. Von ihm ist folgende sehr seltene Radierung: 5) Boere Kermis Vreugd (Bauernfest zur Freude). Geinventeert en tekent door Aertman en in Kooper gebragt door J. Schoute, beide Namen noch in der Platte eingerissen, gr. Fol.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ/