Schor, Johann Paul

Schor, Johann Paul, Maler, war Schüler seines Vaters Johann, und ging dann nach Rom , wo er seinen Ruhm gründete und als Decorateur lange bewundert wurde. Allein zu diesem Ansehen kam er nur durch eine gewisse Neuheit und durch Bizarrerie, wel- che damals an die Stelle des guten Geschmackes getreten war. Er stand im Dienste dreier Päbste als Decorations-Ingenieur, und auch die Prinzen Colonna, Borghese u. a., liessen alle Decorationen durch ihn besorgen. Besonders war es aber Papst Alexander VII, der ihn auf den Gipfel des Ruhms erhob. Er liess durch Schör alle Verzierungen des päbstlichen Palastes und in den Hauptkir- chen Roms malen. Dann wagte es Schör sogar, mit Raphael in Con- currenz zu treten. Er malte die letzten vier Arkaden der Loggien aus, und setzte dadurch die Raphael'sche Bibel fort. Er malte Darstellungen aus dem neuen Testamente und Ornamente, und obgleich er himmelweit von dem grossen Urbinate abstech, so erregten die Malereien Schör's doch Bewunderung. In den gros- sen Gallerien des päbstlichen Palastes auf Monte Cavallo sind Darstellungen aus dem alten Testamente von ihm und seinem Bru-

Seine Decorationen des päpstlichen Palastes und der Haupt- kirchen Roms sind im Kupferstich bekannt, so wie einige andere Bilder, welche er daselbst gemalt hat. J. Chateau stach nach ihm den Herkules im Kampfe mit der lerneäischen Schlange. Paul Pon- tius stach nach seiner Zeichnung das Bildniss des Erzherzogs

Leopold Wilhelm von Oesterreich für Kircher's Musurgia univer- sallis. Romae 1650. Das von ihm gezeichnete Titelkupfer dieses Werkes stach Baron, und jenes für Kircher's Mundus subterraneus

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