Schor, Johann Baptist Ferdinand

Schor, Johann Baptist Ferdinand, Architekt und Maler, wurde 1686 zu Innsbruck geboren, und von seinem Vater Egid in der Zeichenkunst unterrichtet, der ihn besonders den Vignola zum Studium gab. Nach dem Tode des Vaters kam er zu Joseph Wald- mann in die Lehre, bei welchem er sich der Architekturmalerei be- diente, als er aber nach Verlauf eines Jahres zur Fortsetzung seiner Studien nach Rom sich begeben hatte, war es der päpstliche Ober- Architekt Mich. Ang. Hicciolini, der Freund seines Vaters, welcher sich des Jünglings freundlich annahm. Schor zeichnete drei Jahre unter Leitung dieses Künstlers nach alten plastischen und archi- tektonischen Vorbildern, und nach Verlauf dieser Frist kehrte er mit einem reichen Portefeuille nach Innsbruck zurück. In dieser Stadt malte er mit seinem Vetter M. Gumpp die grosse heil. Grabvorstellung, im Kloster zu Wiltau, welche noch vorhanden ist. Hierauf malte er im fürstlichen Palais zu Brixen Decorationen zu einem Theater, endlich aber kam er nach Prag , wo Schor als Maler und Kriegsbaumeister, so wie als Professor der Geometrie viele Jahre tätig war. Zuerst malte er für die Carmeliter eine Grabdarstellung und fertigte die Zeichnung zum Hochaltar ihrer Kirche. Er malte dann auch mehrere Altarblätter für die Kirchen in Prag und der Umgegend. Bei der Seligsprechung des heiligen Johann von Nepomuk malte er viele Decorationsstücke und bei der Kaiserkrönung ein grusses Lustgebäude mit einer Kuppel. Auch von Schor gemalte Gärten, Springbrunnen, Grotten u. s. w. wur- den damals aufgebracht. Hierauf wurde er Professor an der Inge- nieurschule. Als solcher hatte er bei der Fortifikation von Prag und Königgrätz Theil. Im Jahre 1747 stellte er sein Modell zur Befestigung von Prag auf, und dieses wurde bei den späteren Ar- beiten berücksichtigt. Im Jahre 1745 wurde er in Wien an dem Emanuel'schen Cadetencorps Lehrer, mit dem Charakter eines Ar- tillerie-Majors. Später kehrte Schor wieder nach Prag zurück und starb daselbst 1767. Über andere in Prag ausgeführte Werke s. Dlabacz's böhmisches Künstler Lexikon. Handzeichnungen der Tiroler Schor findet man in der Ruschmann'schen Sammlung im Ferdinandeum zu Innsbruck. In den Abbildungen der böhmischen Gelehrten und Künstler von Pelzel ist das von Balzer gestochene Bildniss dieses Künstlers.

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