Schor, Aegidius

Schor, Aegidius, » Maler und Bruder des Obigen, wurde 1626 in Innsbruck geboren, und daselbst in der Malerei unterrichtet, wo- rauf er nach Rom sich begab, um an dem Arbeiten seines Bruders Theil zu nehmen. Er arbeitete elf Jahre in Rom, theilweise mit noch grösserem Beifall als der Bruder. Von Rom aus begab er sich nach Deutschland , hielt sich einige Zeit zu Salzburg , zu Gott- weih, zu München , in Augsburg und in Nürnberg auf, und kehrte endlich nach Innsbruck zurück, wo er die letzten Jahre seines Lebens in grosser Thätigkeit hinbrachte und 1701 starb. Eschor war als Architektur - und Decorationsmaler bewundert. Er malte in vielen Palästen, in Kirchen, für die Schaubühnen, und wann irgendwo grosse Feierlichkeiten vorfielen, so musste Schor die Triumphbögen und andere Decorationsstücke malen, so wie die Zeichnung zu den Feuerwerken liefern. Auch für Goldschmiede lieferte er Zeichnungen im Rococostyle. Dieser ist es eben, der seiner Neuheit wegen dem Künstler solchen Beifall erwarb. Neben- dem arbeiteten die Goldschmiede und Ebenisten Augsburgs nach seinen Zeichnungen. Der Magistrat dieser Stadt gab ihm sogar das Bürgerrecht gratis. Schor kehrte aber nach Innsbruck zurück. Hier malte er die Plafonds in den erzherzoglichen Zim- mern, die Decorationen für die Theater, Schaustücke bei öffent- lichen Aufzügen und Todtfällen (Castra doloris), hl. Grabvorstel- lungen (in der Pfarrkirche und im k. Stifte zu Hall), und auch mehrere Altarblätter, wie das grosse Altarblatt in Wiltau, das Leben des hl. Augustin in zwölf Darstellungen zu Neustift, die Kuppel der Frauenkapelle daselbst, etc. Den Jesuiten malte er die

prächtigen Decorationen zur Canonisation des heil. Franz Borgias,

und die Zeichnungen zur silbernen Statue und zum Antependium des hl. Ignaz. Überdies fertigte er unzählige Zeichnungen zu Monstranzen, Lampen und anderen Kirchengeräthen. Was er überdies noch für Kunst übte, sagt das Tyroler Künstler-Lexicon.

Dann gibt es 45 Blätter von J. de Rubeis nach Compositionen der beiden Schor, welche die Wunder des heil. Thomas von Villa- nuova vorstellen. Sie wurden bei dessen Heiligsprechung im Va- tikan gemalt. Dann hat E. Schor selbst einige Blätter radirt,

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