Schoppe, J. Historien- und Bildnissmaler, Professor an der Akademie in Berlin , erhielt daselbst den ersten Unterricht in der Kunst, und begab sich dann nach Wien, wo er seine weitere Vor- schule machte, und bereits entschiedenes Talent zur Malerei ent- wickelt hatte. Dasjenige Bild, durch welches er 1810 zuerst Auf- sehen erregte, stellt den Phidias dar, wie er das Ideal des Jupi- ters schafft. Im Jahre 1817 ging er dann als Pensionär der Aka- demie in Berlin nach Rom, um seine Studien zu vollenden, dies in einer Richtung, welche ihn nicht zu den Meistern des 15. Jahr- hunderts führte, wie viele andre deutsche Meister damaliger Zeit, sondern zu Rafael, Correggio und Tizian, welchen er seine ganze Thätigkeit widmete. Er copirte mehrere Werke Rafael's, und darunter die vorzüglichsten, welche in diesen Nachbildungen ver- mehrte Bewunderung erndten. Schoppe copirte die heil. Cäcilia, die Madonna del Pesce, die Madonna von Fuligno, die Ma- donna Tempi, die Sibyllen in der Kirche alla Pace, die Vision des Ezechiel, u. a. Dann copirte er in Rom auch Bilder von Correggio, was auf sein Colorit entschiedenen Einfluss hatte, und Tizian gewährte ihm hierin nicht geringere Vortheile. Nach diesem copirte er das berühmte Bild der beiden Frauen am Brun- nen im Pallaste Borghese. Das erste Bild eigener Composition, welches er in Rom malte, stellt Jairus Tochter dar, in edlem Style behandelt, und von wahrer und lebendiger Färbung. Mehrere andere Compositionen blieben nur in der Zeichnung, da die Co- pien die grösste Zeit in Anspruch nahmen; dass aber der Künstler keinen Gang umsonst unternommen, beweisen auch die Zeich- nungen römischer Ansichten, welche er gefertigt hatte.
In die Heimath zurückgekehrt wurde J. Schoppe 1825 Mitglied der Akademie in Berlin, und später Professor an dieser Anstalt. Im Jahre 1826 erhielt er den Auftrag, im Landhause des Prinzen Karl zu Glienike bei Potsdam den Speisesaal mit Figuren und Ara- besken zu verzieren, und ein Gleiches unternahm er im Casino und Pavillon daselbst, welcher unter dem Namen der Neugierde bekannt ist. Der Künstler entledigte sich dieses Auftrages mit voller Zufrie- denheit, da er eben so viel Leichtigkeit in Behandlung seines Stoffes, als Geschmack in der Ausführung bewies. Hierauf fertigte er im Auftrage des Königs 12 Cartons zu Gemälden, womit dieser eine Hauskapelle schmückte. Es ist dies ein Cyklus biblischer Darstellun- gen.
Ferner lieferte er mit Begas, Hopfgarten, Schorn, Hensel und C. Schulz auch Zeichnungen zum Bildersaal der preußischen Ge- schichte. In lebenden Bildern dargestellt an dem Erbhuldigungs- Feste der Ritterschaft der Provinz Brandenburg 1840 im k. Opern- hause zu Berlin. Dieses Werk erschien lithographirt, in roy. Fol., J. Jentzen lithographirte 1850 das von ihm gemalte Bildniss der Fürstin von Liegnitz.
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