Schopin, Heinrich Friedrich, Historien- und Landschaftsmaler , wurde 1802 zu Lübeck geboren, stammt aber von französischen Eltern ab. Mit den Anfangsgründen der Kunst vertraut ging er nach Paris , wo ihn Baron Gros in sein Atelier aufnahm, und seit dieser Zeit lebt Schopin in Paris seiner Kunst. Im Jahre 1829 concurrirte er um den Preis des Institutes, fand aber nur eine ehrenvolle Erwähnung, doch wurde ihm jener Preis zu Theil, welchen M. Latour für die beste halbe Figur ausgesetzt hatte. Im folgenden Jahre erhielt er den zweiten grossen Preis des Institutes mit dem Gemälde des Meleager, der auf Bitte seiner Gattin die Waffen ergreift, und von nun folgten zahlreiche Bilder, die theilweise grosses Lob verdienen, während andere nicht ohne Rüge ausgingen, besonders im Kunstblatt, wobei aber zu bemerken ist, dass die deutsche Kritik strengere Anforderungen macht, als jene der Landsleute. Nach chronologischer Ordnung erwähnen wir zuerst jenes Bild, welches König Karl IX. vorstellt, wie er den Befehl zum Gemetzel der Bartholomäus-Nacht unterzeichnet. Dann malte er die letzten Augenblicke der Familie Cenci, eine complicirte Darstellung, welche 1835 zur Ausstellung kam. Ein etwas späteres Gemälde die Märtyrer Kiliciens, wie sie im Circus den wilden Thieren vorge worfen und von Henkern mit Pfeilen getödtet werden, wird im Kunstblatt 1857 S. 174 zu elegant, geschmückt und niedlich befunden. Die Frauen sollen lächeln, wie vornehme Damen auf dem Balle. Dieses Bild ermangelt des strengen Stils, welcher bei symbolischen Darstellungen erfordert wird. Eben so behandelt ist die Darstellung der Schlacht von Hohenlinden 1800, welche jetzt im historischen Museum zu Versailles sich befindet. Nur die einzige Figur des Commandanten Moreau findet der Berichterstatter im genannten Kunstblatt gelungen; die übrigen Personen sind ohne Leben und Charakter. Zwei Bilder von 18410 stellen Jakob und Laban, und dann die Abreise Jakob's mit der Rebecca dar. Ein anderes Gemälde schildert die Predigt des Johannes in der Wüste. Das letztere dieser genannten Bilder verfiel im Kunstblatt von 1840 Nr. 44 wieder der Kritik, da es vielmehr an die grosse Oper als an den Orient erinnert. Es heisst da auch, dem Maler sei dieser Gegenstand nur ein Vorwand gewesen, einige hübsche weibliche Köpfe und verschiedene nach Laune, aber mit Geschmack zusammengestellte Figuren anzubringen. Die meist aus Frauen und Mädchen bestehende Versammlung ist in grosser Unachtsamkeit und Gleichgültigkeit gegen den grässlich abgemagerten Redner. Ein anderes Bild: Karl der Grosse und die schöne Hildegard, fand grösseren Beifall, so wie zwei Scenen aus dem sentimentalischen Roman des Abbe Prevost „Manon Lescaut". Das eine stellt die Zusammenkunft mit dem Mädchen, das andere die Ruhe beider Geliebten in einer bergigen Landschaft dar. Solche Darstellungen, so wie auch seine romantischen und biblischen Bilder, darunter wir noch Ruth und Boas und Rebecca's Ankunft besonders erwähnen müssen, sind nicht ohne Reiz, aber auch nicht ohne
Mehrere Gemälde dieses Meisters sind auch durch Kupfer- stiche bekannt. H. Garnier stach die oben genannten Bilder aus dem Leben Jakobs: Jacob und Laban, und die Abreise der Rebecca, Garnier stach ferner zwei andre biblische Bilder: Ruth und Boas, und die Ankunft der Rebecca im Hause des Gatten. Die beiden letztern Bilder sind in Imp. Fol. und gr. Fol. gestochen. H. Garnier stach auch die beiden Darstellungen aus dem Romane Prevoßt's, deren wir oben erwähnt haben. Das Bild Karl des Gro- ßen und der schönen Hildegard hat Doney 1841 gestochen. Die Schlacht von Hohenlinden ist für Gavard's Gal. hist. de Versailles von Friley in Stahl gestochen. Sisco stach für dasselbe Werk das von Schopin gemalte Bildniss des Claude Francois Bidal Asfeld im Kniestück.
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