Schönlaub, Fidelius

Schönlaub, Fidelius, Bildhauer, geb. zu Wien 1803, besuchte daselbst unter Direktor Fischer und Professor Schaller die k. k. Akademie, und begab sich dann 1830 zur Fortsetzung seiner Stu- dien nach München . Er besuchte auch hier noch kurze Zeit die k. Akademie, erhielt aber bald ehrenvolle Aufträge, da seine Ar- beiten in Zeichnung und Formengebung, so wie in Ausführung ein mit Schönheitssinn begabtes Talent beurkundeten. Anfangs unternahm er einige Restaurationen, und nebenbei führte er auch mehrere schöne Reliefs und Statuen in Gyps aus. Unter den er- stern nennen wir, zugleich als eines seiner früheren in München behandelten Bildwerke, ein Noli me tangere, welches grossen Bei- fall fand. Hierauf sah man von ihm ein liebliches Bild in carra- rischem Marmor, die Madonna mit dem Kinde in Relief vorstel- lend; Mittlerweile übte er sich auch in der Holzsculptur, worin gegenwärtig Endres und Schönlaub Ausgezeichnetes leisten. Un- serm Künstler wurde der Auftrag zu Theil, die herrliche neue Kirche in der Vorstadt Au mit Holzsculpturen zu verzieren, wobei Schönlaub die Aufgabe hatte, auch im Bildwerke dem Style sich zu nähern, welchen eine Kirche altdeutscher Form erfordert.

Schönlaub fertigte die Schnitzwerke des Hochaltares und der Seitenaltäre aus weissem Holze und mit goldenen Verzierungen. Auf dem Hochaltare sieht man Christus am Kreuze mit Maria, Jo- hannes und Magdalena, zu den Seiten Ludwig und Theresia in verständlicher Beziehung auf das Königshaus. Sein Werk ist auch der Kreuzweg oder die Leidensstationen in dieser Kirche, womit er 1841 begann. Der architektonische Theil ist nach der Angabe von Ziebland ausgeführt, und das Ganze ist mit so tiefem Ge- fühle durchgeführt, dass diese Passionsdarstellungen stets gerech- ten Beifall finden werden. Auch als Verzierungsbildhauer besitzt dieser Künstler ausgezeichnetes Verdienst. Er entwickelt als solcher Geschmack und Phantasie. .

Schönlaub fertigte auch den neuen Taufstein im Dome zu / Bamberg, der mit sinnigen Darstellungen der 7 Sakramente in Re- lief geziert ist. Diese Reliefarbeiten stellte 1842 Professor Stein- heil durch die Galvanoplastik her. Für die bayerische Ruhmes- halle fertigte er im Auftrage des Königs Ludwig die Marmorbüsten des Obersten Neumann, des Erbauers des Schlosses in Würzburg, des Conrad Celtes und des Dichters Jakob Balde. Mittlerweile be- suchte Schönlaub auch Rom, wohin er den berühmten L. v. Schwan- taler begleitete. Nach seiner Rückkehr arbeitete er mit diesem an den Statuen des Giebelfeldes der Walhalla. In neuester Zeit

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