SCHONJO, Anton

SCHONJO, Anton, Maler, geb. zu Antwerpen 1650, war Schü- ler von Erasmus Quellinus, und ging nach überstandener Lehrzeit nach Italien , um in Rom seine Studien fortzusetzen. Als Mitglied der Schilderhant führte er den Namen Parrhasius, was damals als eine Anerkennung seiner Verdienste galt. Von Rom aus folgte Schoon- Jans dem Rufe des Kaisers Leopold nach Wien, der ihn zum Kammermaler ernannte. In dieser Eigenschaft malte er mehrere Bildnisse von Hofleuten und auch einige Altarbilder, die man in den Kirchen Wiens und in andern Städten findet. Schoon - Jans blieb etliche Jahre in Wien, endlich aber suchte er um Urlaub zu einer Reise nach England nach, wo er ebenfalls Bildnisse malte, wenn er jener Sevonjans ist, welchem Walpole in Little-Montaga- house einige Portraite und Ornamente beilegt. Es könnte aller- dings unter diesem Sevonjans unser Schoon - Jans verstanden wer- den, denn sein Name wurde öfters verstümmelt. Bei Füssl kommt 'er auch unter Choonjans und Squoniam vor. Später finden wir den Künstler in Holland , wo es ihm nicht gelingen wollte, weshalben er in Düsseldorf sein Glück versuchte. Hier wurde er sehr gut aufgenommen, aber nach dem Tode des Churfürsten Joh- ann Wilhelm setzte er seine Reise nach Dresden , Berlin und Potsdam fort. Er malte überall Bildnisse, die Damen zuweilen als Sultaninnen, und auch historische Darstellungen, hielt es aber nirgends lange aus, da sein Hochmuth und seine Sonderbarkeiten nicht in die Länge geduldet werden konnten. Im Jahre 1716 kehrte er endlich wieder nach Wien zurück, wo er 1726 starb, nach Oesterreich's Angabe als Direktor der Akademie. In der Gal- lerie des Belvedere ist kein Gemälde von diesem Meister, der in- dessen einige Werke geliefert hat, die in Gallerien aufbewahrt zu werden verdienen, wie der an der Quelle in sich selbst verliebte Narcissus in der Pinakothek zu München. Dieses Gemälde befand sich einst in der Gallerie zu Düsseldorf, mit einigen anderen Bil- dern des Meisters, die jetzt in Schleissheim aufbewahrt werden, diejenigen, welche der Churfürst von der Pfalz von Schoonjans erwarb. Zu Potsdam und in Pommersfelden sind ebenfalls Gemälde von ihm. In der Tribune zu Florenz ist das von Gregori gesto- chene eigenhändig gemalte Portrait des Meisters. Das lebensgrosse Brustbild des Meisters aus der Düsseldorfer Gallerie ist jetzt in Schleissheim und in dem Düsseldorfer Galleriewerke gestochen.

Thurneiser stach das Bildniss des Königs August von Polen und eine Allegorie auf Kaiser Joseph I. in seiner Jugend. B. Kilian stach das Portrait, des Kaisers Joseph I, zu Pferde, mit der For-

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XV, 32

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