Schönfeld, Johann Stephan von

Schönfeld, Johann Stephan von, Maler, geboren zu Biberaich 1609, war Schüler von Joh. Tischbein sen., und dann seinem weiteren Schicksale überlassen. Er zog als Malergeselle in Deutschland herum und machte überall Studien, wo er ein gutes Bild traf. Zu- Letzt begab er sich auch nach Italien und nach Rom , wo er die Antike studirt haben soll, was aus seinen Werken nicht erhellt. Er zog aber auch aus seinen Studium der Werke classischer Maler keinen grossen Vortheil, es müßte nur darunter eine gewisse Frei- heit und Sicherheit des Pinsels, und eine für damalige Zeit das Auge täuschende Manier zu verstehen seyn. Seine Zeichnung ist selten rein, und die Proportion der menschlichen Figur hatte er den klassischen Vorbildern nicht abgelernt. Seine Gestalten sind zu lang und zu mager; bei weiblichen Gestalten erkannte er aber darin die Grazie. Indessen gehört Schönfeld immerhin zu den besten deutschen Malern seiner Zeit, dem es auch nicht an Geist und Phantasie gebrach. Er malte Bildnisse und geschichtliche Dar- stellungen, so wie Landschaften, die er mit Figuren und Archi- tektur zierte. Auch in der Perspektive gelang es ihm zuweilen sehr gut. Schönfeld malte viele Altarbilder, die sich in den Kir- chen zu Rom (S. Elisabetta da Fornari), Brixen, Sulzburg , Mün- chen, Bamberg , Würzburg (Dom), Augsburg (Dom), Eichstätt , In- golstadt, Nördlingen u. s. w. finden. Zu seinen Hauptwerken ge- hört die Himmelfahrt Mariä im Dom zu Augsburg , das jüngste Gericht bei den Barfüssern daselbst, Adam und Eva nach dem Sündenfalle in der Hauptkirche zu Nördlingen, die Bilder in der Galerie zu Wien, Dresden, Schleissheim, und jene aus der Galerie von Salzdahlum. Mehrere seiner Gemälde wurden gestochen, und

auch diese rechnete man zu seinen vorzüglichsten Arbeiten. Das oben erwähnte, jüngste Gericht stach P. A. Kilian für die Bibel, Von G. Ehinger haben wir mehrere geistreiche grosse Blätter: Saul und die Hexe von Endor, St Hieronymus in der Wüste, Hanni- bal schwört den Römern ewigen Hass, nach dem Bilde in Dres- den, schwarz und in Camayeu; der Philosoph am Grabe Alexan- ders, ein anderer im Nachdenken, Diogenes mit der Laterne, der Hirtenknabe mit der Schalmey. M. Haffner stach Merkur und Diana in einer Landschaft; M. Küsell St. Franz Xaver den Pestkranken erscheinend, und Gideon mit dem Heere am Jordan, nach dem Bilde im Belvedere zu Wien, und ein Reitergefecht; L. Heckenauer den Täufer Johannes, der das Lamm füttert; G. A. Wolfgang die Geißelung Christi, S. Sebastian, Johannes das Lamm liebkosend, zwei niedersinnende Apostel, ein Pastorale, zwei Bacchanale, das Opfer an Diana, zwei reiche Compositionen; das Göttermahl, Ve- nus den Adonis von der Jagd zurückhaltend, die tanzenden Nymp- hen, den Schatzgräber (ditior est honesta paupertas), das Brust- bild eines Cardinals, Varie capricci: Jäger, Hirten, Soldaten etc. in schönen Landschaften 1661. Ohne Namen sind vier verschiedene Köpfe, nur oben H. S. inv. bezeichnet, 12.; die Büste einer jun- gen Frau mit Gebetbuch, leicht radirt, 8.

B. Kilian stach das Bildniss der Erzherzogin Anna Juliana von Oesterreich und jenes des Max, Gaudolph. Dieser Künstler stach auch das Bildniß Schönfeld's, eine schöne Büste, gr. fol. Er starb zu Augsburg 1675.

Eigenhändige Radirungen. Diese Blätter sind meistens geistreich behandelt, und selten. 1—12) Varie teste de Capricci. P. Jo. Enrico Schoenfeld 1626. Fulge von 12 sehr geistreich radirten Siegelblättchen, die sechs Gegendrücke mitgerechnet. Sie enthalten Köpfe,

  1. Ein Mönch im Profil nach rechts.

  2. Ein bärtiger Alter mit erhobenem Blicke.

  3. Ein anderer mit langem Bart nach rechts, rund,

  4. Zwei Greise im Profil nach rechts.

  5. Ein aufblickender Greis mit langem Bart nach links.

  6. Büste eines Kriegers.

  7. Büste einer jungen Frau im Profil nach rechts,

  8. Büste eines nackten aufwärts blickenden Mannes.

  9. Büste eines abwärts blickenden bärtigen Alten.

  10. Büste eines Mannes mit kurzem Bart im Profil nach links.

  11. Phantastischer Faunkopf,

  12. Das Titelblatt.

  13. Eine ähnliche Folge von Köpfen, einige der genannten in nässereim Formate, und einzelne neue. Auf dem Titel steht jede Adresse: Jerem. Wolff excud. Aug. Vind. 8.

  14. Christus am Kreuze, unten St. Magdalena und vier Mönche, . 41655. Mit dem Namen, 4. Sehr selten.

  15. St. Johannes in der Wüste sitzend, wie er das Lamm füt- tert, sehr zart geätzt. Ohne Namen, 4;

  16. Ein Prophet mit erhobener Hand, nach dem Himmel deutend, Kniestück, grob radirt, aber von schöner Wirkung. Mit dem Zeichen H.. 5 S. gr. 4. . .

  17. Dieselbe Darstellung, in blauem Camayeu, gr. 4.

  18. Der Philosoph in Betrachtung in der Wüste sitzend, links ein toter Körper im Sarge. Vanitas. H. Schuenfeld fec.

Es gibt eine geringe gegenseitige Copie.

  1. Die um die Statue des Pan tanzenden Nymphen, nach der Schalmey eines Schäfers und dem Triangel einer Schäferin. J. H. Schoenfeld fec. Leicht radirt, qu. fol.

  2. Ein Bacchanal von Kindern vor der Terme des Pan; die links auf einer Erhöhung steht. J. H, Schoenfeld f. qu. fol.

G. A, Wolfgang hat diese beiden Blätter von der Gegen- seite und etwas grüsser schr gut copirt.

  1. Landschaft mit einem grossen Baume vor dem Hause, wel- ches fast die ganze Breite einnimmt. Am Fusse des Baumes sitzt ein Mann mit dem Hunde, und rechts vorn ist eine Umzäunung neben einem am Rande sich erhebenden Baume. Ohne Zeichen. H.3 Z.1L., Br.4 Z. 11 .L.

  2. Landschaft mit einem Hause links neben zwei Bäumen, die sich im Mittelgrunde am Wasser erheben. Letzteres nimmt die ganze vordere Seite ein, rechts sieht man über dem Wasser Berge. Ohne Zeichen, H.2 Z, 7 L., Br. 4 Z. 8 L.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ/