Schön, Friedrich Wilhelm

Schön, Friedrich Wilhelm, Maler und Lithograph , geb. zu Worms 1810, besuchte bis zum sechzehnten Jahre daselbst das Gymnasium, zeigte aber immer mehr Neigung zur Kunst, und widmete sich endlich derselben unter nicht günstigen Verhältnissen, da sein Vater, ein großherzoglich hessischer Beamter, eine zahlreiche Familie zu ernähren hatte. — Schön musste daher 1826 in einer lithographischen Anstalt zu Darmstadt sein Glück versu- chen, und sich da mit Landkartenstechen und andern Arbeiten beschäftigen, wozu er wenig Lust hatte. Dann wurde er hier be- nutzt, um französische Blätter mit Kreide auf Stein zu copiren, besonders solche, die sich auf Napoleon bezogen, womit ein großer Theil der dortigen Gegend überschwemmt wurde. Im Jahre 1830 ging Schön nach Karlsruhe , wo er bis zum Frühjahre 1852

in der lithographischen Anstalt v. Wechters beschäftigt war, bis &s

Sein erstes Oelgemälde, welches in den Besitz des Großher- zogs von Hessen überging, stellt einen aus Griechenland zurück- gekehrten Lanzenreiter bei den Seinen dar. Mehrere andere spä- tere Bilder, meistens mit effctvoller Licht- oder Feuerbeleuch- tung, sah man im Locale des Münchener Kunstvereines ausgestellt, wie das Bückermädchen, im Besitze des geheimen Rathes v. Schelling; eine Mutter mit den Kindern; die Obsthändlerin, Nachtstück im Besitze des Grafen Pappenheim; das beim Spinnrocken einschla- fende Mädchen, im Besitze der Erzherzogin Sophie von Oester- reich; der Savojardenjunge mit dem Guckkasten; die Haarflechte- rin von einem Jüngling belauscht; eine nächtliche Feuersbrunst, im Besitze des Prinzen Carl von Bayern; das Landmädchen für ei- nen Abreisenden einen Blumenstrauss bindend; der während der Geigenlektion einschlafende Schulmeister, launiges Nachtstück; die Domino-Partie, ein nicht minder schönes Nachtstück; zwei kleine Bilder im Besitze der Prinzessin Mathilde von Darmstadt; die Künstlerkneipe beim Stubenvoll (Bräuhaus in München), das be- trächtlichste Bild des Meisters, mit ungefähr 50 Portraitfiguren, höchst lebendig beim Kerzenlichte gruppirt. Dieses Bild gewann bei der Verloosung 1844 ein Privatier,

Zu seinen neuesten Werken gehört die alte Märchenerzäh- lerin an brennenden Kamine, an welchem die junge Bauernfami- lie versammelt ist. H. Kohler hat den schlafenden Schulmeister lithographirt. Das Bildniss des Künstlers erscheint im zweiten Jahrgange von Köhlers Album der Münchner Künstler.

Von seinen Lithographien, deren wir oben summarisch nann- ten, finden wir folgende hervorgehoben.

  1. Moses am Brunnen, nach Poussin, für J. Velten lithogra- phirt, fol.

  2. Paulus predigt in Athen, ebenfalls für Velten's Kunsthand- lung ausgeführt fol.

  3. Die Cartons von Rafael in Hamptoncourt, 4 Blätter, ge- druckt von Strixner und Zach 1834 qu.roy. fol.

  4. Napoleon vor Muskau, nach Müller, fol.

  5. Napoleon zu Malmaison, nach Isabey fol.

  6. Der Polichinelspieler, für Köhlers Album der Münchner Künstler, 2. Jahrgang, fol.

  7. Die Ansicht von Worms vor der 1690 erfolgten Zerstörung,

ein oben erwähntes Werk in 5 Blättern mit Umschlag und Text, fol.

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