Schön — Erhard, Maler und Formschneider , ist nach seinen Le- bensverhältnissen unbekannt. Einige halten ihn jetzt für einen Nachkömmling der Ulmer-Familie; allein es bleibt auffal- lend, dass er sich in seiner Propertionslehre selbst Erhard Schön von Nürnberg nennt. Er arbeitete auch schon vor 1516 in dieser Stadt, nämlich an den Holzschnitten des Hortulus Animae, welchen in demselben Jahre Johann Kleyn in Lyon auf Kosten des Johann Kuberger in Nürnberg druckte. Er ist also wahrscheinlich mit dem Eberhart Schön, der nach Weyermann und 1570 in den Bür- gerbüchern zu Ulm vorkommt, nicht eine Person, obwohl er nicht
Dann haben wir von diesem Meister, welcher nach Doppel- meyer um 1550 in Nürnberg starb, folgendes Unterrichtswerk: Un- derweisung der Proportion und Stellung der Possen (Busse) lie- gent und stehent, abgestoßen, wie man das vor Augen sieht in dem Büchlein, durch Erhard Schön von Nürnberg, für die jungen Gesellen und Jungen zu Unterrichtung, die zu der Kunst lieb tragen, und in den Druck gebracht. Nürnberg 1542. Doppelmeyer nennt auch eine Ausgabe von 1538. Eine 3te ist von 1545. Dieses sehr seltene Werkchen enthält 36 Holzschnitte mit 48 Seiten Text. H. 4 Z. 8 L., Br. 4 Z. 1 L.
Blätter von ihm selbst geschnitten, oder nach seinen Zeich- nungen von anderen ausgeführt, finden wir auch in dem berühm- ten alten Gebetbuche: Hortulus anime, cum aliisq. pluribus ora- tionibus etc. Am Schlusse: Hortulus anime. impensis probi viri Joh. Hoberg; in Nürnberg impressus; finem aptatum sortitus est; Eugduni, arte, et industria Johannis Clein, cell.ographi Anno domini 1516. XI. Kalendis Aprilis ...
Dieses Buch hat 83 schöne Holzschnitte und Randverzierung von Erhard Schön und H. Springinklee; dieselben Holz- schnitte, und eine neue kommt auch in der Ausgabe vor: Lugduni. Anno dni. M.CCCC.XVI. V. idus Novembris; ferner in der Aus- gabe: Finem optatum sortitus est Nurenberg arte et industria Friderici Bergk, cuopha. Anno dni. M.CCCCC.XVI. 11. Id. Decem- bris. Dann in den Ausgaben: M.CCCCC.XIX. V. idus Februarii; M.CCCCC. die X. Martii. Über die vielen Ausgaben dieses Ge- betbuches s. besonders Heller's Cranach, zweite Aufl. 1814. S. 200 ff.
Holzschnitte von E. Schön und Springinklee findet man ferner in:
Biblia sacra utriusque Testamenti: juxta veterem Traditionem etc. Excusum Nurenbergae ap. F. Peypus 1530, fol.
Das Neue Testament mit Fleiß verteutscht. Gedruckt zu Nürn- berg durch Friederichen Peypus 1524.
Biblia germanica. Das ander Teyl des Alten Testaments. Nürn- berg Friedrich Peypus. M.DXXIV. Von Schön ist das schöne Ti- telblatt, und auch noch andere Blätter rühren von ihm her.
Die älteren Nürnberger Ausgaben der Architektur des Vitru- vius Pollio durch Gualter Rivius haben ebenfalls viele gute Holz- schnitte von E. Schön.
Auch in der Basler Ausgabe, Henricpetri 1614 sind noch diese Holzschnitte.
Eine Menge guter Holzschnitte von E. Schön sind auch noch in einem anderen Werke von Gualter Rivius: Der Nürnbergischen, notwendigsten, der ganzen Architektur angehörigen Mathemati- schen und mechanischen Künste eigentlicher Bericht etc., Nürn- berg. Joh. Petrejus, 1547, fol.
Bartsch, J. gr. VII. p. 476 ff. verzeichnet nur 33 Blätter von diesem Meister, deren nur wenige mit seinem Monogramm ver- sehen sind. Sie sind alle gut gezeichnet und unter dem Holz-
damaliger Zeit hervorzuhohen. Ein Blätter füget. Wir DEL -
1 — 12) Die 12 Apostel stehend in einer aus zwei Baumstäm- men gebildeten Arkade auf landschaftlichem Grunde. Die Bäume stehen rechts und links des Blattes und die Äste bilden die Wölbung. Das Zeichen tragen nur vier Blätter,
Die Apostel, Evangelisten etc. kommen auch in dem ob- genannten neuen Testamente vor, Nürnberg bei Peypus 1524.
- St. Peter mit dem Schlüssel in der Linken, und mit der anderen segnend.
- St. Andreas mit dem Kreuze in beiden Händen.
- St. Jacobus major mit dem Stabe in der Rechten. Links unten am Steine ist das Zeichen,
- St. Johannes mit dem Kelche.
- St. Philipp mit einem Kreuze in der Rechten, Links unten das Monogramm.
- St. Bartholomäus mit Buch und Messer.
- St. Matthäus mit Buch und Hellebarde. Links unten am Steine das Zeichen.
- St. Thomas.
- St. Jacobus minor mit dem Walkholze.
- St. Simon mit der Säge und dem Schwerte.
- St. Judas Thaddäus mit der Keule. Links unten das Zeichen.
- St. Mathias mit zwei Schwertern in der Hand.
13 — 329 Eine Folge von 20 Blätter mit Heiligen beiderlei Ge- schlechts, die unter Arkaden stehen, welche aus zwei Bäü- men und ihren Aesten gebildet sind, das Zeichen tragen nur
zwei Blätter, H.2 Z. 5 L., Br. 2 Z. 1 L. 133) St. Anton der Eremit mit Glocke und offenem Buche. 14) St. Christoph mit dem Jesuskinde auf den Schultern, den Fluss durchschreitend. 15) St. Columban mit dem Modelle einer Kirche und dem Pil- gerstaffe. 16) St. Franz von Assisi mit dem Sakramente. 17) St. Gregor sitzend und mit der Rechten segnend. 18) St. Johannes der Täufer mit dem Lamme auf dem Buche. 19) St. Sebastian am Baume von Pfeilen durchbohrt. Am Baum- stamme das Zeichen.
- Der heil. Bischof mit dem Stabe und dem Modelle einer
Kirche.
Die heil. Jungfrau auf dem Halbmonde nach rechts.
Die schmerzhafte Maria mit vier Schwertern in der Brust,
St. Agnes mit dem Buche und dem Lamme.
St. Anna mit dem Jesuskinde zur Seite der heil. Jungfrau,
welche stehend das Kind verehrt.
St. Apollonia mit der Zange.
St. Barbara mit dem Kelche.
St. Catharina mit dem Schwerte.
St. Dorothea, welcher ein Kind den Korb mit Blumen reicht.
St. Magdalena mit dem Salbengefässe.
St. Ottilia mit dem Buche, in welchem man zwei Augen bemerkt.
St. Veronika mit dem Schweisstuche.
Eine Heilige mit dem Wurfspeesse in beiden Händen. Links
unten das Zeichen.
die Streitaxt in der Rechten in einer Nische sitzend. Unten nach rechts ist das Zeichen und die Jahrzahl 1524. &. 9Z. 7 L., Br. 6 Z.2L. (Bei Weigel 2 Thl 4 gr.) .
Ein Mönch am Bette eines Sterbenden, welchem Engel und Teufel erscheinen. In architektonischer Einfassung.
Das jüngste Gericht. 12.
Die Versöhnung. 12.
Diese beiden von Bartsch nicht beschriebenen Blätter gehören vielleicht zum Hortulus animae.
- Die Dreieinigkeit in einem Rosenkranze, Oben Gott Vater und der heil. Geist; dann Christus am Kreuze von Aposteln und Heiligen umgeben. Dies ist Copie eines Blattes, wel- ches Dürer zugeschrieben wird. Der Copist setzte dem ewi- gen Vater eine Krone auf das Haupt, welche im Original fehlt. Die Abtheilungen im Kranze haben Ueberschriften, die in den älteren Exemplaren mit deutschen, in den späte- ren mit lateinischen Buchstaben gedruckt sind. H. 14 Z. 11 L., Br. 11 Z. ;
Heller (Dürer, Nr. 2050) glaubt dieses Blatt mit Hauer dem E. Schön beilegen zu müssen. Es ist ohne Zeichen.
Allegorie auf die Ungerechtigkeit. Links sitzt die Unwissen- heit auf dem Throne, rechts ist die Wahrheit, gr. qu. fol.
Dieses Blatt ist im alten Drucke sehr selten. Die neuen Abdrücke sind in R. Z. Becker's Werk: Holzschnitte alter deutscher Meister in den Originalplatten gesammelt, von H, v. Derschau., Gotha 1806. Nr. 58. Dieses Blatt wird dem E. Schön beigelegt. Es ist ohne Zeichen,
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