Schön, Barthel, Maler und Kupferstecher , der Sohn des älteren Künstlers dieses Namens, und somit Bruder des berühmten Mar- tin Schön oder Schongauer. Seine Lebensverhältnisse sind unbe- kannt; Bartsch (P. gr. VI. p. 68) scheint sogar an seiner Existenz zu zweifeln. Es spricht indessen schon Sandrart von einem Mei- ster dieses Namens, dem er die Blätter beilegen möchte, die mit den kleinen gothischen Buchstaben b > 6 bezeichnet sind. Christ folgt Sandrart, und stellt die Vermuthung auf, dieser B. Schön sei Martin's Bruder gewesen, wozu ihn wahrscheinlich die Aehn- lichkeit derlei tete, welche die Blätter des Meisters b > 6 mit jenen von Martin Schongauer haben. Und dass letzterer wirklich einen Bruder Namens Bartholomäus gehabt habe, wissen wir jetzt ur- kundlich. Seine fand Grüneisen (Ulms Kunstleben etc. S. 35) im Bürgerbuche unter dem Jahre 1471 erwähnt. Christ behauptet, von diesem Meister einen Kupferstich mit der Jahrzahl 1470 gesehen zu haben. Bartsch (P. gr. VI. p. 68 ff.) verzeichnet von dem Mei- ster b > 6 24 Blätter, gibt sie aber nicht als Arbeiten des Bar- thel Schön, weil Scheurl (Opera W. Pirkheimeri p. 351) nur Ca- par, Paul, Ludwig und Georg Schön als Brüder Martin's nennt. Und wenn nun Barthel auch kein Bruder Martin's wäre, so ist er doch aus der Ulmer Familie der Schön, und die erwähnten Blätter dürften ihm angehören. Mehrere sind Copien nach Martin Schön,
1 – 12) Die Leidensgeschichte des Herrn, 12 Blätter nach Mar- tin Schongauer copirt, genau von derselben Seite, wie das Original. Es ist diese die Folge Nr. 9 – 20 im Vorzeich- nisse der Blätter Schongauer's, auf welches wir der Beschrei- bung wegen verweisen. Jedes der Blätter hat unten in der Mitte innerhalb der Randlinie das Zeichen b > 6, nur bei Nr. 3 steht es ausserhalb derselben. H. 6 Z., Br. 4 Z. 2 L
Christus am Ölberge.
Die Gefangennehmung,
Christus vor dem hohen Priester.
Die Geißlung Christi,
Die Dornenkrönung.
Christus vor Pilatus.
Die Ausstellung des Herrn.
Die Grablegung.
Christus im Limbus.
Die Auferstehung.
Der Cavalier und die Dame zu Pferde. Der junge Mann reitet nach links hin, mit einer Laubkrone auf dem Kopfe, und die junge Dame sitzt hinter ihm mit einem kleinen Hute. Das Zeichen ist in der Mitte unten. H. 5 Z. 4 L.? Br. 6 Z.?
Ein sitzender Bauer im Profil nach rechts, mit einem spi- tzigen Hut auf dem Kopfe und einem langen Mantel um. Er hält einen Schild in der Rechten, und rechts neben sei- nem Beine liegen Kolben auf dem Boden. In der Mitte un- ten ist das Zeichen. H. 3 Z. 6 L.? Br. 2 Z. 11 L.? Diese Darstellung hat auch ein alter anonymer Meister
Das Kind in der Badwanne. Es hat einen Löffel in der
Linken, und rechts auf dem Stahle steht ein Castrol. Das Zeichen sieht man in der Mitte unten. H. 2 Z. 10 L., Br.
- Ein nacktes Kind auf dem Rasen sitzend. Es ist von vorn
dargestellt, wie es den rechten Fuss mit beiden Händchen fasst. In der Mitte unten ist das Zeichen. H. 2 Z. 9 L.
Der Bauer mit dem Schilde zwischen den Beinen auf dem Boden sitzend. Er hält einen Knoblauch in der Rechten, und das Brod liegt links auf dem Boden. Das Zeichen ist in der Mitte unten. Rund, Durchmesser 3 Z. 1 L.
Ein nacktes, auf dem Rasen sitzendes Kind reicht bei- den Händchen nach einem rechts stehenden Topf. Zwischen seinen Beinen sieht man einen Löffel. In der Mitte unten ist das Zeichen. Diese Darstellung ist von zwei Kreislinien eingefasst. Durchmesser 2 Z. 4 L.
Das Concert. Links begleitet ein junger Mann mit der Gui- tarre das Spiel einer jungen Dame auf dem Hackbrette. In Mitte des Grundes erhebt sich ein kleiner Baum, und in der Mitte unten ist das Zeichen, Rund, Durchmesser 3 Z. 3 L.
Ein alter Zwerg fährt eine alte Zwergin auf dem Schubkar- ren. Letztere hält in der Rechten einen dürren Baumzweig und in der anderen einen Flacon. Das Zeichen ist unten in der Mitte. H. 3 Z. 6 L., Br. 5 Z. 10 L.
Das verliebte Paar. Dieses sitzt unter einem verzierten Bo- gen. Die Dame legt ihre rechte Hand in die seinige und hält im linken Arme ein Bologneser Hündchen. Rechts steht ein Blumentopf, und links vorn ein Krug mit Glas. In der Mitte unten ist das Zeichen. H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. Diese Darstellung hat auch Israel von Mechelen gesto- chen, wahrscheinlich nach unserm Meister, was sich Bartsch nicht zu behaupten getraut,
Die Wilden. Links sitzt ein nacktes Weib mit dem Kinde in den Armen. Neben ihr sitzt ein nackter Mann, wie er den Kopf nach einem andern Kinde wendet. Den Grund bildet eine Gebirgslandschaft mit Bäumen. Das Zeichen sieht man in der Mitte unten. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 4 L.
Dieser L. Schön scheint verschieden zu seyn von dem Maler Ludwig Schongauer, welchen von Stetten (Kunst- und Handwerks- geschichte Augsburgs, S. 376) in den Bürgerregistern der Stadt Augsburg unter dem Jahre 1486 vorfand.
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