Scholl, Johann Baptist

Scholl, Johann Baptist, Bildhauer, der Sohn des verheiratheten Künstlers, wurde 1788 zu Darmstadt geboren, und von dem Vater in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er sich nach München begab, um an der Akademie daselbst seinen weiteren Studien obzuliegen; wo er in kurzer Zeit ein entschiedenes Talent entwickelte. Er führte mehrere Compositionen in Gips aus, darunter Statuen von großer Schönheit der Form. Eine seiner frühere[n] stellt die heil. Elisabeth dar, welche sich im Palais des Prinzen Carl von Hessen befindet. Dann fand Scholl in München auch Gelegenheit zur Ausführung von Grabmonumenten, deren man auf dem Gottesacker daselbst findet. Werke von würdiger origineller Form. Als einen Beweis seines Talentes zur Composition und einer ergiebigen Phantasie nennen wir auch die beiden Umschlagblätter zu H. Köhler's Münchner Album, welche lithographirte Originalzeichnungen in München lebender Künstler enthält. Es ist diess die erste Abtheilung, welche 1812 vollendet wurde. Die beiden von Scholl selbst lithographirten Blätter enthalten reichhaltige und geistreiche Compositionen, die dem schönen Ganzen zur Zierde gereichen. Im Jahre 1842 verliess Scholl München , um an der polytechnischen Schule in Mainz die Stelle eines Professors der Bildhauerei zu übernehmen. Mittlerweile hatte er auch Antheil an den Arbeiten seines Vaters. Von diesen beiden Künstlern geht der Entwurf und das Modell zu einem Denkmale für Herder aus. Die Ausführung eines solchen Monumentes wurde ihnen 1844 von den Freimaurer-Logen aufgetragen, ohne dass diese sich für die Errichtung eines Monumentes Herder's öffentlich ausgesprochen hatten. Als daher gleichzeitig Dr. Ernst Förster in der Allgemeinen Zeitung einen Aufruf zu einem Herder-Denkmale ergehen liess, fand dieser von Seite der Freimaurer-Logen Einspruch, und in der Beilage der genannten Zeitung von 1844 Nr. 264 kam daher dieses Vorhaben zur neuen Besprechung. Dr. Förster brachte eine von L. Schaller bereits im Modell vollendete Statuette Herder's zur Ausführung im Grossen in Vorschlag, von welcher die Logen Ungun[n]st nahmen. Im Jahre 1845 sah man die Werke beider Künstler neben einander in München ausgestellt. Scholl hatte sich mehr den Theologen gedacht, Schaller aber auf geistreiche Weise den universellen Geist des grossen Dichter[s] zu erläutern gesucht. Die Ausführung des Monumentes steht in Aussicht.

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