Schoettl oder Schoettler, Heinrich

Schoettl oder Schoettler, Heinrich, Architekt , ein bayerischer Künstler, dessen Lipowsky nur oben hin, als um lebend erwähnt, und somit ist er einer jener vielen Künstler, deren Ver- dienste München nicht kennt. Er theilt gleiches Loos mit seinen ältern Zeitgenossen Leonhard Halder und mit Heinrich Schoen, die erst in diesem Lexicon in die Reihe der Künstler treten. Schoettl war schon längere Zeit vor 1542 Hofbaumeister des Her- zogs Wilhelm, und dieser gab ihm in dem bezeichneten Jahre die Anwartschaft auf die Stelle Halder's, falls dieser mit Tod ab- ging. Später bekleidete er auch wirklich die Stelle eines Ober- baumeisters, und als solcher standen alle Künstler unter ihm; selbst der Hofmaler Hans Ostendurfer. Um 1550 — 1580 leitete er alle Bauten des Hofes, allein diese bestanden grösstentheils in Repara- turen. Er setzte die herzoglichen Schlösser wieder in bewohnbaren Stand, wie jene in Grünwald bei München, Dachau , Menzing, Höhenkirchen, Möring, Krantzsperg, Tölz , Starnberg , Lechhausen, Friedberg, Wembling, Riedenburg , Ingolstadt , Burghausen, Isareck, Traunstein , Rosenheim , Schwaben , Landshut . Das letztgenannte herzogliche Schloss restaurirte er. Auch die alte und neue Veste in München erhielten damals bedeutende Reparaturen, da letztere durch Brand gelitten hatte. Die Festung Ingolstadt erforderte 1562 eine Ausgabe von 4066 Gulden für Reparatur. Allen diesen Bauunternehmungen stand Schöttl vor. Er scheint ein hohes Alter erreicht zu haben; denn er wird in den uns zu Gebote stehenden Archivalien noch 1584 genannt. Kurz vor dieser Zeit fällt die Her- stellung des Jagdschlosses Grünwald. Die Kosten beliefen sich auf 554 Gulden. Von allen diesen Gebäuden existiren noch die wenigsten, keines wird mehr vom Hofe bewohnt. Im k. Antiqua- rium in der Residenz sind aber interessante Ansichten von solchen alten bayerischen Schlössern, Märkten und Städten.

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