Schoepfer, Hans

Schoepfer, Hans, Maler zu München , und sein gleichnamiger Sohn, sind zwei wenig bekannte Künstler, so wie überhaupt die hayerischen Schriftsteller, wie Westenrieder, Lipowsky, und bis auf die neueste Zeit, nur eine ganz geringe Anzahl von Münch- ner Künstlern aus dem 15. und 16. Jahrhundert kennen, während besonders im 16. Jahrhundert viele Künstler in München lebten und eine Schule bildeten, deren Erzeugnisse jedoch jenen der Ul- mer und Nürnberger Schule nicht gleichkommen. Auch ist das Kunststreben jener Zeit in München zu wenig bekannt, als dass man darüber genau urtheilen könnte. In Bayern gingen durch die Klosteraufhebung viele Werke zu Grunde, andere sind unbe- kannt, oder sie werden fremden Meistern zugeschrieben. Eben so weiss man von dem älteren Hans Schöpfer nur wenig, und wenn wir auch lesen, er sei aus Nördlingen gewesen und habe um 1550 bis 1570 geblüht, so dürfte nur wenig Wahres in dieser Angabe liegen. Auch der Schule von Landshut scheint er nicht anzuge- hören, deren Wirksamkeit eben so wenig genau erforscht ist, als jene der Münchner Schule, wenn wir sie so nennen dürfen.

Der erste, welcher über Hans Schöpf etwas Urkundlich

einen Anhaltspunkt im Leben des Meisters; wir fanden aber noch näheren Nachweis in den Papieren der Münchner Zunft, welche uns zur Einsicht offen standen. Hans Schöpfer kommt schon in einem Zunftzettel von 1531 vor, dann in solchen von , 1546, 1560, und auch jener Künstler dieses Namens könnte er seyn, der in einem Zunftzettel von 1587 vorkommt. Im Jahre 1568 machte sein gleich- namiger Sohn und Schüler das Meisterstück, und lebte fortan 42 Jahre seiner Kunst; denn er starb 1610 als bayerischer Hofmaler. Dieses ersah Lipowsky aus dem Zunftbuche, und auch wir fanden die Angabe bestättiget. Beide bildeten mehrere Schüler. Waldhau- ser Moser war 1564 Schüler des älteren Schöpfer, 1587 war To- bias Trautner von Landsberg Schüler eines H. Schöpfer; 1603 trat Peter Menzeisser aus Hall und 1605 Jörg Spiegl von Starnberg bei dem jüngeren Schöpfer in die Lehre. Ein mit dem Namen Hans Schöpfer's bezeichnetes Bild kann nicht genügt werden, in der Gallerie zu Schleissheim sind aber zwei Bild- niss-Schöpfer, Hieronymus. Maler, ein bisher unbekanter Bildner. Schöpfer, Wilhelm, Maler, war Sohn und Schüler des älteren H. S. und dem Schöpflöffel bezeichnet, die von Dillis dem Schöpfer beigelegt werden. Das eine stellt das Bildniss der Gräfin Euphrosina von Oettingen, das andere jenes der Benigna von Lamberg dar, beide mit der Jahrzahl 1560 versehen, so dass sie noch von dem älteren Schöpfer herrühren könnten. In der k. Sammlung der Morizkapelle zu Nürnberg wird ihm das Bildniss des Hans Caspar von Pinzenau beigelegt, welches in der Zeich- nung schwach und sehr flach behandelt ist, nicht mehr in der Weise der altdeutschen Schule. Die beiden ersten dieser genann- ten Bildnisse legte Ch. von Mannlich dem Hans Schaeuffelein bei, und es ist öfters geschehen, dass wegen der Gleichheit oder Aehn- lichkeit der Monogrammen Schöpfer's Bilder dem Schaeuffelein zu- geschrieben wurden. Diess ist wahrscheinlich auch mit Produkten der Formschneidekunst der Fall. Vermuthlich sind unter der Masse von Blättern, welche dem Schaeuffelein zugeschrieben werden, ei- nige von Schöpfer gezeichnet. Er war auch in der historischen Composition erfahres, nicht bloss Bildnissmaler. Es gibt indessen auch noch andere Meister-H. S. An diese zwei Maler reiht sich noch ein dritter gleichnamiger Künstler, dessen wir in einem Zunftzettel von 1616 erwähn find- den. Keiner malte 1600 für den Hof in München zweimal das bayerische Wappen. Der dritte H. Schöpfer könnte in der Maxi- milianischen Residenz beschäftigt gewesen seyn. Ka ein Künstler, dessen Existenz aber durch die Münchner Zunft- papiere begründet ist. Er war 1607 Schüler von Hans Wörle, und war noch 1607 in der Werkstätte desselben der Kunst ob. Später erlangte er das Meisterrecht in München. Hans Schöpfer, und am Hofe des Herzogs Maximilian I. beschäf- tigt. Er war schon 1608 zünftiger Meister. In diesem Jahre nahm

er den Hans Marta von München in die Lehre, wobei Hans Schö- pfer jun. Beiständer war. Vor diesem Jahre fanden wir seiner nicht erwähnt, und zum letztenmale erscheint er 1631 in den Zunftzetteln, so dass Lipowsky Recht haben kann, wenn er ihn 1654 ster- ben lässt. Dieser Schöpfer malte mehreres für den Hof; 1625 auf eine 25 Schuh lange Fahne von rothem Taffet die Wappen bayer-

schäftiget gewesen zu sein scheint. Dass er aber auch andere Dar- stellungen gemalt habe, dürften die zahlreichen Schüler beweisen, die er hatte. Wir nennen darunter ausser dem oben erwähnten Marta, den Georg Hertinger, welchen er 1611 bildete, den Georg Huber, welchen Schöpfer 1618 als Führer in die Lehre nahm; den Pangraz Hättinger 1621, den Hans Reitter von Neufarn 1625 etc.

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