Schoepf, Joseph. Historienmaler , geboren zu Telfs im Ober- Innthale 1745. Das ausgezeichnete Talent dieses oft mit den oben genannten bayerischen Malern verwechselten Künstlers erkannte und unterstützte zuerst der geistvolle Capitular des Stiftes Stams, Joachim Plattner, und als der gelehrte Archivar Cassian Primisser seine urkundliche Historie dieser Abtei schrieb, wurde dem jungen Schoepf aufgetragen, die Zeichnungen der dazu gehörigen Grab- mäler, Insigel, Monogramme etc. zu liefern. Durch Unterstützung des Stiftes war er 1756 in die Lehre zu Philipp Haller, Piazetta's Schüler, nach Innsbruck gekommen, und 1762 ging er nach Salz- burg, Passau und Wien , wo er bei höchst gewöhnlichen Malern arbeitete. Aus dieser frühesten Epoche sind von ihm Leidenssta- tionen in Pinzgau und ein Frescogemälde zu Kirchdorf . Bei Leo- 170665 war er daselbst Gehülfe des heatermalers Cagliari, ging aber bald wieder nach Stams und malte dort das Altarblättchen und das Fresco in der Capelle des Krankenhauses. Endlich nahm sich auf Verwendung des Klosters Stams Martin Knoller seiner an, was für ihn entscheidend war. Er arbeitete mit Knoller von 1768 bis 1775 in den berühmten Kir- chen von Neresheim , Gries bei Botzen, Ettal , Volders, im Bürger- saale zu München und im Graf Taxischen Pallast zu Innsbruck, wo sich Knoller überall als tüchtiger Meister bewiesen hatte, und Schoepf als würdiger Schüler desselben. Im Jahre 1776 ging Schoepf als kaiserl. Pensionär nach Rom und blieb dort bis 1783, zu einer Zeit, in welcher auch David, Füger, Zauner etc. daselbst Aufse- hen erregten, denen aber Schoepf nicht nachsteht. Er musste all- jährlich ein Probestück nach Wien schicken, wovon aber keines im Belvedere aufgestellt ist. Schoepf fand aber Beifall, und er- freute sich des besondern Schutzes des Grafen Firmian zu Mai- land. Für diesen malte er einen lieblichen Amor mit Psyche, und eine von Aktäon erblickte Diana, allein der edle Graf starb noch vor der gänzlichen Vollendung dieser Bilder. Das erstere ist jetzt in der Sammlung des Kunstinstituts zu Prag zu sehen. Graf De- viller, der den Eidlümler vergebens für Frankreich zu gewinnen suchte, bot dafür 50 Louisd'or, erhielt es aber nicht. Das Fresco- bild in der Sakristei von Genazzano und das Altarbild mit Chri- stus am Kreuze in der Kirche hatte von Schoepf bereits hohe Er- wartungen erregt, auf welche aber das Vaterland alleinigen An- spruch machte. Eine schwere Krankheit zersplitterte endlich seine Kräfte und steigerte jene tiefe Schwermuth, die oft so feindselig sein Leben durchkreuzte. Er verliess Rom, wo er mit den oben genannten Künstlern, sowie mit Mengs und Maron in Freund- schaft lebte, und betrat Deutschland, das er nie wieder verliess. Im Jahre 1783 erhielt er den Auftrag, die Kirche der bayerischen Benediktinerabtei Asbach bei Landshut in Fresco auszumalen, wo- durch sich sein Ruf in ganz Deutschland verbreitete. Besonders fürlich wurde die Verklärung Christi. Nach Vollendung dieser Gemälde bekam er den Auftrag, die Kirche zu Alrn im Puster- thale zu malen, wo die Taufe im Jordan und die Predigt des Jo- hannes in der Wüste gepriesen wurden. Später erhielt diese Kirche auch Altarblätter von ihm, unter denen der "Tod des heil. Bischofs Martin sich auszeichnet. Zu seinen übrigen vorzüglichen Fresken gehören jene der Pfarrkirche im nahen Brunneck (1789), wofür er 1813—1814 auch die Altarblätter gemalt hat. Ein in der Pfarr- kirche zu Kaltern 1792 ausgeführtes Frescobild stellt den Tod des
Dann malte Schoepf auch schöne Staffeleibilder, deren der Landrath J. Freiherr von Hormayr mehrere besass. Auch Lord Bristol besass mehrere Oelgemälde von ihm, darunter den Dichter Horaz am „Praecceps Anio" lesend. Freiherr von Kresel in Wien besass ein Bild des Cincinnatus, der vom Pfluge weg zur Diktatur be- rufen wird. Überdies finden sich von ihm auch mehrere Ma- donnenbilder und heil. Familien. Seine Copien nach Rafael und Mengs reihen sich diesen Bildern an, sowie die landschaftlichen Staffeleigemälde. Unter diesen ist eine sehr getreue Ansicht der St. Martinswand in der Sammlung des Landrathes B. v. Hormayr. Schoepf hat auch eine grosse Anzahl von Bildnissen gemalt, die aber meistens das Verdienst grosser Aehnlichkeit nicht haben. In der Gallerie des Grafen von Firmian zu Leopoldskron war ehedem auch sein eigenes.
Das letzte Werk des Künstlers sind die Frescobilder in der Servitenkirche zu Innsbruck. Er stellte da in zwei Abtheilungen des Gewölbes den Abschied des heil. Joseph von der Welt, und dessen Eintritt in den Himmel dar, Der Künstler wählte in der ersten Abtheilung nicht den sterbenden Frommen, sondern wie der Hei- lige, eine Figur von hoher Schönheit, aus dem Lande des Schat- tens den Regionen des Lichtes entgegenschwebt, eine würdige, schön durchgeführte Idee. Über das Ganze ist ein warmer Hauch höheren Lebens ausgegossen.
Im zweiten Plafondgemälde erscheint der heil. Joseph im Him- mel, nach christlicher Idee meisterhaft ausgelührt; Diese Bilder wurden daher allgemein gepriesen, namentlich das zweite, in wel- chem sich der Künstler selbst übertroffen haben soll. Im Anzeige- blatt der Zeitschrift Flora 1821 Nr. 13 u. 14 spricht sich ein Re- ferent mit Begeisterung darüber aus. In den Ecken über den vier Fenstern malte der Künstler die vier Evangelisten, charactervolle Gestalten.
Schoepf vollendete diese Malereien 1820, und kaum hatte er den Pinsel weggelegt, so verlor er durch den Bankerot eines Freun- des sein halbes Vermögen. In Folge dieses Unglückes verfiel er in düstere Schwermuth, aus welcher er sich nicht mehr retten konnte. Er nahm nie mehr den Pinsel zur Hand, fing zu krän- keln an und starb 1822, nachdem er alle seine Kunstsachen dem Stifte Stams vermacht hatte. -
Schoepf war ein Maler von Talent, welches er durch glück- liche Studien unterstützte. Nach dem Beispiele des R. Mengs sah er viel auf Correktheit der Zeichnung und auf die akademischen
„Seine Regeln. Man bemerkt in seinen Compositionen auch eine gute Auswahl von schönen und anmuthigen Formen, und er wusste seinen Köpfen bezeichnenden Ausdruck zu verleihen. Seine Frescogemälde zeichnen sich auch durch lebendige und harmonische Färbung aus, seine Staffeleigemälde in Oel sind aber manchmal wie von einem Nebel verhüllt. Nach seinen Portraiten und Thiergestalten darf man ihn nicht beurtheilen, da er hierin weniger leistete, als in seinen historischen Bildern. Auf seinen früheren Gemälden, be- sonders aus der Zeit, in welcher Joh. Nep. Schoepf noch lebte, der öfters mit ihm verwechselt wurde, nannte er sich häufig Giu- seppe Schoepftroloes. So liest man in der Kirche zu Aspach, wo Schoepf's großräumige Frescobilder sind, und auch auf Ölbildern schrieb er sich so. Das Bildniss dieses Meisters ist in der Portrait- sammlung des k. sächsischen Hofmalers Vogel von Vogelstein, von diesem selbst 1820 in Innsbruck gezeichnet.
R. M. Frey stach das erwähnte Bild in der Sammlung patrio- tischer Kunstfreunde zu Prag, welches Psyche vor Amor kniend vorstellt, gr. fol. Diese Composition wird im Cataloge der Samm- lung des Grafen Sternberg irrig dem Joh. Adam Schoepf beigelegt. G. Zancon stach nach ihm Venus unter einem Zelte den Amor liebkosend, eine schöne Composition, die in jedem genannten Ca- taloge ebenfalls dem Adam Schoepf beigelegt wird. Dieses grosse Blatt ist in Punktirmanier ausgeführt. "
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