Schoepf, Johann Nepomuli, Maler und Sohn des Obigen, wird von Lipowsky, Füssly u. a., häufig mit dem Tiroler - Joseph Schoepf verwechselt, der an Verdienst viel höher steht, und sich zuletzt, um diesen Verwechslungen vorzubeugen, öfters Giuseme Schoepf Tirolese auf seinen Gemälden schrieb. Doch auch die Werke von Adam und Joh. Nepomuk Schoepf werden verwechselt. Bei der Klosteraufhebung gingen indessen von beiden mehrere zu Grunde oder wurden verschleppt.
Johann Nep. Schoepf wurde in Prag geboren, wo sein Vater Johann Adam mehrere Jahre im bürgerlichen Verbande lebte, wie wir schon oben bemerkt haben. Sein Meister war der ältere Schoepf, und wenn Martin Einoller als solcher genannt wird, so ist von Joseph Schoepf die Rede. Er scheint auch in Italien gewesen zu seyn; denn wir fanden in den Personal-Akten bayerischer Künst- ler im königl. Reichs - Archivs - Conservatorium, dass Schoepf 1761 um Unterstützung zu einer Reise nach Italien nachgesucht habe, dasselbe aber nicht verneint. Im Jahre 1765 erhielt er den Titel eines churfürstlichen Cammerdieners (Cammermaler) und Hofmalers, und um diese Zeit nannte er sich auch J. N. von Schoepf, so wie sein Vater, wohl als Besitzer von Geissel - Pullach,
Schoepf jun. malte mehrere Bilder, womit das churfürstliche Schloss Fürstenried bei München ausgeschmückt wurde. Dafür malte er nach Rubens Meleager und Aläante, ein grosses Bild mit den sieben griechischen Kaisern, ein grosses Gemälde mit Maria und Magdalena, die Bilder von Sokrates, Diogenes und Aristote- les. In der Kirche zu Fürstenfeld-Bruck in Oberbayern sind Altar- bilder von ihm, worunter auch das Hochaltarblatt mit der Himmel- fahrt Mariä gehört. Lipowsky u. a. schreiben es dem Adam Schoepf zu, von C. Röckl (Besch. von Fürstenfeld. München 1840 S. 25) wird es aber dem J. N. Schoepf jun. beigelegt, was auch der Stich von Jungwirth bestädtiget. In dieser Kirche sind auch noch einige andere Gemälde von ihm. In der Kirche des heil. Johannes zu Regensburg ist der Täufer Johannes sein Werk. Im Jahre 1770 wurde Schoepf Mitglied der Akademie in München. Sein Todes- jahr fanden wir nicht angegeben; er scheint noch um 1785 gelebt zu haben. Wenn Lipowsky u. a. sagen, Schoepf sei noch 1810 am Leben gewesen, so verwechseln sie ihn mit Joseph Schoepf.
Das Altarbild der Himmelfahrt Mariä hat Jungwirth in gr. fol. gestochen, und Schoepf selbst selbes radirt. Man liest auf diesem
Blatte: Schaepf (sic) inv. et fec. Es ist mit dem Grabstichel über- gangen,
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ/