Schoener, Friedrich Gustav Adolph

Schoener, Friedrich Gustav Adolph, Bildnissmaler, geboren zu Mansbach 1774, erlernte die Anfangsgründe der Kunst von sei- nem Oheim Conrad Geiger zu Schweinfurt , und begab sich dann nach Dresden , wo ihn A. Graff bald unter seine besten Schüler ählte. Er copirte da auch mehrere Werke der königl. Galerie, so wie später in Paris, wo Schoener David's Schule besuchte, und im Verlaufe etlicher Jahre den Ruf eines der ausgezeichnetsten Maler seiner Zeit gründete. Er malte zu Paris und in anderen französischen Städten viele Bildnisse und auch jenes Napoleon's. Noch mehr Portraits zeichnete er mit schwarzer Kreide nach der Weise des berühmten Isabey, oder in estampirter Manier, wie man damals sagte, weil diese Bildnisse den Kupferstich nachahmen sollten. Dann hielt sich Schoener auch einige Zeit in der Schweiz auf, besonders zu Basel und Zürich . Von da aus bereiste er Deutschland , wo man zahlreiche Portraits von der Hand dieses Meisters findet. Er hielt sich fast in allen Hauptstädten Deutsch- lands längere oder kürzere Zeit auf. Er malte da die Bildnisse vieler berühmter Männer. Auch Familienstucke führte er aus, die sich durch lebendige Anordnung und durch Genauigkeit der Zeich- nung auszeichnen. Im Colorite herrscht durchgehend grosse Wahr- heit. Dass ein Meister von solchem Rufe, wie Schoener, auch in der Technik grosse Übung erlangt haben müsse, ist offenbar. Die Werke alle aufzuzählen, welche er im Verlaufe seines langen Lebens gemalt hat, ist unmöglich. Zu den ausgezeichnetsten ge- hört das Bildniss von Pestalozzi 1804, welches Friedhaff in Tusche

manier gestochen hat; des Herzogs von Braunschweig-Oels, 1825 für den Sitzungssaal der Braunschweigischen Landstände gemalt; das Portrait des Dr. Fritsch in ganzer Figur in der St. Blasius- kirche zu Quedlinburg; jenes des Kaufmanns Pöschel, des Grün- ders eines Waisenhauses, 6 Fuss hoch, 1830 gemalt; jenes des Oberdompredigers Dr. Augustin in Halberstadt, und jenes des Bi- schofs Dräseke, 1836 ebendaselbst gemalt, sowie denn Schöner

...in Halberstadt längere Zeit lebte, und grossen Beifall erndtete. Den Dr. Augustin stellte er als freundlichen Wirth dar, wie er seine reiche Sammlung zeigt, ein ausserordentlich ähnliches und gut geordnetes Bild. Auch das Portrait Dräseke's ist von sprechen- der Wahrheit, das ähnlichste dieses berühmten Kanzelredners. Im Nachlasse des Meisters, der eine höchst interessante Samm- lung bildet, ist ein vortreffliches Bild des Greises Pestalozzi mit einem Kinde. Dann enthält sie die Bildnisse von Tischbein, Graff, Pfeffel, Chodowiecki, Klein, Fouque, Rauch etc., und eine grosse Familiengruppe des Meisters Schoener. Ueberdies bewahrte er mehrere meisterhafte Copien berühmter Gemälde, die er selbst in Dresden und zu Paris gefertiget hatte. Darunter zeichnet sich ein — Christuskopf nach Leonardo da Vinci und vor allem die Vierge au Lange nach Rafael aus. Dieses Bild copirte er in Paris. Dann malte er mehrere Christusköpfe nach G. Reni, Carracci u. a. Dieser ein halbes Jahrhundert geachtete Meister starb 1841 in Hannover.

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