Schoeßlmayer oder Schaeßlmayer, Eberhard u. Martin

Schoeßlmayer oder Schaeßlmayer, Eberhard u. Martin, Maler, waren Söhne eines Bäckermeisters in München. Eberhard wurde dem Jürg Weinmeister auf sechs Jahre in die Lehre gegeben, doch hielt er nur fünf Jahre bei diesem Meister aus. Im letzten Jahr erstand er bei Thomas Zehetmayer, und endlich wurde er freigesprochen. Wir wissen dieses aus den Papieren der Münchner Malerzunft, finden aber über den weitern Wirkungs- kreis dieses bisher unbekannten Künstlers nichts mehr angedeutet. Martin Schoeßlmayer trat bei Christoph Mittermayer in die Lehre, und musste nach dem damaligen Herkommen sechs Jahre ersticken. Allein schon 1538 war er Malerjunge des Jörg Ham- mer, und ging er nach Botzen. Nach seiner Rückkehr wollte er in München den Freibrief erlangen, wobei sich zeigte, dass ihm noch ein Lehrjahr fehle. Um dem Gebrauche nachzukommen, trat er daher bei Christoph Clamer neuerdings in die Lehre, weil er aber die geforderten acht Gulden Lehrgeld nicht bezahlte, so schickte ihn der Meister nach etlichen Tagen fort. Desswegen beklagte sich der Vater beim Rathe; allein dieser erhielt die schrif- tliche Weisung, der Sohn müsse bei einem anderen redlichen Mei- ster die fehlenden elf Monate als Lehrling zubringen, und dann ein Zeugniss vorbringen, dass er seine Zeit »Bubenweis erstanden habe«. Dieser Schoeßlmayer scheint ein Maler von Verdienst ge- wesen zu seyn, indem er sich schon vor Ablauf der Lehrzeit tüch- tig fühlte. Damit verlieren wir seine Spur. Dann kennen wir noch einen dritten Maler Namens Schoeßl- mayer; es müsste denn seyn, dass einer der genannten Künstler ein sehr hohes Alter erreicht hat. Von einem Künstler dieses Na- mens finden sich in einem Necrologium des Klosters Steingaden in Bayern Bilder in Oel auf Pergament, mit dem Titel: Necrolo- gium ecclesiae Steingadensis canonicorum Praemonstratensium formatum anno 1650. Dieses Werk, gegenwärtig auf der königl. Hofbibliothek in München, besteht aus 16 Blättern von 10 Z. ©&

L.-Höhe, Jedes enthält ein Oelgemälde mit kurzem lateinischen Text, und auf der Rückseite sind kleinere Darstellungen, die sich auf das Hauptbild beziehen. In diesem Necrologium fehlen son- derbarer Weise die Namen und Sterbetage der Stifter und ihrer Familien, so wie jene der Aebte und Religiosen. Schoel, Hendrick van, Kupferstecher, ein niederländischer Kün- stler, arbeitete in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Seine Lebensverhältnisse sind unbekannt. Die meisten der folgenden Blätter scheinen Copien zu seyn, und nach Platten von anderen Meistern. Schoel hatte in Rom eine Druckerei, und wie es scheint auch eine Kunsthandlung.

  1. Die Darstellung im Tempel, nach Tad. oder Fed. Zuccaro. Copie nach C. Cort, Henricus van Schoel fecit. H. 5 Z. Br. 6 Z. 8'L.
  2. Die Flucht in Aegypten, kl. fol.
  3. Der Kindermord, nach Rafael, Copie nach Marc-Anton's be- rühmtem Blatte. Wenn auf einer solchen die Adresse: Henricus van Schoel excudit steht, so ist es der dritte Druck oder Copie von Mich. Lucchese. Die ersten Abdrücke sind ohne Schrift, die zweiten haben Lafrery's Adresse.
  4. Das Jesuskind mit dem Tode, kl. fol.
  5. Das Abendmahl des Herrn, kl. fol.
  6. Christus von zwei Henkern mit Dornen gekrönt, nach An- nib. Carracci's Bild in der Carthause zu Bologna. Copie nach Giamb. Coriolano. Im Rande: Et milites etc. Hen- ricus Schoel excu. H. 5 Z. 6 L. Br. 3 Z. 7 L.
  7. Das Schweistuch von Engeln getragen, nach P. Candito. Copie nach Raf. Sadeler. P. Candidus f. H. van Schoel excudit. H. 5 Z. 7 L. Br. 3 Z. 6 L.
  8. Der Tod des heil. Petrus Martyr, fol.
  9. Die Vermählung der heil. Catharina, fol.
  10. Die Marter dieser Heiligen, fol.
  11. St. Carolus Borromäus im Grabe, fol.
  12. Ein Krieger zu Pferde, nach Innoc. Martini, fol.
  13. Das Grabmahl des Papstes Julius II., nach Michel Angelo, fol.
  14. Der Hof des Belvedere, nach B. Lazzari bei Gelegenheit ei- nes 1565 dort gehaltenen Turniers gestochen, qu. fol.

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