Schoeller, Johann Christian, Miniaturmaler, geb. zu Bappols- weiler 1782, übte sich schon als zehnjähriger Knabe mit Vorliebe in der Zeichenkunst und Malerei , musste sich aber in der Folge dem Handelsstande widmen. Er war bereits Buchhalter in einem
anscheinlichen Hause zu Augsburg , vergaß sieber auch als solcher die Kunst nicht, und als nach dem Tode des Principals die Fir- ma sich auflöste, so pflegte Schöller ausschliesslich die Kunst, welcher aber die ausgebrochenen Kriegsunruhen wenig günstig waren. Der königl. bayerische Hofmaler Klotz hatte zuerst Schöller's Talent eifrig genährt und geübt, und durch die Schätze des Münchner - Gallerie, vorzüglich aus der niederländischen und ita- lienischen Schule angefeuert. Zürich , Bern , Lausanne und vor- züglich Genf entwickelten nun weiterhin dessen Talent, vorzüg- lich die trefflichen Genfer Miniaturmaler grösseren Styls, Boursier und Arland. Hierauf studirte Schöller drei Jahre im Pariser Mu- seum und gewann in der herrlichen Exposition des Spätjahres 1812 erhöhte Liebe zur Miniaturmalerei . Mit einer bedeutenden Ausbeute vorzüglicher Bilder, theils nach Oel-, theils nach Emailgemälden verliess er im Winter 1812 Paris , und malte in der Provence und in Burgund mehrere Portraite. In seine Heimath zurückgekehrt bereiste er die Gegenden des Rheins, von wo ihn der Congress nach Wien zog, wo er sich mehrere Jahre aufhielt. Von hier aus reiste er auch einen lehrreichen Ausflug nach Rom , Neapel und Sicilien, wovon ein überaus verständiges Tagebuch und ein mit gemüthvollen Zeichnungen reich erfülltes Portefeuille, eine se- henswürdige Ausbeute sind. Ein zweiter Ausflug nach Paris war für den verständigen Künstler nicht minder interessant.
Ausser mehreren trefflichen Stücken im Besitze der Fürsten Kaunitz und Ersterhazy, verdienen ganz besondere Aufmerksamkeit: eine Darstellung des verlorenen Sohnes und Raphael's Madonna della Sedia, beide in grösserm Formate und ein ganz kleines Bild Ludwig's XIV. Um 1820 war Schöller's Ruf noch weit ver- breitet; in den letzteren Jahren aber vernahmen wir nichts mehr von ihm.
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