Schoedlböngl, Johann Nepomuk, Landschaftsmaler , geb. zu Wien 1770, widmete sich in seiner früheren Zeit dem Lehrfach, und betrieb daher die Kunst nur als Nebensache. Er er- theilte Unterricht in den Elementargegenständen, verliess aber nach einiger Zeit diesen Beruf, da seine artistischen Arbeiten un- zweideutiges Lob erhielten und dem Dilettanten von vielen Seiten Aufträge zu Theil wurden. Jetzt unternahm er mehrere Reisen nach Mähren , Steiermark , in das Innviertel u. s. w., und das Re- sultat derselben waren zahlreiche landschaftliche Ansichten, mit Figuren und auch mit Architektur geziert. Diese Bilder gingen theils in den Besitz des Kaisers und der Prinzen des Hauses über, theils wurden sie Eigenthum der Grossen des Reiches. Einige sei- ner landschaftlichen Bilder sind der vorherrschenden Staffage we- gen zu den Ergebnissen des romantischen Genres zu zählen, die meistens aus seiner früheren Zeit stammen. Eines seiner gelun- gensten ist die Rückkehr der Pförtnerin, nach Foucqs Legende 1823 für den Fürsten von Löwenstein gemalt, 5 auf 4 Schuh gross. Andere schöne Bilder dieser Art sind die vom Ritter Toggenburg und dem Lied von der Treue. Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir auch des schönen kleinen Bildes in der Gallerie des Bel- vedere, welches einen Leichenzug von Kapuzinern vorstellt, die einen Bruder zu Grabe tragen. Eines derjenigen Bilder, durch welche Schödlberger seine Gewandtheit in Auffassung von Natur- scenen auf das glänzendste bewährt hat, ist seine Ansicht des Traunfalles in Oberösterreich, 1803 gezeichnet und 1821 in Farben ausgeführt, auf einer Leinwand von 7 F. Höhe, und 9 F. 3 Z. Breite. Dieses Gemälde befindet sich ebenfalls in der Gallerie des Belvedere, so wie ein zweites von 1820 in mittler Grösse, welches eine Gegend an der Igl in der Herrschaft Dalleschitz in Mähren darstellt. Man sieht da einen mit dunklem Walde bewachsenen Thalkessel, aus welchem der Waldbach hervorströmt. Ausser
den vaterländischen Ansichten hat man von Schoedlberger auch italienische, die theilweise mit Architektur und mit historischer oder romantischer Staffage geziert sind. Im Jahre 1820 malte er für den Grafen von Sarau eine Ansicht der St. Peterskirche, des Vati- kans und eines Theils der Stadt Rom. Im Belvedere sieht man das Innere einer italienischen Kirche, in welcher ein Capuziner die Lichter des Altares anzündet, während einige Landleute vor demselben knieen. Durch das Fenster scheint der Vollmond her- ein. Dieses Gemälde, welches mit den genannten zu den vorge züglichen des Meisters gehört, ist klein und mit der Jahrzahl 1850 versehen. Dann hat man von Schödlberger auch eine Ansicht des Trajansbogen bei Ancona, des Wasserfalls bei Tivoli, und meh- rere andere Bilder aus Italien und dem Vaterlande, die sich durch Schönheit der Auffassung und durch meisterhafte Behand- lung auszeichnen. Es offenbart sich in ihnen ein warmes Gefühl für Poesie und Schönheit der Natur. Schödlberger ist Mitglied der Akademie der Künste in Wien. Schödlberger hat auch mehrere Blätter radirt, theils nach Zeichnungen, theils nach den von ihm ausgeführten Gemälden, in verschiedenem Formate.
- Italische Gebirgslandschaft im Charakter von Claude Lor- rain; gemahlt und radirt von J. N. Schödlberger 1810, kl.
- Eine heroische Landschaft mit Figuren. Mit dem Namen des Meisters und der Jahrzahl 1811, gr. fol.
- Eine Landschaft mit Ruinen und Monumenten, qu. 4.
- Eine Landschaft mit Figuren und Thieren, qu. fol.
- Eine Landschaft mit Wasserfall und Wald; qu. 4.
- Einige kleine Landschaften mit Ruinen, Wasserfällen, Figu- ren und Thieren; Schedele, Martin, nennt man auch unsern Martin Schedel, und vielleicht nicht mit Unrecht; denn auf einem Blatte mit St. Johann dem Täufer nach Piazetta steht: Martinus Schedl Tirolensis sculp. Venetiis, Dieser Schedel war von Tannheim in Tyrol, lernte die Kupferstecherkunst bei A. Pirkhart in Prag, ging dann nach Ve- nedig, um unter Wagner sich weiter auszubilden, und starb 1748 im 71. Jahre. So lesen wir bei Dlabacz, und glauben nicht, dass unser M. Schedel von dem Tiroler Martin Schoedle verschie- den sei. Schedler, s. Schedele. Schoeffer, Peter, s. den folgenden Artikel. Schoeffer Johann, Buchdrucker von Mainz, wie Papillon (Traité I, 113) meint der Sohn des Peter Schoeffer, welcher im Hause des Dr. Johann Fust von der Buchdruckerkunst Kunde erhielt, und selbst einer der ersten Buchdrucker war. Beide werden unter die Formschneider gezählt, was wohl möglich ist, aber ohne dies streng beweisen zu können. Dem Johann Schoeffer legt man ein Monogramm bei, auf welches auch andere Künstler Anspruch ma- chen können. Er war noch um 1520 thätig. Schöfler, der Name von Künstlern, die im 18. Jahrhunderte in München lebten. Der Maler Johann Friedrich Schoeffler war 1725 bereits Meister, und starb 1750. Sein Schüler Franz von Freising
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