Schnorr von Carolsfeld, Julius, Ritter. Historienmaler, einer der ausgezeichnetsten deutschen Künstler, dessen Name durch die großartigen Schöpfungen in der königl. Residenz zu München verherrlicht ist. Er ist der Sohn des Direktors Veit Hans Schnorr von Carolsfeld, dessen Biographie wir im vorhergehenden Artikel gegeben haben, nebst Hinweisung auf die Abstammung dieser Familie, die jetzt drei berühmte Meister, so wie einen zu früh verstorbenen Kunstjünger und eine kunstfertige Schwester zählt. Julius wurde 1794 zu Leipzig geboren und unter den Augen seines Vaters in die Elemente der Kunst eingeweiht. Julius gab schon früh ein entschiedenes Talent kund, wie die Zeichnungen beweisen, die er schon als Knabe von 9 Jahren ausführte, und worunter solche nach Modellen sind, die einem talentvollen Jüngling Ehre machen. Dabei wurde aber auch seine geistige Ausbildung nicht vernachlässigt, so wie wir denn aus dem Leben des Vaters wissen, dass das ganze Streben dieses Meisters auf wissenschaftliche und künstlerische Ausbildung gerichtet war. Unter den älteren Meistern sprachen ihn in seiner Jugendzeit besonders Michel Angelo und Benvenuto Cellini an, deren Studium schon seinen frühesten Zeichnungen einen Anstrich von Großartigkeit gab. Doch empfahl ihm der Vater auch andere gute Vorbilder; namentlich war der schöne Johannes nach Guido Reni, dessen wir im Artikel des Direktors v. Schnorr erwähnt haben, der Gegenstand liebevoller Nachbildung. Im Nachlasse seines Vaters, dessen wir oben erwähnt haben, war eine schöne in schwarzer Kreide ausgeführte und mit Weiß gehöhte Zeichnung dieses Johannes, so wie einige andere Zeichnungen aus der früheren Zeit des Meisters, welche der Vater bewahrte; theils in Tusch, theils in schwarzer Kreide und mit der Feder ausgeführt.
Im Jahre 1811 begab sich Julius von Schnorr nach Wien, um an der k. k. Akademie seiner weiteren Ausbildung obzuliegen, wo sich schon früher seine beiden älteren Brüder zu gleichem Zweck eingefunden hatten. Jene Anstalt leiteten damals die Bildhauer Zauner und Fischer und der Maler Causig; allein sie waren nicht im Stande der Kunst ein neues, frischeres Leben einzuhauchen, und wenn je daselbst einer der älteren Meister von einem höheren
gezogen wurden, jetzt die letzte Nummer. Endlich konnte er es in diesem Unwesen nicht länger mehr aushalten, und eilte 1817 nach Italien. Damals hatte sich in Rom ein Verein deutscher Maler gebildet, welcher die Wiedergeburt der deutschen Kunst bewirkte, und schon im Frühjahre 1810 im Palaste Caffarelli dem Kaiser von Oesterreich jene viel besprochene Ausstellung gab, welcher F. Schlegel, der wärmste Fürsprecher der alten deutschen Malerschule, in den Wiener Jahrbüchern höchst merkwürdige Be- trachtungen gewidmet hatte. In dieser schönen Blüthezeit der wiedererwachenden Kunst traf Schnorr Ende Jänner 1818 aus Flo- renz in Rom ein, wo er sich mit inniger Liebe an jene Männer anschloss. Schnorr hatte auch schon in diesem Jahre das Glück, bei dem preussischen Gesandten von Humboldt, bei dem scharf- sinnigen Niebuhr und bei dem kunstverständigen Bunsen den Kronprinzen Ludwig von Bayern zu sehen, der durch seinen öf- teren und langen Aufenthalt in Italien auf das Wiedererwachen der Kunst grossen Einfluss übte, und später unserm Künstler in München die Residenz zu seinem Ruhme öffnete. Schnorr führte in Rom viele Zeichnungen und auch mehrere Bilder in Öcl aus. Unter letzteren war die Hochzeit zu Cana, eine reiche Composition von mehr als 60 Figuren, das gefeiertste. Es kam in den Besitz des Lord Cathcarts, der damit seinen Landsitz in Schottland zierte, Dann malte er Jakob und Rahel für die verstorbene Königin Ca- roline von Bayern, den sein Vermögen unter die Armen verthei- lenden St. Rochus für den Hofrath Weigel in Leipzig, eine heil. Familie und eine Madonna mit dem Kinde für den bekannten
Kunstfreund G. v. Quandt, den besonderen Gönner unsers Künst- lers; die drei christlichen und die drei heidnischen Ritter nach Ariosto für den Baron von Speck-Sternburg; Ruth" die Aehrenlese- rin auf Boas Acker für den Hamburger Kunstverein, die Flucht in Aegypten für Mme. Nüss in Frankfurt a. M., Christus mit den Kleinen, für einen Cyclus aus dem Leben Jesu, woran auch Ph. Veit, F. Olivier und Eggers gearbeitet haben, die Verkündigung Maria für das Stift Wurzen. Die reiche Composition, welche Eliesar und Rebecca am Brunnen vorstellt, 1820 ausgeführt, blieb in der Zeich- nung, die aber durch eine Copie in Steindruck. bekannt ist. Die
Sepiazeichnung befand sich in der Sammlung seines Vaters, welche
1842 zerstreut wurde. Daselbst war auch ein anderer Entwurf mit der Feder, und derselbe Gegenstand nur mit der Feder umrissen, zwei grosse Blätter. Eine andere frühere Composition dieses Mei- sters stellt Jakob seine Söhne segnend vor. Die sehr ausgeführte Zeichnung in schwarzer Kreide und weiss gehöht befand sich ebenfalls in der genannten Sammlung. Keine dritte, spätere Zeichnung zeigt Nausikaa im Wagen mit ihren Gespielinnen, eine Composition im homerischen Geiste.
Ferner ist Schnorr auch einer derjenigen Künstler, welche die Villa Massimi in Rom mit Frescomalereien geschmückt haben; wo- durch dieselbe zu einer historischen Bedeutung gelangt ist. Der Marchese Massimi fasste den grossartigen Gedanken in seiner Villa den italienischen Dichterfürsten ein Denkmal zu setzen, und da- durch zugleich die moderne Kunst zu verherrlichen. Cornelius wählte den Dante, kam aber nicht zur Ausführung, sondern Koch und Ph. Veit; Overbeck den Sänger des befreiten Jerusalems, und Schnorr den Ariosto. Seine physische Lage war indessen damals nicht die beste; vom Wechselfieber gepeiniget glaubte er sogar der edlen Aufgabe entsagen zu müssen, als ein Ausflug nach Florenz Erholung und erhöhte Arbeitslust ihm wieder gab.
Fünf Jahre hatte den Künstler diese schöne Aufgabe beschäftigt. Diese war nun um so schwieriger, je mannigfaltiger und üppiger die Dichtung ist, worin der Hauptgedanke so verborgen liegt, wie der Faden in einem reichen Blumengewinde, und je beschränkter der Raum, der dem Maler vergönnt war. Der Hauptgegenstand ist der Kampf der Heiden gegen das weltliche Oberhaupt, gegen den grossen Carl, ihre Niederlage und der Triumph der Christen, Die beiden ausgezeichnetsten Helden des Gedichtes, Roland und Rüdiger, sind in den Vordergrund gestellt, und ihre Schicksale und Thaten in Bezug auf das Ganze gegeben. Auf der Eingangs- wand des zweiten Zimmers ist die Belagerung von Paris darge- stellt, links Agramant, König der Sarazenen, rechts Carl der Grosse dem bedrohten Thor zu Hülfe eilend. Oben erscheint der Erz- engel als Helfer der Christen. An der Decke ist Rinaldo's Land- sieg dargestellt, dann der Seesieg des Dudo über die Sarazenen, die Eroberung von Biserta und Orlando's Kampf mit Agramant. An der zweiten Wand sieht man Angelica und Medoro mit dem schwermüthigen und rasenden Roland. In der Lunette erscheint Astolph mit dem Evangelisten Johannes, die Roland's verlorenen Verstand aus dem Monde zurückbringen. Dann malte hier der Künstler auch Roland's Freunde: Zerbino mit Isabella, und Bran- dimarte mit Fiordiligi. An der dritten Wand sieht man die Taufe Ruggiero's, und die Zauberin Melissa, wie sie der Bradamante ihre Nachkommen zeigt (das Haus Este), In der Lunette malte Schnorr den Triumph der Melissa über die Verbindung der Bra- damante mit Ruggiero; links Atlas, des letztern Pflegevater, rechts Alcina, ferner Bradamante und Marfisa, Zwischen den Fenstern
obwohl lebte Schnorr von Carolsfeld in Rom in grösster Thätigkeit, bis ihn König Ludwig von Bayern, der im Oktober 1825 den Thron seiner Väter bestiegen hatte, nach München berief, wo damals auch ein anderer Vorkämpfer deutscher Kunst, P. v. Cornelius, einen neuen glänzenden Wirkungskreis gefunden hatte, indem von dieser Zeit an der grosse Sinne des Königs immer neue Schöpfungen hervorrief. Doch traf Schnorr erst im August 1827 in München ein und im November darauf übernahm er die Professur der Historien- malerei an der Akademie daselbst. In München warteten seiner tiefsinnige und reiche Aufgaben. Er begann mit dem grössten deutschen Heldengedichte, mit dem Lied der Nibelungen, wozu ihm im Erdgeschoss des Königsbauens fünf Prunkgemächer an- gewiesen wurden, welche in ihren Malereien ein Nationaldenk- mal deutschen Lebens bewahren *). Im ersten oder Eingangs- saal, der kleiner als die anderen ist, beginnt das Werk mit ein- leitenden Bildern. Ueber der Thüre sieht man den lorbeerbe- kränzten Dichter des Liedes, wie er begeistert den Blick nach oben richtet, im Begriffe das Lied zu schreiben. Das alte Mütter- chen zur Linken, welches sich erzählend die Hände wärmt, be- deutet die Mähr, und die Jungfrau mit der Harfe zur Rechten ist die Saga (Gesang). Diese Gestalten bezeichnen die Fundgruben, aus denen der Dichter geschöpft hat. An den Wänden erscheinen die Helden und Heldinnen des Gedichtes, in Gruppen zu zweien oder dreien, oder nach dem Rufe, auch einzeln geordnet. Links des Einganges steht König Günther von Burgund und Brunhilde von Isenburg in murrend verachtendem Stuhl, und gegenüber sieht man Siegfried und Chriemhild, letztere mit dem Felsen auf der Hand, der auf ihren Traum vom "Tod des Gatten deutet. Nun folgen in einem Felde die Haupthelden in Charakterbildern: der treulose und gewaltige Hahn von Troneck, Siegfried's Mörder, der kampf- gewandte Fiedier Volker und Dankwart der Marschalk, Hagen's edlerer Bruder. Diese, so wie die übrigen Figuren heben sich von einem goldenen, mit eingewirkten Arabesken verzierten Teppich ab. An der dritten Wand steht rechts vom Fenster König Elzel mit seinem getreuen Rüdiger, und links von demselben Die- trich von Bern mit dem alten Hildebrandt. Das Bild im Bogen über den Fenstern dient als Andeutung des in der Entwicklung des Gedichtes herrschenden Schicksals, eine grossartig phantasti- sche Scene. Da horcht Hagen der Prophezeihung der Meerwei- ber, wo ihm nur eine die Wahrheit verkundet, nämlich seinen und seiner Freunde Untergang. Nun folgen in einem Felde Siegfried's Eltern, Siegmund und Sieglinde von Niederland, in dem anderen Ute, die Mutter von Günther, Gernot und Giselherr dem Kinde. An der Decke sehen wir zwischen Verzierungen und den Wappen- thieren der Burgunder, Siegfried's, Etzel's und Dietrich's vier kleine Bilder auf schwarzem Grunde, welche die Hauptabschnitte des Liedes andeuten: den Kirchenzug, wo Chriemhild und Brunhild um den Vortritt streiten; Siegfried's Leichenzug; Chriem-
*) In den zahlreichen Wegweisern von München sind diese Ge- mälde aufgezählt. Dr. Förster gab einen eigenen Leitfaden zur Betrachtung der Wand- und Deckenbilder des Königs- baues heraus. München 1854 In den verschiedenen Jahrgän- gen des Kunstblattes sind diese Bilder häufig besprochen.
Der zweite Saal, oder der erste grössere (Saal der Hochzeit), enthält die wichtigsten Momente aus Siegfried's Leben, ein Bild des ritterlichen, festlichen Treibens, welches das Lied schildert, Auf dem ersten der vier grossen Wandgemälde erblicken wir Sieg- fried's Rückkehr aus dem Sachsenlande, wie er die Könige Lu- deger von Dänemark und Lüdegast von Sachsen-gefangen nach Worms zu Günther von Burgund bringt. Gegenüber ist die An- kunft der Brunhilde zu Worms nach ihrer Besiegung durch Gün- ther mit Beihülfe Siegfried's, durch die Tarnkappe unsichtbar ge- macht. Günther führt sie seiner Mutter Ute und der Schwester Chriemhild zu, die mit Giselher und Gernot und dem ganzen Hof aus der Stadt entgegen kommen, Brunhild blickt stolz auf Chriem- hilden, die mit jungfräulicher Unbefangenheit sie empfängt, wäh- rend Siegfried in ihrem Anschauen verloren ist. An der den Fen- stern gegenüberstehenden Wand ist die Vermählung Siegfried's mit Chriemhilden vorgestellt, und dieser gegenüber sieht man die Scene, wo Siegfried der Chriemhilde den Ring und Gürtel Brunhilden's
ibt, welche er ihr als der unsichtbare Beiständer Günther's im Gehlafgemache raubte. Ueberdiess sehen wir noch oben an der Wand die erste Ankunft des Siegfried in Worms, und die Rück- kehr Siegfried's mit Chriemhilden zu seinen Aeltern, die ihn froh begrüssen. Ueber den zwei grösseren Bildern sind in sechs kleineren Lunetten ritterliche Kämpfe dargestellt, und über den Thü- ren sieht man unter Blumen und Fruchtgehängen: wie ein Bote Chriemhilden Siegfried's Thaten im Sachsenlande erzählt, wie die Helden Günther, Siegfried, Dankwart und Hagen nach Isenland fahren; Siegfried und Chriemhild als König und Königin in ihrem Reiche; Chriemhild reicht dem Siegfried das Söhnchen.
Im dritten Saale (Saal des Verraths) sind die Begebenheiten zusammengetasst, welche sich auf die Ermordung Siegfrieds be- ziehen. In der Mitte der Decke ist der Falke zwischen zwei Ad- Jern, der ahnungsreiche Traum Chriemhildens, abgebildet, und in den Verzierungen deuten Perlen und Edelsteine auf den Hort der Nibelungen , dessen Erwerbung Hagen vornehmlich zu seinem Ver- rath antrieb. Unter den grösseren Bildern sehen wir zuerst den Zank der Königinnen in Worms, wohin Siegfried mit Chriemhil- den der Einladung Günther's und Brunhildens gefolgt war. Hier- auf im zweiten Bilde Siegfried's Ermordung am Brunnen durch Hagen; im dritten Bilde findet Chriemhilde den erschlagenen Ge- mälf vor der Thüre ihres Gemaches, und im vierten wird Hagen als Mörder Siegfried's erkannt, indem bei der eidlichen Berührung desselben das Blut aus den Wunden sprang. Die vier kleineren Bilder über der Thüre stehen mit diesen grüsseren im Zusammen- hange: Chriemhild bezeichnet am Gewande Siegfried's die verwund- bare Stelle; Chriemhilde sucht den Gemahl von der Jagd zurückzu- halten; König Siegmund erfährt den Tod seines Sohnes; Hagen versenkt den Nibelungenhort in den Rhein. Ueber dem Wandge- simse befindet sich in 12 Lunetten eine Folge von Bildern aus dem reinen und herrlichen Heldenleben Siegfried's : die Ge- schichte mit dem Drachen, mit dem Zwerge, mit den beiden Königinnen etc, ;
Der vierte Saal (Saal der Rache). enthält die Begebenheiten in Folge der unversöhnlichen Rache Chriemhilden's. Auf dem ersten der vier grösseren Bilder sehen wir, wie Chriemhild den Hagen, der mit Volker auf einer Bank vor dem Pallaste Etzel's sitzt, zu
; Rede, stellt. Auf dem zweiten Bilde sehen wir eine Darstellung des furchtbaren Kampfes zwischen den Burgunden und Hunnen in König Etzel's Burg zu Wien. Auf dem dritten Bilde ist aus dem Furlgaßge des Kampfes die Scene dargestellt, wie Dietrich den Hagen bezwingt, und das vierte Gemälde zeigt uns Hagen von Chriemhilden, und diese von Hildebrandt erschlagen. An der Decke erscheinen die prophetischen Wasserweiber wieder, die den Burgunden ihren Untergang vorhergesagt.
Im fünften Saale ist der Inhalt der Klage ausgesprochen, ei- nes andern Liedes, in welchem der Untergang der Helden in Wien, und wie die Kunde davon in alle Welt gekommen, besungen ist. Hier sehen wir in drei grösseren Bildern, wie die erschlagenen Helden von Etzel, Dietrich, Hildebrandt und den Frauen beweint werden; wie die Boten mit den Waffen der Gefallenen davon- ziehen und die Kunde von den Ereignissen durch die Welt tragen; wie Bischof Pilgerin von Passau, der Bruder der Frau Ute, die Geschichte aufschreibt und Todtenmessen halten lässt.
Dieser reiche Bildercyclus aus einer Sagenwelt vom 5 — 12 Jahrhunderte, aus welcher der Dichter sein Lied gebildet hat, be- schäftigte den Künstler mehrere Jahre, bis er dieses großartige nationale Epos, selbst ruhmwürdiges schaffend, dargestellt hatte. Zu den Bildern aus den homerischen Hymnen im Service Saale des Königs im zweiten Stockwerke des Königsbaues, wozu er mittler- weile den Auftrag erhielt, konnte er daher nur die Entwürfe machen, die sodann unter seinem fortwährenden Einflusse von Friedrich Oli- vier, Hiltensperger, Schulz (aus Wien) und Streidel ausgeführt wurden. Zur Aufnahme der Bilder wurde besonders der Fries be- stimmt, doch ist auch die Decke, sowie jede der untern Mauer- flächen noch mit Gemälden geschmückt. An der Decke malte Hil- tensperger mehrere der Hauptgottheiten, an welche die Hymnen gerichtet sind, al fresco, während die Bilder der Wände von den übrigen Künstlern encaustisch behandelt sind. In den runden Feldern sieht man Zeus, Hera, Pallas und Aides, blos statuarisch dargestellt; dagegen handelnd eingeführt: Poseidon, Artemis (auf der Jagd), Dionysos (die Schiffer in wilde Tiere verwandelnd), und Hephaistos (mit den Cyclopen). Die Darstellungen am Friese umfassen vier verschiedene Mythen, zuerst rechts am Fenster die der Aphrodite: Zeus fordert den Eros auf, das Herz derselben zu einem Sterblichen zu entzünden, und dieser ist Anchises, der am Fuße seine Heerden weidet. Aphrodite lässt sich in Paphus von den Grazien salben, kommt zu Anchises, und die Frucht dieser heißen Liebe ist Aeneas, Die zweite Wand schmückt der Hymnus der Demeter: der Raub der Persephone, wie Demeter die Tochter sucht, und wie sie dieselbe in der Unterwelt wieder findet. An der dritten Wand ist der Hymnos des Apollon dargestellt. Der Gott verlässt den Olympos, verkündet den Menschen das Wort des Zeus im Gesange, erlegt die Schlange Pytho, und gründet den Tempel zu Delphi, über welchen er kretische Priester setzt. Auf der vierten Wand ist der Hymnos des Hermes dargestellt, wie Maia seiner eben entbunden worden, wie er vier Stunden nach der Ge- burt die Lyra fertigt und singt, mit Einbruch der Nacht in Pie- rien 50 Götter-Rinder sticht und nach der Wiege zurückkehrt, aus welcher ihn Apollo vor die versammelten Götter mitnimmt, wo Zeus des Kindes Verschmitztheit bewundert, und Hermes dem Apollo die Lyra schenkt. An den untern Wänden sind noch einzelne Mythen der oben genannten Gottheiten bildlich dargestellt, als die Geburt der Aphrodite, die Einführung des Ackerbaues durch Demeter, Apollo unter den Hirten und die Tötung des Argos. Diese
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