Schneider Heinrich Justin, Historienmaler , b. zu Coburg 1811; er lernte daselbst die Anfangsgründe seiner Kunst, und begab sich 1831 zur weiteren Ausbildung nach München , wo er sich der besonderen Leitung des berühmten Schnorr zu erfreuen hatte. Das erste Bild, welches er für den Großherzog von Coburg-Gotha malte, stellt die Zerstörung des Klosters Reinhardsbrunn im Bauernkriege 1525 dar. Es kam 1835 zur Ausstellung, und wurde im Kunstblatte des genannten Jahres als eines der Hauptwerke damaliger Zeit erklärt, welches sich durch Wahrheit und Lebendigkeit der Darstellung, durch scharfe Zeichnung der verschiedenen Charaktere, und durch eine warme harmonische Färbung auszeichnet. Schneider trat also schon mit dem ersten Bilde, das er zur Öffentlichkeit brachte, in die Reihe tüchtiger Künstler ein, und diesen Ruf hat er auch in der Folge bewahrt. Ein anderes, kleines Bild stellt das Wunder der hl. Elisabeth dar, die Begebenheit mit den Blumen, und ihre verschiedenen Momente, in kräftig harmonischer Färbung. Ein eben so schön gedachtes, als trefflich gemaltes Bild stellt Christus dar, wie die Pharisäer ihm den Zinsgroschen vorzeigen, zwei jüdisch verschmitzte Gestalten. Diese sind fast lebensgroß bis an die Linie dargestellt. Bei der Verloosung des Kunstvereins in München fiel es einem Kaufmann daselbst zu. Es wurde um 500 Gulden angekauft. Eines seiner neuesten Werke stellt die Landgräfin Margaretha von Thüringen dar, wie sie von ihren Kindern getrennt wird, da ihr ungetreuer Gemahl sie durch einen Stich ermorden lassen wollte. Dieser verrät aber das Vorhaben, und verhilft ihr im Verein mit ihrem Kämmerer Walter von Vargula zu eiliger Flucht. Zuvor aber begibt sich die unglückliche Mutter zu ihren Kindern, und beißt im Kampfe des Abschieds den ältesten in die Wange. Dieser Abschied ist das Hauptmotiv des trefflichen Bildes, welches einen neuen Beweis des Talentes unseres Künstlers bietet. Seine Richtung ist eine streng historische, aber ohne dass der Künstler dem Genre ganz entsagt. Es finden sich daher von ihm auch Bilder dieser Art, doch immer in edler Sphäre. Im Jahre 1813 begab sich Schneider nach Rom, wo er einige Zeit mit dem Studium der Werke einer früheren klassischen Periode sich beschäftigte, und auch das oben genannte Bild malte. Der Herzog von Coburg hatte ihn schon früher zum Hofmaler ernannt, und dann ertheilte er ihm den Titel eines Professors der Malerei. Dann müssen wir auch ein literarisches Werk erwähnen, wozu Professor Schneider Zeichnungen geliefert hat. Dieses Werk hat den Titel: Bildnisse der deutschen Könige und Kaiser von Carl dem Grossen bis Franz II., nach Siegeln von Urkunden, nach Münzen, Grabmälern, Denkmälern und Originalbildnissen, in der xylographischen Anstalt von Braun und Schneider in München in Holz geschnitten, nebst charakt. Lebensbeschreibungen von F. Kohlrausch. Hamburg und Gotha 1843. In Heften zu 4 Holzschnitten, gr. 8. Schneider Henriette, Malerin, die Tochter des Ludwig Schneider, geb. zu Neuwied 1747, hatte als Künstlerin Ruf. Sie malte Bildnisse in Pastell, Miniatur und Email. Starb um 1812. Schneider J. - Landschaftsmaler von Berlin, war daselbst Schüler. 25
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