Schmidt oder Schmitt, Mathias, Maler und Radirer, wurde um 1760 in Mannheim geboren und an der Akademie daselbst heran- gebildet, wo sich besonders Ferdinand Kobell seiner annahm. Spä- ter begab sich Schmidt zur weiteren Ausbildung nach München, und hier war Franz Kobell sein weiterer Lehrer. Wie dieser, so fand auch Schmidt besondere Neigung zur Landschaftsmalerei , doch dürften sich sehr wenige Ölbilder von ihm finden, nur Zeichnungen in Sepia und in anderer Art behandelt. In München fertigte er mehrere Kopien von merkwürdigen chalkographischen Arbeiten, wozu ihm die Schätze des k. Kupferstich-Cabinets in München Veranlassung gaben. Schmidt war Direktor dieser An- stalt, und starb als solcher zu München 1823. Der Verfasser des Dict. des monogrammes, Fr. Brulliot, wurde sein Nachfolger.
Wir haben von Schmidt täuschende Copien nach Dujardin, A. van de Velde, J. Fyt, Flamen , J. da Barbary u. a. Auch nach Originalhandzeichnungen von Rembrandt u. F. Kobell, so wie nach eigenen Zeichnungen radirte er mehrere Blätter.
Man findet gewöhnlich 28 Blätter unter einem eigenen Ti- tel vereiniget, wozu auch einige der folgenden gehören: Suites d'estampes d'apres les dessins originaux à la plume de Ferd. Ko- bell, Rembrandt (Salviati, Fra Bartolomeo, Polidoro) tirées de la Collection de S. M. le Roy de Bavière. Par Mathias Schmidt. Mu- nic 1806. fol.
Die Darstellung im Tempel, nach einer Zeichnung von Ant. Nasini radirt, kl. 4.
Die heil. Catharina, die Rechte auf das Schwert gestützt, und in der Linken die Palme haltend. Täuschende, litho- graphische Copie nach J. de Barbary. Rechts unten der Mer- curstab. H. 7 Z., Br. 4 Z.
Judith, ebenfalls täuschende Copie nach Jakob da Barbary, aber radirt. Bl. 1.
Die Spinnerin, täuschende Copie nach demselben, radirt. Bl. 10.
Der Mann mit der Wiege, ebenfalls, Bl. 11.
Die Frau mit dem Spiegel, ebenfalls, Bl. 12.
Studium zweier knienden Frauen, die linke auf eine Vase legend, nach Fra Bartolomeo radirt, kl. qu. fol.
Gruppe von fünf Männern mit einem Kinde, nach Polidoro da Caldara im Umrisse gestochen, fol.
Fünf römische Krieger, wovon der eine einen Lorbeerkranz auf dem Kopfe trägt, nach demselben radirt, aber ohne Na- men, wahrscheinlich von Schmidt, fol.
Ein nacktes Weib, stehend am Brunnen, nach einer Zeich- nung von F. Salviati, gr. 8.
Mehrere Büsten und historische Darstellungen nach Rem- brandt's Zeichnungen, 8 Blätter, 12. 8. 4.
Vier schöne gegenseitige Copien aus J. Fyt's Folge der Hunde, Bl. 10. 13. 14. 15. qu. 8.
Im ersten Drucke sind sie ohne Schmidt's Namen.
Einige schöne Copien aus A. van de Velde's Folgen ver- schiedener Thiere, Bl. 1—10, Bl. 11—16. Solche Blätter hat auch R. Vinkeles copirt.
Schöne gegenseitige Copien nach C. Dujardin's Blättern mit Schweinen, Ziegen, Schafen, Bl. 13—24.
Folge von 6 Landschaften, nach Ferd. Kobell, qu. 4.
Folge von 4 Landsthaften nach demselben, kl. fol.
Eine Landschaft mit mehreren Felsen, an deren Fuss ein Mann ruht, nach F. Kobell, fol.
Einige andere Landschaften nach F. Kobell, 8. und kl. fol.
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