Schmidt oder Schmid und Schmitt, Joseph

Schmidt oder Schmid und Schmitt, Joseph, Kupferstecher von Niemes in Böhmen, wurde um 1770 geboren. Die Natur hatte ihm die Sprache versagt, aber mit Talent zur Kunst ausgestattet. Hierin gab ihm Bergler in Prag regelmässigen Unterricht, und zu- letzt begab er sich nach Wien, wo er unter Schnutzer's Leitung sich zu einem der vorzüglichsten Kupferstecher seiner Zeit heran- bildete. Es finden sich von ihm zahlreiche Blätter mit biblischen und historischen Scenen, einzelnen Figuren, Landschaften u. a., theils glänzend gestochen, theils in Aquatinta und in Kreidema- nier ausgeführt. Darunter sind einige sehr täuschende Facsimiles von Originalzeichnungen. Füssly, dann nach ihm Dlabacz u. a. unterscheiden einen Joseph Schmid von einem J. Schmidt, beide Böhmen und Kupferstecher , die sich aber sicher in unserm Künst- ler vereinigen.

  1. Büste eines Mannes mit Halsekrause; Jos. Schmidt sc. Gutes Blätichen, 12.

  2. Davids trägt den Kopf des Goliath auf der Spitze des Schwer- tes, nach Lucas von Leyden, fol.

  3. Die Flucht nach Ägypten , Facsimile einer geistreichen von Houbraken in Rembrandt's Manier gemalten Skizze, fol.

  4. Paulus und Cornelius, nach einer ähnlichen Skizze, qu. fol.

  5. Eine Folge von 12 Blättern nach Rembrandt, in Zeichnungs- manier, 4.

  6. Christus erscheint der Magdalena als Gärtner, halbe Figuren, nach B. Spranger, kl. fol. Es gibt Abdrücke vor der Schrift.

  7. Der Sturz der Verdammten durch den Erzengel Michael, Rubens berühmtes Bild in der Pinakothek zu München , aber nach einer Skizze aus der Sammlung des Grafen Kolowrath in Prag. In Zeichnungsmanier gestochen, mit französischer Unterschrift; A Prague dans la collection de son Excellence François Antoine Radzivon Comte de Kolowrath. P. P. Rubens delin: J. Schmidt fecit. s. gr. roy. fol.

  8. Christus heilt die Lahmen, reiche Composition, von Rem- brandt, unter dem Namen des Hundertguldenblattes bekannt, Schmidt hatte die Originalzeichnung im Cabinet des Grafen F. A. Kolowrath zu Prag vor sich, und lieferte hierin eine der schönsten Copien nach diesem berühmten Werke. Aqua- tinta in braun gedruckt, sehr selten im Ätzdrucke. gr. u. fol.

  9. Der Fastnachtsbruder, nach Sebastian Frank, Gruppe in halben Figuren. J. Schmidt sc. Vienn. Glänzend gesto- chen, kl. fol.

  10. Die verlarvte Alte, Gruppe in halben Figuren, nach Franck in gleicher Manier, kl. fol.

  11. Eine Folge von reichen Compositionen nach Zeichnungen von Rugendas in der Sammlung des Grafen Kolowrath in Prag: Belagerungen, Ausmarsch von Truppen, grosse Schlacht von Reiterei und Fussvolk, Schlachtscenen, 12 schöne Blät- ter in Aquatinta, s. gr. qu. fol. Schmidt oder Schmid, Joseph Carl, s. Michael Schmidt. Schmidt, Jzaak: Zeichner und Landschaftsmaler, wurde 1740 zu Amsterdam geboren und von seinem Vater in der Zeichenkunst unterrichtet. Hierauf gab ihm Jan van Huysum einigen Unter- richt, und endlich ward er Schüler des J. M. Quinkhart, unter des- sen Leitung Schmidt nach wenigen Jahren grosse Geschicklichkeit erlangt hatte. Im Jahre 1760 trat er als selbstständiger Künstler auf, anfangs mit Portraiten und dann mit Landschaften, scheint aber mit beiden nicht viel Glück gemacht zu haben, da er einer Tapetenfabrik seine Dienste weihte, wo zugleich auch Jurian An- drıessen, später ebenfalls ein tüchtiger Künstler, thätig war. Beide arbeiteten gesellenweise für die Manufaktur, fingen aber bald an auf eigene Rechnung Arbeiten zu übernehmen, und waren hierin nicht unglücklich, da sie Quinkhart möglichster Weise empfahl. Inzwischen gab dann Schmidt auch Unterricht im Zeichnen, und fing an sich in der Oelmalerei auszubilden. Von dieser Zeit an malte er mehre schöne Landschatten mit Licht, und radirte einige derselben, oder nach eigens dazu verfertigten Zeichnungen. Im Jahre 1750 war er einer der Stifter der städtischen Zeichenschule in Amsterdam, und blieb fortwährend einer der ansehnlichsten Be- x

Eigenhändige Radirungen.

J. Schmidt hat auch mehrere Blätter radirt, die wir aber nur summarisch angeben können.

  1. 6 Blätter holländische Landschaften mit Figuren, Hütten, Ca- nalgegenden etc. Auf dem Titelblatte sieht man einen Stein an alten Gebäuden und die Aufschrift: VI. Landschapjes aan den Heer J. B. van der Opweck opgedragen door Isaak Schmidt 1780. qu. 8.

Diese Blätter sind sehr geistreich in Cats Manier radirt.

  1. Das Titelblatt und eine Vignette für Schmidt's Schauspiel,

welches 1785 in Amsterdam gedruckt wurde, unter dem Ti-

tel: Agatha, 8.

  1. Das Titelblatt zu seinem Bühnenstücke: De Zuider Haaks.

Amst. 1786.

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