Schmidt, Johann Heinrich, königl. sächsischer Hofmaler, wurde 1749 zu Hildburghausen geboren. Seinen Vater, Johann Thomas Schmidt, war sein erster und wahrscheinlich auch einziger Lehrer im Zeichnen; unter seiner Leitung entwickelte sich das Kunst- talent des Knaben, und bildete sich schnell aus. Doch widmete er sich schon frühzeitig fast allein der Porträtmalerei , worin ihn seine glückliche Gabe, die Ähnlichkeit zu treffen, sehr begün- stigte. Der damals regierende Herzog von Hildburghausen , Ernst Friedrich Carl, unterstützte gnädig diese Anlagen, verlieh ihm spä- ter Zutritt und eine Stelle bei Hof , wodurch sich dem jungen Künstler viele Auszeichnungen und Vortheile eröffneten, und er- muntert durch die ersten glücklichen Erfolge, trug er Verlangen auch im Auslande sein Glück zu versuchen. Er reiste nach Paris wo ihn ein deutscher Edelmann der Gräfin Genlis vorstellte, und auf ihre Empfehlung erhielt er die Porträts des Herzogs von Pen- thievre, der Familie des Herzogs von Orleans und viele andere zu malen. Vorzüglichen Ruf erwarb er sich durch seine Bildnisse in Pastell , ein Fach das damals sehr gefiel, und durch die außeror- dentliche Schnelligkeit, womit gemalt werden konnte, reichlichen Gewinn brachte. Er wurde dann von Seiten des Hofes nach Tu- rin gesandt, um die Gemahlin des Grafen Artois, nachmaligen Kö- nigs Carl X. zu malen. Hier war ihm wieder das Glück sehr gün- stig. Ein vortheilhaftes Anerbieten, sich in Turin zu fixieren, schlug er jedoch, der damit verbundenen Bedingungen wegen, aus. Eine reiche goldene Medaille ward ihm bei seiner Abreise als ein Zeichen der königl. Gnade zu Theil. Bald nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er 1775 als churfürstlich sächsischer Hof- maler angestellt, und zum Mitglied der Akademie in Dresden er- nannt; allein seine Liebe zu einem unabhängigen Leben, und die Gewohnheit zu reisen, fesselten ihn selten auf längere Zeit an sei- nen neuen Wohnsitz, und so oft er Urlaub erhalten konnte, be- nutzte er diesen zu ferneren Ausflügen. So besuchte er abwech- selnd Prag, Wien, Berlin und andere große Städte Deutschlands. In Berlin, wo er sich längere Zeit aufhielt, verheirathete er sich 1779 mit einer jungen und schönen Witwe aus Niedersachsen. Doch minderte diese Verbindung und eine bald zahlreiche Auf-
Außer seinen künstlerischen Studien hatte Schmidt keine andere wissenschaftliche Bildung genossen, als die, die ihm die Schule seines Geburtsortes geben konnte, doch blieb ihm bis in das späteste Alter eine große Vorliebe für die lateinische Sprache, neben welcher er ziemlich fertig französisch und italienisch sprach. Auch liebte er Musik und spielte gut das Violoncello. Ebenso war ihm die Geschichte, vorzüglich die römische, ein interessanter Gegenstand, wobei ihm sein treffliches Gedächtnis sehr zu statten kam. Von früher Zeit an an viele Höfe berufen, hat er die meisten Monarchen und Fürsten seines Zeitalters gemalt, von welchen er viele Copien hinterlassen hat.
In Hinsicht seiner Arbeiten wird ihm zuweilen Mangel an Correctheit im Zeichnen, so wie Steife in der Haltung und Kälte im Ausdruck zum Vorwurfe gemacht; allein ein schönes Colorit (er selbst hat die Bereitung mehrerer Farben erfunden, das seine Pastellgemälde so lieblich und dauerhaft machten) und die sprechende Ähnlichkeit, haben ihm überall Beifall erworben, und so die Mängel der Zeichnung großentheils ersetzt.
Die letzten Jahre brachte Schmidt höchst eingeiogen (und ein- zelnes zu, wo er den 28. Oktober 1829 im 81. Jahre ebens' starb. /
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