Schlicht, Abel

Schlicht, Abel, Maler, Architekt und Kupferstecher , geb. zu Mann- heim 1754, übte sich schon frühe in der Zeichenkunst, studirte dann unter L. Quaglio die Perspektive, und beschloss dann sich der Architektur zu widmen. Er wurde churpfälzischer Hofbaumei- ster zu Mannheim, und Professor an der Akademie in Düsseldorf , verlebte aber die grösste Zeit seines Lebens in Mannheim , wo er Decorationen malte, und eine bedeutende Anzahl von Blättern lie- ferte, welche mit grossem Beifall aufgenommen wurden. Darunter sind die meisten in Aquatinta behandelt, eine Manier, welche zu jener Zeit bereits in Missachtung gekommen war, aber durch Schlicht wieder Anerkennung fand. Uebrigens radirte er auch eine ziemlich bedeutende Anzahl von Blättern, welche noch immer ge- schätzt werden. Rott setzt das Todesjahr dieses Meisters um 1700; allein er lebte darnach noch mehr als 30 Jahre. Schlicht arbeitete auch um 1820, und gegen starb er.

  1. Das eigenene Bildniss, halbe Figur, in Aquatinta gestochen. Oval, kl. fol.

  2. Ein Chirurg schlägt einem Bauer die Ader am Arm, A. Brou- wer pinx. A. Schlicht fec. aquatinta. kl. fol.

  3. Vier Bauern im Streite, nach Brouwer, das Gegenstück zu obigem Blatte. Im ersten Drucke vor der Schrift.

  4. Bauern, nach Ostade 1820 radirt, kl. fol.

  5. View of an old roman hridge, schöne Landschaft nach Py- nacker, s. gr. roy. qu. fol.

  6. Calme.- Landschaft mit untergehender Sonne, nach Vernet, gr. qu. fol. ; ' Z) Vempete. Der Sturm, nach dem Bilde desselben. in der Mannheimer Gallerie, gr. qu. ‚fol. i

  7. Landschaft mit einem Flusse, über welchen Landleute auf dem Kahn setzen , nach A. v. d. Velde, qu. fol. ;

  8. Eine Gruppe von Hirten und Vieh neben Ruinen, nach J. B. Weenix, fol. ı ;

  9. Eine Landschaft mit Viech, oder die heimkehrende Heerde, nach Bergem, qu. fol. '

  10. Der Mittag, von Nahl nach Cl. Lorrain gezeichnet und mit Schlotterbeck geätzt, und dann in Aquatinta behandelt. Die Ätzdrücke sind die selteneren, qu. fol. Ü

  11. Hirte und Hirtin mit Vieh am Brunnen, nach J. H. Roos, gr. qu. fol.

  12. Zwei Blätter mit Ruinen, nach Pannini, qu. fol.

  13. Die Entführung der Helena, Landschaft mit antiker Archi- tektur, nach Platzer, Aquatinta, gr. qu. fol.

  14. Gefängniss für die Schaubühne, erfunden und gestochen von A. Schlicht. Sehr malerisch radirt, s. gr. Hochfol.

  15. Gefängniss für die Schaubühne, erfunden und gestochen von A. Schlicht. Sehr malerisch radirt, s. gr. qu. fol.

  16. Gefängniss für die Schaubühne. Nach einer Originalzeich- nung von Bibiena durch A. Schlicht. zu Mannheim im Mai 1780, gr. qu. fol. '

  17. Die Aussicht eines Tempels, nach demselben, gr. fol.

  18. Das Innere eines Gefängnisses, nach J. Quaglio, gr. qu. fol.

  19. Vier Ansichten des Heidelberger Schlosses, gr. fol.

  20. Ansicht des Zeughauses zu Mannheim, nach Verschaffelt 1780, ol Schlichten, Johann — Philip von, war Schüler des A. van der Werff, und Nachahmer desselben. Er trat um 1720 in Dienste des Churfürsten Carl Philipp von der Pfalz, und lebte von dieser Zeit an in Mannheim, als Künstler sehr geehrt. In der k. Pinakothek zu München ist ein Bild des heil. Andreas von ihm, und ein Landmusikant, der in der Stube auf der Geige spielt. Dieses Bild ist im Münchner Galleriewerke lithographirt. Das To- desjahr dieses Meisters ist unbekannt. Es erfolgte um 1745. Schlichten, Johann Franz von, Maler und Sohn des Obigen, wurde 1725 in Mannheim geboren, und in Italien zum Künstler herangebildet. Er studirte in Bologna fünf Jahre bei F. Torelli, und später drei andere Jahre in Rom unter Leitung des S. Conca. Dieser Künstler malte Genrebilder im Geschmacke Metzu's und Netscher's, dann besonders täuschend Basreliefs, die auf verschic- dene Marmorarten aufgesetzt zu seyn scheinen. Auch Schnecken malte er mit besonderer Kunst. Chevillet stach nach ihm das Bild- niss des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz. Dieser jüngere von Schlichten starb 1795 als Gallerie-Direktor in Mannheim. Schlichting, E. A., Maler aus Riga, bildete sich auf der Akade- mie in Düsseldorf, und war daselbst 1837 bereits ausübender Künst- ler. Er malt Bildnisse, historische Darstellungen und Genrebilder nach der Weise der Düsseldorfer Schule. In dem bezeichneten Jahre malte er den Zug des Kaisers Heinrich IV. über die Alpen, und später Kaiser Karl den Grossen, wie er auf der Jagd Egin-

Am meisten hat sich aber Schlick mit dem Studium der Ueberreste von Pompeji beschäftiget, und die ihm eigene Kunst des Aquarellmalens ist hier vorzüglich in Abbildung malerischer Ansichten der Ruinen und in den vollendetsten Miniaturcopien ihrer Gemälde in Anwendung gekommen. Wie an den Wänden in Pompeji, so sind auch in diesen Nachbildungen alle Gründe glänzend, alle Linien und Figuren glanzlos gehalten, Alles mit solcher Kunst behandelt, dass selbst die feinste helle Linie ausgespart ist. Ausser den trefflichen Nachbildungen hat Schlick auch mehrere Restaurationen in Zeichnung unternommen, namentlich einige Wände und Gebäude von Pompeji, und die Säulen in der der Palazzo vecchio zu Florenz, die ursprünglich nicht mit figürigen, sondern mit weissen Stuccoornamenten verziert waren, Schlick ist Kammerherr des Herzogs von Lucca, und mit Decorationen und Ehrendiplomen reich bedacht. Seine Arbeiten dürften Eigenthum einer Regierung werden. Wir haben von ihm auch eine Schrift: Rapport fait à l'Academie des beaux-arts de l'Institut de France sur le chemin souterrain dit Tunnel etc.

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