Schiller, Johann Felix von, Landschaftsmaler , geb. zu Breslau 1805, widmete sich anfangs der Rechtswissenschaft und war bereits
Ober-Landgerichts-Referendar, als er beschloss ausschließlich ‚für die Kunst zu leben. Er übte dieselbe von jeher mit grosser Vor- liebe, und fand sich besonders zur landschaftlichen Darstellung ge- zogen. Im Jahre 1820 begab sich der Künstler zur weiteren Aus- bildung nach München , wo er in kurzer Zeit seinen Ruf gründete. Schiller malte da eine Reihe trefflicher Landschaften, die, besonders in letzterer Zeit, immer zu den Glanzpunkten der Aus- stellung im Lokale des Kunstvereins gehörten. Diese Bilder be- stehen in schönen Ansichten aus dem bayerischen Hochlande mit seinen Seen, Wäldern, Felsenmassen und Ruinen. Mehrere sei- ner Gemälde stellen Partien am Chiemsee dar, dessen romantische Lage auch andere Künstler Münchens zur Darstellung begeisterte. Besonders aber sind es Schiller und Haushofer, die davon herrliche Ansichten nahmen. Andere Bilder sind componirt und mit romanti- scher Staffage ausgestattet, alles mit glücklichem Sinne für Form und Farbe dargestellt. Unter diesen Werken nennen wir besonders die Land- schaft mit einem See, welche 1839 zur Vorloosung des Kunstvereins kam, Partie am Starnbergersee, das Dorf im Gebirge, Partie am Kochelsee 1830; die Ansicht des Chiemsees, Sonnenuntergang am Chiemsee, Landschaft bei Sonnenuntergang ; der Chiemsee mit seinen beiden Inseln und Klöstern 1841; Partie aus Welsch-Ti- rol, Partie aus dem obern Innthal, der Chiemsee 1842; eine Mor- gen- und eine Abendlandschaft, beide mit Burgen, die eine mit dem nach dem heiligen Lande ziehenden Ritter und seinem Gefolge, die andere mit der Heimkehr desselben nach dem verödeten Schlosse, das Kloster im Gebirge, die Capelle am Chiemsee 1843; Ansicht des Chiemsees mit den beiden Klöstern auf den Inseln, ein herrli- ches Bild mit glänzender Sonnenbeleuchtung 1845. Diese Gemälde, deren einige, wie das letztere, die Bilder mit der Ritterstaffage u. a., von ziemlicher Grösse sind, gingen in verschiedenen Besitz über, theils auch durch die Verloosungen des Kunstvereins in München. Sie beurkunden alle Schiller's Beruf zum Künstler.
Dann ist F. von Schiller auch Schriftsteller und mit dichteri- schen Gaben ausgestattet. Er ist seit mehreren Jahren der Dol- metscher poetischer Gedanken und Empfindungen seiner Kunstge- nossen. Seine Lieder und Festspiele für den Maskenzug der Künst- ler in München am 17. Februar und 2ten März 1840 erschienen im Drucke, München 1840. Dieser glänzende Maskenzug ist auch durch eine kleine Münze verewigt, und E. Neurether stellte ihn allegorisch in einem meisterhaft radirten Blatte dar. Dann haben wir von Schiller auch ein Werk über die Kunstschätze Münchens. München 1843. 12,
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_nAVVAAAAcAAJ/