Schilbach, Johann Heinrich

Schilbach, Johann Heinrich, einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden Landschaftsmaler, wurde zu Barchfeld geboren. Sein Vater, der daselbst Hofgärtner war, zog sechs Jahre später nach Darmstadt , und starb, als sein Sohn erst zehn Jahre zählte, ohne Vermögen zu hinterlassen. Unter diesen Umständen war es für den talentvollen Knaben, der schon frühzeitig die grösste Neigung zum Zeichnen und Malen kund gab, sehr schwierig, sich auszu- bilden; bis er endlich in seinem 16. Jahre dem verewigten Gross- herzog Ludwig I. von Hessen empfohlen wurde. Dieser, durch Herzensgüte und hohen Kunstsinne gleich ausgezeichnete Fürst, liess den jungen Schilbach den Unterricht des damaligen Hof- und Thea- termalers Georg Primavesi geniessen. Im Jahre 1823 reiste Schil- bach zur Förderung seiner weiteren Ausbildung, in Gesellschaft des bekannten Malers Ernst Fries von Heidelberg und des Malers Rist von Stuttgart nach dem Lande der Kunst, nach Italien , und nahm seinen Aufenthalt in Rom , wo er sich anfänglich, um sei- nen Unterhalt bestreiten zu können, mit Radirungen und Kupfer- stichen für ein von dem Architekten Hübsch beabsichtigtes Werk über Athen , nach Zeichnungen desselben, beschäftigen musste. Indessen erregten schon seine ersten Oelgemälde die allgemeine Aufmerksamkeit und gewannen die Würdigung der competentesten

Zu seinen vorzüglichsten Landschaftsgemälden in Öel (viele Aquarelle von seiner Hand besitzt die Königin von Bayern ) ge- hören die Aussicht von Massa nach Capri , im Besitze des russi- schen Fürsten Gagarin; S. Bonaventura und der Venus-Tempel zu Rom; im Besitze des Cabinetsbuchdruckers Decker in Berlin; die Aussicht vom Monte Mario bei Rom nach der Gegend von Tivoli, im Besitze des H. Tomasachi in Amsterdam; Monte Nuovo bei Pozzuoli, im Besitze des Malers Morgenstern in Frankfurt a. M.; Capri, im Besitz des Hrn. Hausmann in Frankfurt; Oberwesel, zweimal gemalt, das erste Bild im Besitze des Banquiers Hr. Grunelius in Frankfurt, das zweite im Besitz des Prinzen Carl von Hessen-Darm- stadt; Castel Gandolfo, in der großherz. Gemäldesammlung in Darm- stadt; Olevano, im Besitz des Großherzogs von Hessen; Lago d'Agnano und der Vesuv, im Besitze des Kaufmanns Windecker jun. in Giessen; Abendlandschaft in der Bergstrasse, im Besitze des Thronfolgers von Russland; Waldeinsamkeit, im Besitze des russischen Staatsraths Joukowsky; das Haslthal, im Besitze der Frau Hofbuchhändlerin Leske in Darmstadt; Rheingrafenstein bei Regenwetter, im Besitze des Kunstvereines in Strassburg; Morgen- landschaft bei Seeheim an der Bergstrasse, im Besitze der Groß- fürstin Thronfolgerin von Russland; Abendlandschaft bei Schön- berg in der Bergstrasse, im Besitze der Frau Dr. Heydenreich in Darmstadt; Gegend am Bessunger Teich bei Darmstadt, im Besitz des Hrn. Archivrath Heumann zu Darmstadt etc.

Unter Schilbach's Theaterprospekten zeichnen sich die zur »Stummen von Portici« im großherzoglichen Hoftheater zu Darm- stadt besonders aus, und verdienen unbedingt das Prädikat der Classicität.

Frommel und Poppel stachen nach ihm die Ansicht von Mainz, u. fol. 1 Von ihm selbst radirt und gestochen, sind folgende interes- sante Blätter:

  1. Athen von der westlichen Seite, mit dem Parthenon, dem Tempel des Theseus, den Propyläen etc. Hübsch del. Schil- bach sc. gr. qu. fol.

  2. Athen von der nordöstlichen Seite, Id. del. Id. sc. gr. qu. fol.

  3. Die Akropolis in ihrer alterthümlichen Gestalt, von der West- seite. Id. del. Id. sc. gr. qu. fol.

  4. Dieselbe von der südöstlichen Seite; Id. del. Id. sc. gr. qu. fol.

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